Resistenzen gegenüber Pflanzenschutzmitteln

Laufzeit: 02/2011 – 04/2013

Projekttitel:

Untersuchungen zur Resistenz von wirtschaftlich bedeutsamen Schadorganisomen gegenüber Fungiziden, Insektiziden und Herbiziden in Sachsen

Projektlaufzeit:

02/2011 – 04/2013

Projektziele:

Mittels Untersuchungen zur Pflanzenschutzmittelresistenz in Sachsen sollte die aktuelle Situation in den verschiedenen Anbaugebieten in Sachsen für insektizide, fungizide und herbizide Wirkstoffe erfasst werden.

Daraus abgeleitet werden entsprechend angepasste bzw. neue Behandlungsstrategien zum Antiresistenzmanagement für die sächsischen Anbauregionen.

Ziel ist damit einerseits die Sicherung des Bekämpfungserfolges von Schadorganismen sowie die Wirtschaftlichkeit der Produktion und andererseits die Begrenzung des Behandlungsumfanges auf das unbedingt notwendige Maß. Das heißt einer Steigerung von chemischen Pflanzenschutzmaßnahmen, welche sich derzeit bereits auch aus Gründen zunehmender Pflanzenschutzmittelresistenz in Sachsen abzeichnen, soll entgegengewirkt werden.

Mit der Einstellung der aktuellen Ergebnisse zu den Resistenzen und zum Schaderregerauftreten auf den beprobten Flächen in ISIP erfolgt eine unmittelbare Information der landwirtschaftlichen und gärtnerischen Unternehmen.

Die Möglichkeit der direkten Umsetzung neuer Bekämpfungsstrategien in der Praxis wird somit unterstützt.

Projekergebnisse:

  • Resistenz des Rapsglanzkäfers gegenüber Pyrethroiden der Klasse II ist in ganz Sachsen nachweisbar, abnehmende Wirkung ist auch bei Pyrethroiden der Klasse I sichtbar. Dagegen waren Resistenzen des Rapsglanzkäfers gegenüber Neonicotinoiden und Oxadiazinen nicht nachweisbar.
  • Keine Resistenzen wurden bei Stängel- und Schotenschädlingen (z. B. gefleckter Kohltriebrüssler, Kohlschotenrüssler) im Winterraps gegenüber Pyrethroiden der Klasse II in Sachsen festgestellt.
  • Ein schrittweiser Wirkungsverlust von Azolwirkstoffen (Shifting) bei Septoria tritici war zu erkennen.
  • Ein hohes Resistenzniveau von DTR-Blattflecken gegenüber Strobilurinen konnte in beiden Untersuchungsjahren nachgewiesen werden. Strobilurinwirkstoffe können daher nicht für die Bekämpfung von DTR-Blattflecken empfohlen werden.
  • Keine Resistenzen waren bei den getesteten Mehltauspezialwirkstoffen Proquinacid, Metrafenone und Cyflufenamid nachweisbar.
  • Keine nachweisbaren Resistenzen gab es bei Carboxamidwirkstoffen in Getreide. Allerdings konnten Fälle von Anpassung des Erregers der Weißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum) im Winterraps an einen Carboxamidwirkstoff in beiden Untersuchungsjahren nachgewiesen werden.
  • Ein Großteil der untersuchten Ackerfuchsschwanzproben zeigte keine Resistenzen gegen die getesteten Herbizide. In zwei auffälligen Proben wurde eine metabolische Resistenz, aber keine Target-site-Resistenz nachgewiesen.
  • In einigen der untersuchten Windhalmproben konnten sowohl metabolische (Non-Target-site-Resistenz) als auch wirkortbedingte (Target-site-Resistenz) Resistenzen gegenüber Sulfonylharnstoffen und ACCase-Hemmern gefunden werden.

Ansprechpartnerin

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 73: Pflanzenschutz

Andela Thate

Telefon: (035242) 631-7300

Telefax: (035242) 631-7399

E-Mail: Andela.Thate@smul.sachsen.de

Webseite: http://www.smul.sachsen.de/lfulg

Abschlussbericht

Schriftenreihe 5/2014 »Resistenzen gegenüber Pflanzenschutzmitteln«
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