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Fleischrind

Fleischrinder auf Weide © Doreen Nitsche

Als extensive Haltungsform hat die Mutterkuhhaltung im Freistaat Sachsen eine geringere Ausprägung als die Milchviehhaltung. Dabei leisten insgesamt ca. 41.300 Mutterkühe in ca. 4.000 Betrieben im Haupt- und Nebenerwerb einen wertvollen Beitrag zur Produktion von Rindfleisch und der Pflege der Kulturlandschaft sowie wertvoller Biotope.

Infos zum 29. Sächsischen Fleischrindtag am 26.09.2020

Der sächsische Fleischrindtag wird seit 1992 in Zusammenarbeit mit dem LKV und der MASTERRIND GmbH jährlich immer am letzten Samstag des Monates September mit wechselnden Standorten in Sachsen durchgeführt. Diese langjährige Tradition wird in diesem Jahr aufgrund der aktuellen Bedingungen ausgesetzt. Der für den 26.09.2020 in Löbau, Dürrhennersdorf, geplante 29. Sächsische Fleischrindtag wird auf den 25.09.2021 verlegt und die Themen zur Zucht und Haltung fokussieren.

Bleiben Sie schön gesund, damit Sie Ihre Rinder optimal betreuen können.

  • Im Freistaat Sachsen konzentriert sich die Mutterkuhhaltung in Folge der schwierigen Mechanisierbarkeit der Flächen auf die grünlandreichen Gebirgs- und Vorgebirgslagen sowie auf die Flussniederungen mit Überschwemmungs- und Naturschutz- bzw. Vogelschutzgebieten. Mehr als drei Viertel der sächsischen Mutterkuhhaltungen sind ausgesprochen klein und haben nur 1 – 9 Tiere. Trotzdem steht fast ein Viertel der Mutterkühe in diesen Kleinst-Haltungen. In den großen Herden (Beständen von 100 und mehr) steht ein weiteres Viertel der Mutterkühe. Diese Bestände sind aber nur in 60 Betrieben bzw. bei 2 % aller Mutterkuhhalter zu finden. Kleine Mutterkuhherden (bis < 20 Tiere) werden vornehmlich in Nebenerwerbsbetrieben, Herden bis < 100 Tiere vor allem in Haupterwerbsbetrieben (560 Betriebe) gehalten. Große Bestände mit mehr als 100 Mutterkühen sind in rund 60 Betrieben und zu drei Viertel in Betrieben juristischer Personen zu finden. In Freistaat Sachsen wurden im Jahr 2018 mit 6.521 Mutterkühen (ca. 15 % des Gesamtbestandes) ökologisch gehalten (Quelle: Agrarbericht 2018). Ob viel oder wenige Tiere, jeder Betrieb muss sein Produktionsverfahren entsprechend seinen naturräumlichen und betrieblichen Gegebenheiten einrichten und den Absatz entsprechend organisieren bzw. die für ihn passende Rasse zielführend aussuchen. Einschließlich der Wasserbüffel und Zwergzebus, werden in Sachsen 22 verschiedene Rassen im Herdbuch geführt. Den Spitzenplatz in der Anzahl der Zuchttiere nimmt mit 981 Herdbuchkühen die Rasse Limousin ein, dicht gefolgt von den Rassen Fleckvieh, Angus, Charolais und Hereford. Dabei wird auch ein Teil der sächsischen Mutterkühe als Kreuzungstiere gehalten, um den Heterosiseffekt zu nuten. Der jährlich am letzten Samstag im September (26.09.2020) stattfindende sächsische Fleischrindtag, welcher vom LfULG in Zusammenarbeit mit der Masterrind GmbH organisiert wird, vermittelt aktuelles Wissen aus Zucht, Haltung, Vermarktung, Förderung und Betriebswirtschaft. Neben diesem Fachtag finden jährlich verschiedene Fortbildungen statt, welche dem Veranstaltungskalender des LfULG zu entnehmen sind.

