Klimabedingte Anbaustrategien – Beregnung

Laufzeit: 01/2009 – 01/2013

Projekttitel:

Untersuchungen zu pflanzenbaulichen Anpassungsstrategien und deren Wirtschaftlichkeit an den klimabedingten Trockenstress unter Nutzung wassersparender Verfahren der Bewässerung und Beregnung

Projektlaufzeit:

01/2009 – 01/2013

Projektziele:

Die Wasserverfügbarkeit sichert die Entwicklung der Pflanzenbestände, Erträge und Erntegutqualitäten. Mit Hilfe von modernen Beregnungsverfahren soll sichergestellt werden, dass Pflanzenbestände unter den sich vollziehenden Klimaänderungen (niederschlagsarme Witterungsperioden in entscheidenden Pflanzenentwicklungsabschnitten) sicher zur Ernte geführt werden können. Dabei steht aber auch die Wirtschaftlichkeit der Beregnungsverfahren im Vordergrund.

Zielstellungen des Vorhabens waren:

  • Ergebnisse zu effizienten Wassergaben in Abhängigkeit von der Bewässerungssteuerung in Landwirtschaftsbetrieben (Ressourcenschonung),
  • die technische und technologische Bewertung verdunstungsarmer Beregnungsverfahren (in der landwirtschaftlichen Praxis),
  • die betriebswirtschaftliche Bewertung der Beregnung und deren Optimierung sowie
  • Empfehlungen zur optimalen Bestandsführung in Verbindung mit der Beregnung.

Wichtige Inhaltspunkte der Bearbeitung dieses Projektes sind außerdem die Prüfung von Wasserdargebot und -bedarf sowie von bestehenden und genutzten Wasserrechten.

Projektergebnisse:

  • Sachsen hat trotz großer Betroffenheit vom Klimawandel nur 0,4 % bewässerte Fläche an der Landesfläche. In Niedersachsen liegt dieser Anteil z. B. bei 8,5 %. Am meisten werden in Sachsen Gemüse, Erdbeeren und Kartoffeln bewässert. Vorwiegend wird dafür Grundwasser genutzt. Der überwiegende Teil bewässernder Betriebe befindet sich erwartungsgemäß in Nord- und Ost-Sachsen. In einer Umfrage wurde ersichtlich, dass der Anteil in den Betrieben vorhandener Wasserrechte wesentlich größer ist, als der tatsächlich genutzte Anteil.
  • Die Vor- und Nachteile verschiedener Beregnungsverfahren sind im Bericht gegenübergestellt. Am verbreitetsten ist der Einsatz mobiler Schlauchtrommelberegnungsmaschinen in Verbindung mit Großregnern. Die Vorteile sind geringe Investitionen für Wasserleitungen und günstige Anschaffungskosten der Technik.
    Bei Schlauchtrommelmaschinen mit Düsenwagen wird eine niedrige Verdunstungsrate, eine gute Wasserverteilgenauigkeit und eine geringe Windabdrift erreicht.
    Kreisberegnungsmaschinen zeichnen sich durch gute Wasserverteilgenauigkeit sowie durch niedrige Verdunstungsraten und Windabdrift aus. Sie sind mit geringstem Arbeitsaufwand zu betreiben.
    Die Tropfbewässerung ist mit hohen Anschaffungskosten und hohem Arbeitsaufwand zum Auf- und Abbau verbunden. Von großem Vorteil sind hohe Verteilgenauigkeit, geringe Ausbringverluste und ein niedriger Energiebedarf. Eine automatische Steuerung der Bewässerung und eine mit dem Wasser gleichzeitig zu verabreichende Düngegabe sind möglich. Der Einsatz erfolgte in den meisten Betrieben hauptsächlich in Intensivkulturen wie Gemüse und Dauerkulturen.
  • Im Bereich des Einsatzes von modernster Beregnungstechnik ist Sachsen relativ schlecht ausgestattet. Die einst vorhandene Infrastruktur zur Bewässerung der Flächen (sehr gut ausgebaute Leitungs- und Speichersysteme) ist oft nicht mehr nutzbar.
  • Nur reichlich ¼ der Betriebe nutzen spezielle Software oder Beratungsempfehlungen für die Bewässerung. Mit allen untersuchten Beregnungssteuerungsmodellen ist der Effekt eines ressourcen- und umweltschonenden Wassereinsatzes und einer optimaleren Bestandsführung der Beregnungskultur erzielbar.
  • Die bewässerungswürdigste Fruchtart in der Landwirtschaft ist die Kartoffel. Bei der Kartoffel ist die Bewässerung auch bei schlechten Vermarktungspreisen wirtschaftlich. Unter bestimmten Voraussetzungen kann es aber auch wirtschaftlich sein, andere Kulturen wie Weizen, Sommergetreide und Zuckerrüben zu bewässern.

Ansprechpartnerin

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 72: Pflanzenbau

Dr. Kerstin Jäkel

Telefon: (035242) 631-7204

Telefax: (035242) 631-7299

E-Mail: kerstin.jaekel@smul.sachsen.de

Webseite: http://www.smul.sachsen.de/lfulg

Veröffentlichungen/Veranstaltungen

Abschlussbericht

»Bewässerung in Sachsen« Schriftenreihe, Heft 17/2014

Weitere Informationen

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