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Ergebnisse

Digitales Agrarbüro © LfULG
1.Treffen der IG Digitale Landwirtschaft sachsen in Nossen © LfULG

Erstes Treffen der Interessengemeinschaft Digitale Landwirtschaft Sachsen in Nossen am 15.10.2021

Thema: Digitale Geschäftsprozesse als Teil einer zukunftsfähigen Landwirtschaft

Programm und Vorträge

Abschlussbericht zur Machbarkeitsstudie

Betriebliches Datenmanagement © LfULG

Die Studie gibt Auskunft über den Umgang mit Medienbrüchen und die Darstellung von Kennzahlen zur Unternehmenssteuerung in der Landwirtschaft.

Datenvernetzung und Visualisierung sind die Voraussetzung zur Etablierung von »smart farming« in der Praxis. In der Landwirtschaft kann ein hybrides Datenmanagement zu der Vernetzung betrieblicher Software beitragen. Dies besteht aus Datenhubs, Datenroutern und bilateralen Schnittstellen.

Die Ergebnisse sind richtungsweisend für landwirtschaftliche Unternehmen, Softwareanbieter, Behörden und alle weiteren Teilnehmer im digitalen Ökosystem der Agrardomäne.

Anlagen und Informationsblätter im Rahmen der Machbarkeitsstudie.

Informationsveranstaltung zu betrieblichem Datenmanagement und FMIS (Farm Management Information System)

Der II. Workshop FMIS konnte leider nicht wie geplant als Präsenzveranstaltung durchgeführt werden. Die als Videokonferenz durchgeführte Veranstaltung stellt eine Aktivität innerhalb des Projekts »Test- und Demonstrationsfeld betriebliches Datenmanagement und FMIS« dar. Teilnehmende Akteure von Wirtschaft, Wissenschaft, Behörden und Landwirtschaft erhielten Informationen zu Lösungsvorschlägen in den FMIS Funktionsbereichen:

  • Warenmanagement
  • Digitales Agrarbüro
  • Maschinenmanagement

Weitere Informationen erhielten die Teilnehmer vom Fraunhofer IESE zum Thema »Datensouveränität«.

© LfULG

II. Workshop FMIS - Programm und Vorträge vom 28.10.2020

Untersuchungen in folgenden Agrarunternehmen:

  • Gutshof Raitzen
  • Hofgut Weißig
  • Agrarunternehmen Lommatzscher Pflege
  • Biohofgut Klappendorf (kam erst später dazu)

Gemeinsam mit den Betriebsleitern wurde ein Großteil der Datenströme erfasst, charakterisiert und analysiert (Abbildung 1). Durch die wirtschaftliche Ausrichtung der Projektbetriebe wurde der Bereich Pflanzenbau und Betriebsleitung intensiv betrachtet.

Abbildung 1: Erfassung der Datenströme Abbildung 1: Erfassung der Datenströme

Neben der allgemeinen Betriebsstruktur (Anbauspektrum etc.) wurden insbesondere folgende Aspekte erfasst:

  • Standorte des Unternehmens inkl. Aufschlüsselung der Funktionen
  • Benennung von Software und Akteuren
  • Dateneingänge, -ausgänge und interne Datenflüsse
  • Erfassungsarten (manuell, halbautomatisch, automatisch)
  • Sendungsarten (USB, WLAN, Mobilnetz, Papier etc.)
  • Speicherung (intern, extern)

Anschließend äußerten sich die Betriebsleiter zu angestrebten Verbesserungen. Als letzten Schritt legten die Betriebsleiter Prioritäten für ihren Betrieb fest. Ziel der Vorgehensweise war es, den Umgang mit Daten und Software im Unternehmen zu analysieren, Medienbrüche herauszuarbeiten und die aktuellen und möglichen zukünftigen Vorgehensweisen im Betrieb zu visualisieren.

Die Auswertung der Daten zeigte, dass ein Großteil der Datenströme im Betrieb selbst verlaufen (Tabelle 1).

Tabelle 1: Anzahl und Anteil der Datenflüsse in Abhängigkeit der Datenherkunft in den Projektbetrieben (n=3)
Datenfluss Anzahl Anteil Minimum Maximum
Ausgang 42 14 % 9 % 17 %
Eingang 67 22 % 15 % 32 %
intern 195 64 % 50 % 76 %
Gesamt 304 100 %    

Werden die Zahlen nach der Datenübertragung ausgewertet wird ersichtlich, dass etwa 40% aller Übertra­gungen auf Papier erfolgt (vgl. Tabelle 2). Hierbei handelt es sich etwa um Arbeitserledigungsnachweise, Arbeitszeitnachweise und Arbeitsaufträge. Bei den Medienbrüchen handelt es sich um die Datenübertragungen von Software zu Software, welche vornehmlich über den Ausdruck und die Neueingabe erfolgt.

Tabelle 2: Anzahl und Anteil der Arten der Datenübertragung in den Projektbetrieben (n=3)
Datenübertragung Anzahl Anteil
E-Mail 36 12,0 %
Internet 24 8,0 %
ISOBUS/ Schnittstelle 12 4,3 %
Mobilnetz 25 8,0 %
Papier 124 41,0 %
USB 24 8,0 %
verbal 59 19,0 %
Gesamt 304 100,0 %

Die Übertragung von Daten über Universal Serial Bus Datenträger (USB-Stick) ist noch immer eine gängige Übertragung digitaler Daten. Als Grund hierfür wird meist das schlecht verfügbare Mobilfunknetz benannt. Das nur 4,3 Prozent der Daten über Schnittstellen erfolgt, zeigt den Handlungsbedarf bei dem Thema.

