19.05.2021

Untersuchung des Dropleg-Verfahrens mit Fokus auf Praxistauglichkeit und Risikominderung

Projektlaufzeit:

02/2019 – 12/2020

Projektziele:

  • Durch die umfangreiche Untersuchung des Dropleg-Verfahrens sollte ein aktiver Beitrag zur Erfüllung des Nationalen Aktionsplans Pflanzenschutz (NAP) geleistet und den Vereinbarungen im sächsischen Koalitionsvertrag (2019 – 2024) Rechnung getragen werden.
  • Im Fokus der Untersuchung stand hierbei die Beurteilung, welchen Beitrag das Verfahren zur Risikominderung bei der Durchführung von Pflanzenschutzmaßnahmen leisten kann.
  • Hierbei erfolgte eine Bewertung der Praxistauglichkeit als auch der Kontrolle ertragsrelevanter Schadorganismen im Winterraps (Weißstängeligkeit) und Winterweizen (Septoria-Blattflecken, Gelbrost).
  • Im Winterraps wurde weiterhin untersucht, wie sich unterschiedliche Ausbringungstechniken der Pflanzenschutzmittel (konventionell vs. Dropleg-Verfahren) auf die Wirkstoffkonzentrationen im Blüten- und Stängelbereich als auch in Honig- und Pollenproben auswirken.
  • Im Winterweizen wurden zusätzlich im Rahmen eines Tastversuchs Abdriftmessungen vorgenommen, um die unterschiedlichen Ausbringungstechniken auch vor diesem Hintergrund beurteilen zu können.

Projektergebnisse:

  • Die Ergebnisse des FuE-Projekts wurden zusammen mit den Ergebnissen aus einem dreijährigen Strategieversuch auf den Versuchsstationen des sächsischen Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie ausgewertet.
  • Risikominderung: das Dropleg-Verfahren wird vom Julius-Kühn-Institut (JKI) für den Einsatz im Winterraps mit den entsprechenden Düsen in der Abdriftminderungsklasse 90 % geführt, der ungewollte Austrag von Pflanzenschutzmitteln kann minimiert werden.
  • Risikominderung: die Wirkstoffkonzentration im Blütenbereich von Winterraps kann durch den Einsatz des Dropleg-Verfahrens signifikant verringert werden, dadurch werden Kontaktmöglichkeiten von Bestäubern und Blütenbesuchern mit den Wirkstoffen verringert.
  • Risikominderung: durch das Dropleg-Verfahren kann das Risiko hoher Wirkstoffkonzentrationen im Honig verringert werden. Die Rückstände in Pollen, welche direkt nach Applikation geerntet werden, sind unabhängig von der Ausbringungstechnik auf einem (zu) hohen Niveau.
  • Risikominderung: im Winterweizen konnte eine Abdriftminderung für bestimmte Wirkstoffe gemessen werden, im Vergleich zum konventionellen Verfahren.
  • Schadorganismen-Kontrolle: die Effektivität der Krankheitskontrolle von Weißstängeligkeit und Septoria-Blattflecken durch das Dropleg-Verfahren ist vergleichbar mit einer konventionellen Behandlung, damit stellt das Verfahren aus Sicht des Pflanzenschutzes nach derzeitigem Kenntnisstand keine Risikoerhöhung dar.
  • Praxistauglichkeit: die Investitionskosten sind sehr hoch, pro Meter Arbeitsbreite und liegen bei 200 €, bei manchen Feldspritzen muss ein Klappmechanismus nachgerüstet werden für 100-150 €/m Arbeitsbreite. Nicht alle Landmaschinenhersteller bieten einen Klappmechanismus an, dadurch ist kein Straßentransport möglich und auch kein Einsatz in der Praxis. Droplegs sind in Sachsen förderwürdig, allerdings mit einer Untergrenze der Investition i. H. v. 20.000 €, ausgenommen von der Förderung sind Dienstleister ohne landwirtschaftliche Fläche.
  • Praxistauglichkeit: im Feldbau gibt es neben dem Einsatz im Winterraps (Fungizidbehandlung) und im Mais (Herbizidbehandlung) kaum gesicherte Erkenntnisse zu weiteren Einsatzmöglichkeiten in anderen Feldkulturen. Vor dem Hintergrund der hohen Kosten sind die Anwendungsmöglichkeiten des Verfahrens damit aus Sicht der Praxis begrenzt und die positiven Effekte einer Einstufung in eine Abdriftminderungsklasse durch das JKI sind nur für den Einsatz im Winterraps gegeben.

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat Pflanzenschutz

Anke Hoppe

Telefon: (035242) 631-7320

E-Mail: Anke.Hoppe@smekul.sachsen.de

Webseite: https://www.lfulg.sachsen.de/

Andreas Dittrich

Telefon: 035242 631-7326

E-Mail: Andreas.Dittrich@smul.sachsen.de

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