 »die Betriebsnachfolge und den Rindfleischabsatz in die richtige Bahn lenken….“

Um für den langen und gut zu planenden Weg der Hofübergabe gerüstet zu sein und den Betrieb weniger abhängig von den Weltmarktbedingungen zur gestalten, informierten sich im Rahmen des 28. Sächsischen Fleischrindtages am vergangenen Samstag mehr als fünf Duzend Fleischrinderhierhalter/innen, in der Schicketanz GBR im Rittergut Cannewitz zu diesen Themen.

Eine gelungene und für alle Seiten passende Lösung der Hofübergabe zu entwickeln, bedarf zu allererst der Beschreibung des zu beteiligenden Personenkreises. Dazu müssen  der Abgeber und dessen Ehepartner, der zukünftige Annehmer und dessen Familie, alle weichenden Erben und rechtlich Beteiligte zusammenarbeiten.   Anschließend sind die  wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Betriebes, die persönliche Eignung des potentiellen Übernehmers und der Bedarf für die Lebenshaltung aller Partner (Übernehmerfamilie: 35.000 €/Jahr und Übergeber (ca. 1200 €/Monat abzüglich Rentenansprüche) zu ermitteln. Die möglichen Wege und die Ausgestaltung der Hofübergabe (gleitend: Gesellschafterbeteiligung, Arbeitsvertrag, Verpachtung: Übergabe mit Hofübergabevertrag vor dem Todesfall durch BGB und Sondererbrecht geregelt)  im Rahmen des landwirtschaftlichen Sondererbrechtes sowie sie wesentlichen Inhalten des Hofübergabevertrages (grundsätzlich frei gestaltbar, aber Beteiligteangaben, Zeitpunkt, Altenteil (Bedarf genau ermitteln und verfügbare Einkünfte abziehbar), Beschreibung dessen was zu übergeben ist (Prämien, Gebäude, Inventar) und welches Vermögen nicht übergeben werden soll. zeigte Frau Antje Kauffold vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie im ersten Redebeitrag des Fachtages praxisgerecht auf.

Die Vielzahl der Gefahren in der Lebensmittelproduktion erläuterte Dr. Stefan Seibert vom Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt des Landkreises Leipzig in seiner spannenden und erfahrungsreichen Ausführung. Dazu gehören die Krankheitserreger selbst, die Verderbnis durch Keime und chemische Substanzen, die schädlichen Inhaltsstoffe die bei der Verarbeitung in die Lebensmittelkette (Reinigungsmittel) und Fremdkörper (Metallteile)gelangen können. Nachteilige Beeinflussungen des Lebensmittels können seitens des Rohstoffs, des Menschen und der Schädlinge resultieren. Die gewissenhafte Wareneingangskontrolle, die entsprechend temperierte und saubere Lagerung sind essentielle Kriterien die seitens des Rohstoffes ein „Muss“ in der Beachtung sein sollten. Seitens des Menschen als Einflussfaktor stehen die Personal-, Lebensmittel-, und Küchenhygienehygiene (Wunden(Hände; Krankheiten der AN) im Vordergrund. Eine stetige und fachkundig ausgeführte Schädlingsbekämpfung muss in jedem Lebensmittelbetrieb an der Tagesordnung sein, um Einflug von Insekten, die Vermehrung von Schadnagern und die damit verbundenen Krankheitsübertragung verhindert wird. Ohne diese Vorkehrungen wird es keine Produktion von Qualitätsrindfleisch im Betrieb geben und an die Sorgfaltspflicht der Fleischproduzenten  sei ermahnt.

Der Verbraucher muss in der Direktvermarktung direkt angesprochen werden.  Doch welche Zielgruppe kann ich ansprechen? Diese wird durch die Betriebsform, die Lage des Betriebes, die anzubietenden Produkte, die Vermarktungskosten, bestimmt. Aber was macht Das Produkt Rindfleisch so besonders? Wecken Sie die Wünsch des Verbrauchers, der sich nach Fleisch von Weidetieren bewusst umsieht, der ein schmackhaftes Produkt würdigt, Ihren persönlichen Kontakt sucht und Sie als direkter, verlässlicher Partner sucht.

