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Düngung

Die Düngung ist eine der ältesten Maßnahmen im Acker- und Pflanzenbau. Ohne Detailkenntnis nutzten die Bauern bereits in früheren Jahrhunderten die ertragssteigernde Wirkung der Nährstoffe. Ständiger Pflanzenbau auf gleicher Fläche war schon immer von der Rückführung bzw. dem Ersatz der entzogenen Nährstoffe abhängig. Zunächst erfolgte die Düngung vorwiegend mit organischen Düngestoffen, d. h. fast ausschließlich mit den wirtschaftseigenen Düngern wie Jauche, Stalldung und Fäkalien. Bei anorganischen Düngern wurde zuerst die Düngewirkung von Aschen und Kreiden genutzt. Um 1840 brachte LIEBIG die Wende mit seiner Mineralstofftheorie. Seitdem wurden in Deutschland die permanenten Hungersnöte ausgeschaltet und zunehmend Selbstversorgung erreicht. Wenn auch hierfür noch andere Faktoren von Einfluss waren, so kam doch der Düngung in Höhe und Zeit eine besondere Bedeutung zu.

Heute gehört die bedarfsgerechte Düngung zu den wirkungsvollsten Maßnahmen eines erfolgreichen Acker- und Pflanzenbaus. Bei der Anwendung organischer und mineralischer Düngestoffe sind jedoch nicht nur Fragen nach Ertragssteigerung und ökonomisch effektivem Düngereinsatz von Interesse, sondern gleichermaßen auch die Aspekte der Umweltverträglichkeit der Düngungsmaßnahmen zu beachten. Die Bevölkerung erwartet mit wachsendem Umweltbewusstsein auch Nachweise über die Umweltverträglichkeit beim Einsatz ertragssteigernder Faktoren und in den Verfahrensabläufen, vor allem bei der Produktion von Lebensmitteln.

Die gesamte Produktionskette für Nahrungsgüter, vom Boden über die wachsende Pflanze bis hin zu den Ernte- und Endprodukten, wird zukünftig in viel stärkerem Maße sowohl der Eigenkontrolle der landwirtschaftlichen Unternehmen als auch der öffentlichen Kontrolle unterliegen. Schon geringe Abweichungen von der Düngung nach »Guter fachlicher Praxis« werden in den Medien aufgegriffen, voreilig verallgemeinert und grundsätzlich als äußerst negatives Verhalten abgestempelt. Es erfolgen durchaus Stoffausträge aus dem landwirtschaftlichen Produktionsprozess, die nicht immer dem Standard der Umweltverträglichkeit entsprechen. Dabei ist aber hervorzuheben, dass selbst bei unterlassener Pflanzenproduktion, also bei unbeeinflusster natürlicher Vegetation, d. h. ohne jede Düngung, im Naturhaushalt Stoffausträge vorkommen.