Schaderregerauftreten in engen Getreidefruchtfolgen in Sachsen

Laufzeit: 07/2006 – 04/2011

Projekttitel:

Schaderregersituation in Intensivfruchtfolgen / Erfassung von Problemen und Entwicklungstendenzen im Schaderregerauftreten unter dem Aspekt zukünftig immer enger werdender Winterweizenfruchtfolgen in Intensivackerbauregionen Sachsens am Beispiel Lommatzscher Pflege sowie Ableitung von Optimierungsstrategien für den Pflanzenschutz und die Sortenempfehlung unter Einbeziehung weiterer produktionstechnischer Faktoren

Projektlaufzeit:

07/2006 – 04/2011

Projektziele:

Im intensiven Marktfruchtanbau ist in den vergangenen Jahren ein deutlicher Trend zur Fruchtartenkonzentration insbesondere auf Winterweizen und Winterraps mit sich daraus ergebenen phytosanitären Problemen zu beobachten. Anhand von Exaktversuchen im Rahmen einer engen Weizenfruchtfolge (Winterweizen – Winterweizen – Winterraps) im Vergleich zu einer Winterweizenmonokultur sollten folgende Fragestellungen untersucht werden:

  • Welche Schaderregerprobleme zeichnen sich langfristig in sehr engen Winterweizenfruchtfolgen ab?
  • Welche acker- und pflanzenbaulichen Maßnahmen sowie Anwendungen des chemischen Pflanzenschutzes müssen zukünftig unter diesen Anbaubedingungen und unter Berücksichtigung des integrierten Pflanzenschutzes, des Nationalen Aktionsplanes Pflanzenschutz von den Betrieben praktiziert werden? Wie ist der Behandlungsindex zu bewerten?
  • Welche Sorten sind unter diesen Bedingungen am effektivsten hinsichtlich Ertrag, Qualität und Widerstandsfähigkeit?
  • Wie ist die N-Düngung zu bemessen und welche N-Bilanzsalden ergeben sich?

Projektergebnisse:

  • In engen Getreidefruchtfolgen ist mit deutlich höherem Befallsdruck der Blattkrankheiten Septoria tritici, Braunrost und DTR-Blattflecken sowie Ährenfusariosen zu rechnen. Für Halmbasis- und Wurzelkrankheiten konnten während der Projektlaufzeit noch keine deutlichen Befallsdifferenzen zwischen den Vorfrüchten nachgewiesen werden.
  • Von einem pfluglos bestelltem Stoppelweizenanbau von mehr als 2 Jahren hintereinander wird dringend abgeraten. Der mehrjährige Anbau erbrachte deutliche Nachteile im Ertragsniveau und den Qualitätsparametern (z. B. bei den Mykotoxingehalten und bei der Stickstoffverwertung) im Vergleich zur Fruchtfolge Weizen-Weizen-Raps. Im Ertragsniveau schnitt der Weizenanbau nach Raps am besten ab.
  • Die Herbizidstrategien wiesen in der Monokultur Tendenzen zur Minderung der Leistungsfähigkeit von Sulfonylharnstoffen auf.
  • Die Fruchtfolgegestaltung ist der entscheidende Faktor mit dem größten Einfluss auf das Schaderregerauftreten, die Wirkung von Bekämpfungsmaßnahmen im Pflanzenschutz sowie das Ertragsniveau, die Qualität der Erzeugnisse und die Höhe des finanziellen Erlöses.
  • Höhere Pflanzenschutzintensitäten und N-Düngeraufwandmengen können den Mangel in der Fruchtfolgegestaltung nicht kompensieren, ebenso nicht die spezifische Sortenwahl und verschiedene Stickstoffdüngungsstrategien.
  • Engere Fruchtfolgen erhöhen das Produktionsrisiko für den Landwirt.

Ansprechpartnerin im LfULG

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 73: Pflanzenschutz

Andela Thate

Telefon: (035242) 631-7300

Telefax: (035242) 631-7399

E-Mail: Andela.Thate@smul.sachsen.de

Webseite: http://www.smul.sachsen.de/lfulg

Abschlusspräsentation

Abschlusspräsentation zum Projekt »Schaderregerauftreten in engen Getreidefruchtfolgen in Sachsen«

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