Ist es die junge Familie mit Kindern, die ich als Zielgruppe ansprechen will? Dann erfülle ich die Bedürfnisse der jungen Familie mit Erlebnischarakter, entsprechend der Einkaufszeiten nach Schule/Kita und Hort in meinem Betrieb. Sind es dagegen die Senioren, die das stressfreie Einkaufen mit bequemen Parkmöglichkeiten und die Barrierefreiheit benötigen. Oder kann ich über Event-Marketing das kurze Zeitfenster nutzen, um mein Qualitätsprodukt entsprechend an den erlebnisorientierten Mann oder die Frau von Heute mit entsprechenden Serviceleistungen zu bringen.  Dabei kann auch der bereits gebratene Sonntagsbraten für die Hausfrau von heute, angesprochen durch Twitter, Facebook und Instagram sein. (Verkauf von „From Nose to Tail“ da 63 % der verkaufsvertigen Teile weniger beliebt sind, Crowdfunding oder Leasing von Kühen als Finanzgebungsmodelle)

Zielgruppen je nach Betriebsform und –ausstattung über welche Kanäle, begonnen von der Ladentheke bis hin zu Twitter & Co.,  angesprochen werden können, wurden im Redebeitrag von Frau Heike Delling vermittelt. Bestückt mit vielen Erfahrungen aus der Beratung im Rahmen ihrer Tätigkeit in ihrem  Unternehmen „GenerationenLandWirtschaft“ konnten die Zuhörer Umsetzungsideen für ihren eigenen Betrieb mitnehmen.         

Umsatz 10,91 Mrd. € in 2018 und ein Wachstum um 5,5 % von 2017 zu 2018, wobei Fleisch nur zu 17 % der Verkaufserlöse im Biolandbau gehört schilderte die derzeitige schwierige  Absatzsituation für Bio-Rindfleisch erläuterte Herr Andreas Roth von der denree GmbH, zu welcher das Hofgut Eichig im sächsischen Vogtland gehört.

Die Einrichtung einer Fachstelle Wolf im LfULG resultiert aus der am 15.05.2019 vom Landtag erlassenen „Verordnung über das Wolfsmanagement in Sachsen“. Seit 1.8.19 dem  Rissbegutachtung im LfULG unter Kostenlose Hotline 0800 555 0 666 zu erreichen. Nachdem die Schadensmeldung eingegangen ist, wird der Schaden durch einen Mitarbeiter des LfULG beurteilt, dokumentiert und auf Fördermöglichkeiten in der Prävention hingewiesen. Die Auszahlung der Schadensbeträge wird weiterhin durch Landesdirektion veranlasst. Darunter wird das gerissenen Nutztier zu 100 %, sowie die Kosten für den Tierarzt und Sucheinsätze entschädigt. unter  informierte Frau Vanessa Ludwig von der Fachstelle Wolf die Teilnehmer und gab Ihnen Hinweise für den Fall eines Übergriffes durch den Wolf in einer Mutterkuhherde.

Nach der  geschmackvollen Stärkung mit  Produkten der Rinder- und Schweinzucht aus eigener Produktion, ließen sich die Zuhörer von Bernd und Jörg Schicketanz in die Zeitreise der Entwicklung des Familienunternehmens „Schicketanz“ nehmen. In diesem steuern drei Generation Ihren wesentlichen Anteil an den Geschicken des Unternehmens bei. In eindrucksvoller Weise wuchs dieser Betrieb von 100 ha nach der Wende auf heute über 850 ha an. Dabei wird mit moderner Technik und personellem Know How die Landwirtschaft, die Rinder- und Schweinezucht, die Schlachterei, die  Vermarktung bis hin zum Catering vereint. Dadurch gelingt es, die Frische des Fleisch- und Wurstwarensortimentes auf dem Tisch des zufriedenen Kunden zu bringen und als verlässlicher Partner für die Region und ihren Menschen als tragende Säule zu stehen.

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 74: Tierhaltung

Doreen Nitsche

Telefon: 034222 46-2104

E-Mail: Doreen.Nitsche@smul.sachsen.de

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