»HumusfürGemüse« - Optimierung des Humusmanagements im Freilandgemüsebau

Projektlaufzeit: 10/2023-03/2030

Projektziele

  • Erarbeitung und Umsetzung von standortangepassten und betriebsspezifischen humusfördernden Maßnahmen auf gemüsebaulichen Demonstrationsbetrieben
  • Ganzheitliche Bewertung dieser Maßnahmen im Hinblick auf das Humusaufbaupotential, wirtschaftliche Tragfähigkeit, praktische Umsetzbarkeit sowie weiterer Begleiteffekte
  • Wissenstransfer innerhalb der Demonstrationsbetriebe darüber hinaus in der breiten fachlichen Praxis und interessierten Öffentlichkeit

Hintergrund

Im Gemüsebau führen intensive Bodenbearbeitung, die Abfuhr großer Mengen organischer Substanz mit der Ernte sowie häufig eine intensive Bewässerung im Vergleich zu Grünland oder Getreideanbau zu verhältnismäßig niedrigen Humusgehalten. Gleichzeitig ist der Einsatz von humusmehrenden Praktiken schwierig, da sehr diverse Fruchtfolgen und teilweise späträumende Kulturen das Spektrum von potentiell nutzbaren Zwischenfruchtarten limitieren. Künftig ist infolge des Klimawandels mit steigenden Jahresmittel- und Bodentemperaturen von einem beschleunigten Humusabbau auszugehen. Um einer fortschreitenden CO₂-Emission aus gemüsebaulich genutzten Böden entgegenzuwirken, ist es daher notwendig, Humus gezielt zu erhalten und durch innovative Maßnahmen aufzubauen.

Humus ist nicht nur klimarelevant, sondern leistet auch einen entscheidenden Beitrag zur Bodenfruchtbarkeit. Er verbessert die Bodenstruktur und erhöht dadurch die Wasserspeicherkapazität, die Wasserinfiltration sowie die Aggregatstabilität. Humusreiche Böden sind somit weniger erosionsanfällig und widerstandsfähiger gegenüber Wetterextremen. Darüber hinaus kann Humus Nährstoffe binden und dient gleichzeitig als Lebensraum und Nahrungsquelle für Bodenorganismen. Dadurch werden die gespeicherten Nährstoffe langsam mineralisiert und stehen für die Pflanzenernährung zur Verfügung.

Versuchsaufbau

Auf 8 Modellbetrieben in Sachsen werden im Rahmen des Projektes seit 2025 humusaufbauende Maßnahmen umgesetzt. Diese Maßnahmen wurden im Vorfeld betriebs- und standortspezifisch ausgewählt. Je Betrieb wird eine Projektfläche untersucht, die auf einer Hälfte betriebsüblich (Referenzfläche) und auf einer Hälfte mit der humusaufbauenden Maßnahme (Maßnahmenfläche) bewirtschaftet wird. Die sonstige Bewirtschaftung (z.B. Hauptkultur, Bodenbearbeitung, Düngung) erfolgt identisch. Die Versuchsanlage dient Demonstrationszwecken und wird daher nicht mit Wiederholungen angelegt.

Schematische Darstellung der Versuchsflächen und Beprobungsquadraten  

Auf den Projektflächen erfolgte vor der Saison 2025 eine Textur- und Grundbodenuntersuchung. Innerhalb den räumlich eingemessenen Bodenbeprobungsquadraten wird jährlich der Humusgehalt gemessen. Zu Kulturbeginn und ‑ende wird der pflanzenverfügbare Stickstoff im Boden analysiert. Außerdem werden jährlich Ertragsdaten, Ernterückstände und Zwischenfrüchte bzw. Untersaaten quantifiziert und auf ihr C/N‑Verhältnis untersucht.

Ganzjährig befinden sich Wetterstationen und Bodensensoren auf den Flächen die Lufttemperatur und Niederschlag, sowie Bodenfeuchte und -temperatur messen.

Humusfördernde Maßnahmen

Maßnahme Umsetzung Humusaufbau
Zwischenfruchtanbau

Aussaat spezieller Pflanzenarten oder -mischungen im Zeitraum zwischen zwei Hauptkulturen

ggf. Weiternutzung als Insitu-Mulch
zusätzliche ober- und unterirdische Biomasse
Untersaaten

Aussaat spezieller Pflanzenarten oder -mischungen während der Wachstumsphase der Hauptkultur

ggf. Weiternutzung als Zwischenfrucht 

zusätzliche ober- und unterirdische Biomasse

Ausbringung von Transfermulch gezieltes Ausbringen pflanzlicher Materialien auf die Bodenoberfläche vor oder während der Hauptkultur

Erhöhung der Bodenbedeckung (Erosions- und Verdunstungsschutz)

Zufuhr zusätzlicher organischer Substanz

Weitere Maßnahmen zum Humusaufbau, die in anderen Modellregionen umgesetzt werden:

  • Zwischenreihenbegrünung in Dauerkulturen
  • Begrünung von permanenten Fahrspuren
  • Agroforst
  • Reduzierte Bodenbearbeitung

Kontakt

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 79 - Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau und Wissenstransfer

Nina Guder

Telefon: 035242 63179-63

E-Mail: Nina.Guder@lfulg.sachsen.de

Webseite: Öko-Kompetenzzentrum

Humusallianz

Logo Humusallianz

weitere Informationen

Förderung

Förderlogo BLEH und FRN

Schnelleinstieg der Portalthemen

    zurück zum Seitenanfang