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Aktueller Rat zum Pflanzenschutz und Pflanzenbau

Der aktuelle Rat zum Pflanzenschutz und Pflanzenbau informiert Sie über erforderliche Arbeiten, Befallssituationen, Anwendungshinweise von Pflanzenschutzmitteln, Gestaltung von Fruchtfolgen und vieles mehr.

Der aktuelle Rat erscheint von Februar bis Oktober wöchentlich hier im Internetangebot.

15.06.2017

Pflanzenschutz

Die ersten weiblichen Maiszünsler-Falter wurden gefangen. Damit ist auch der Beginn der Eiablage möglich. Für Nordsachsen wird die erste Trichogramma-Ausbringung in den Maisbeständen (biologisches Verfahren durch den Einsatz der Erzwespe Trichogramma brassicae) für die 25. KW empfohlen. Eine vorherige Kontrolle zur Pflanzenentwicklung ist notwendig, da die Trichogramma-Erzwespe sich hauptsächlich durch Hüpfen und Springen von Blatt zu Blatt im Bestand fortbewegt. Die Maispflanzen sollten sich im Bestand berühren. Die zweite Trichogramma-Behandlung ist nach weiteren 10 – 14 Tage notwendig. Weitere Informationen sind unter www.isip.de, Rubrik – Entscheidungshilfen – Mais – Maiszünsler – Sachsen-Befallserhebungen zu finden.

In Zuckerrüben ist bei anhaltend wechselhafter Witterung intensiv auf Befall durch Pilzkrankheiten (Cercospora, Ramularia, Echter Mehltau und Rübenrost) zu achten. Dabei stellt die Cercospora-Blattfleckenkrankheit (Cercospora beticola) die bedeutendste Krankheit dar. Bei Starkregenereignissen und Hagel oder Graupel kann es wieder zu Blattverletzungen an den Rübenpflanzen und nachfolgend zur Ansiedlung mit bakteriellen Erreger kommen. Die Flecken sind oft schwer vom Anfangsbefall von Cercospora zu unterscheiden. Auf den Blättern entstehen unregelmäßig geformte Flecke mit einem dunklen Rand (ähnlich Cercospora oder Ramularia). Bei Vergrößerung mit der Lupe fehlen aber hier die schwarzen oder weißen Konidienträger. Da es sich um Infektionen mit einem Bakterium handelt, sind Fungizidbehandlungen fehl am Platz. Es gibt keine Bekämpfungsmöglichkeiten, bei Trockenheit kommt es zum Stillstand dieser Krankheit. Zur Ermittlung des Epidemiebeginns von Cercospora beticola und zur Unterstützung der Behandlungsentscheidung stehen die auf Wetterdaten basierenden Prognosemodelle CERCBET 1 und CERCBET 3 unter www.isip.de, Rubrik »Entscheidungshilfen« zur Verfügung.

Mit dem unbeständigen Wetter und örtlich schauerartigen Niederschlägen der letzten Tage besteht weiterhin ein hohes Risiko für Krautfäuleinfektionen in Kartoffeln. Das Krautfäule-Prognosemodell signalisierte ab der 25. KW für den überwiegenden Teil der Kartoffelbestände, den Spritzstart. Für eine schlagspezifische Prognose des Behandlungsbeginns empfehlen wir dringend das Prognosemodell SIMBLIGHT 1 unter www.isip.de, da dieses in Abhängigkeit von den örtlichen Niederschlagsereignissen und den weiteren Risikofaktoren wie Sortenanfälligkeit und Anbaudichte variieren kann. Falls noch nicht geschehen, sollte in den gefährdeten Regionen umgehend ein Spritzstart mit systemischen Fungiziden (Ridomil Gold MZ, Infinito, Epok, Proxanil und Fantic M WG) erfolgen. Wichtig sind weiterhin regelmäßige Kontrollen der Bestände, um eventuell auftretenden Befall frühzeitig zu erkennen.

Dr. Michael Kraatz

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Bild: Pflanzenschutz

Weitere Informationen

  • Warndienst
    Ausführliche Informationen zur Schaderregersituation und zu gezielten Kontroll- und Bekämpfungsmaßnahmen.