In Zusammenarbeit mit der Universität Halle entstand in diesem Themenfeld eine Masterarbeit mit dem Titel »Marktübersicht und Nutzwertanalyse deutschsprachiger Farm Management Information Systeme (FMIS)«.

Das Ziel der Arbeit war, die für landwirtschaftliche Betriebe aktuell relevanten FMIS-Anwendungen zu identifizieren und in Form eines detaillierten Vergleiches zu beschreiben. Auf Basis der Arbeitsziele wurden eine Marktübersicht und eine Nutzwertanalyse erarbeitet, welche 15 verschiedene FMIS-Dienste analysiert.

Ausschnitt aus Übersicht der am Markt identifizierten FMIS-Anwendungen (Max Eckelmann)
FMIS-Anwendungen Softwareanbieter Dachorganisation Herkunftsland
365FarmNet 365FarmNet GmbH CLAAS KGaA mbH Deutschland
AGRARMONITOR betriko GmbH - Deutschland
agriPORT Agricon GmbH - Deutschland
farmpilot Arvato Systems GmbH Bertelsmann SE & Co. KGaA Deutschland
dsp-Agrosoft Dsp-Agrosoft GmbH - Deutschland

Marktübersicht: Mit einer Gesamtzahl von 11 Systemen stammte die Mehrheit der betrachteten FMIS-Anwendungen aus Deutschland. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass rund 40 Prozent der betrachteten FMIS-Anbieter größeren Dachorganisationen aus den Bereichen Landtechnik, Landhandel, Düngemittelerzeugung sowie Medien zuzuordnen sind.

Gegenwärtig setzen FMIS-Anbieter immer weniger auf rein native PC-Applikationen, sondern zunehmend mehr auf Mobil- sowie Web-Anwendungen. Auch unterstützen die gegenwärtig existierenden FMIS-Anwendungen neben landwirtschaftlichen Planungs-, Steuerungs-, Kontroll- sowie Dokumentationsaufgaben zunehmend auch komplexe Aufgabenbereiche, wie zum Beispiel die Qualitätssicherung und Rückverfolgbarkeit von Agrarprodukten. Zu den beliebtesten Preismodellen zählen das Modell »Jahresbetrag gemäß Betriebsgröße« sowie das Modell »variabler Betrag gemäß Modulauswahl«.

Um einen detaillierteren Einblick in die aktuelle Verbreitung von digitalen Technologien in sächsischen Landwirtschaftsbetrieben zu erhalten, wurde 2020 eine Online-Umfrage unter Landwirten/innen durchgeführt. Die Umfrage erfolgte durch die von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) implementierten Untersuchungsplattform - Monitoring-Systems zum Einsatz digitaler Technologien in der Landwirtschaft.

Die Umfrageergebnisse zeigen, dass ca. 90 Prozent der Betriebe mindestens eine der vorgegebenen 32 Technologien nutzt. EDV-Programme zur Düngebedarfsermittlung, digitale Ackerschlagkartei und automatische Lenksysteme werden von über der Hälfte der Befragten genutzt. Fast die Hälfte der Landwirte nutzen Apps zur Wettervorhersage und über ein Drittel nutzen Agrarsoftware in der Außenwirtschaft. Demgegenüber gab es in den Bereichen Feldrobotik, Bodensensoren, Nah-Infrarot (NIR)-Systeme zur Ausbringung von Gülle, Flottenmanagementsysteme und automatische Anbaugerätelenkung (z.B. bei Hackgeräten) fast keine Investitionen. Jedoch sind hier in einigen Bereichen in den kommenden Jahren Investitionen geplant. Weitere Investitionen in digitale Technologien sind im Ackerbau vor allem in den Bereichen Teilflächenspezifische/r Pflanzenschutz, Aussaat und Grunddüngung angedacht.

Im Tierbereich soll in den kommenden Jahren hauptsächlich in Stallkameras und automatische Melksysteme investiert werden.

Aus Sicht der Praxis wird die Marktdurchdringung vieler Technologien vor allem durch hohe Anschaffungs- und Betriebskosten und fehlende Computerkenntnisse gehemmt. Zudem stehen oftmals Bedenken hinsichtlich Datenschutz und Datenhoheit im Raum. Fördernd wirkt sich aus, wenn digitale Technologien zur Arbeitserleichterung auf dem Betrieb beitragen und dabei anwenderfreundlich und zuverlässig sind.

Der Umgang mit betrieblichen Daten beschäftigt die befragten Landwirte/innen. So sehen über drei Viertel der Umfrageteilnehmer/innen digital erfasste Daten auf dem lokalen Rechner am besten geschützt. Auch findet über die Hälfte der Umfrageteilnehmer/innen, dass die gültigen Richtlinien und Gesetze (z.B. Datenschutzgrundverordnung) hinsichtlich Datenschutz und Datenaustausch ausreichend bekannt sind. Dennoch gehen sie davon aus, dass sie diese nicht vor Missbrauch schützen werden. Die Befragten fühlen sich vor allem durch den Austausch mit anderen Landwirten, Arbeitskreisen, durch staatliche Einrichtungen (Behörden, LfULG, Fördergeber) sowie durch die eigene Internetrecherche vertrauensvoll informiert und beraten.

Grafische Darstellung von FMIS

I. Workshop FMIS - Vorträge vom 28.11.2019

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