Bewirtschaftungs- und Stilllegungsmaßnahmen am Ackerrand

Laufzeit: 05/2011 – 04/2013

Projektlaufzeit:

05/2011 – 04/2013

Projektziele:

Die Untersuchungen sollen dazu dienen, den Einfluss der Ausgestaltung und Bewirtschaftung von Randstreifen von Ackerschlägen auf Nährstoffeinträge in Ökosysteme und Biozönosen näher zu bestimmen. Im Focus stehen praxisrelevante Maßnahmen, die geeignet sind, Vorgaben und Ziele, die im Rahmen von FFH- und WRRL-Planungen definiert wurden, mit hoher Effizienz und unter Berücksichtigung von Synergieeffekten zu erfüllen.

Im Zusammenhang mit der EU-WRRL gewinnt die Umsetzung von ergänzenden Maßnahmen zunehmend an Bedeutung. Eine der Maßnahmen, die auch Bestandteil von Agrarumweltmaßnahmen ist und als förderwürdig angesehen wird, ist die Einrichtung von Schutzstreifen vorzugsweise am Ackerrand. Im Focus stehen dabei Randstreifen entlang von Gewässern und anderen Naturschutzgütern, die dazu beitragen sollen den Nährstoffeintrag zu minimieren.

Projektergebnisse:

  • In einer Literaturstudie wurde das vorhandene Wissen über die Pufferwirkung von Randstreifen zusammengefasst.
  • Es wurde eine Kartieranleitung zur Erfassung und Bewertung von Randstreifen anhand von im LfULG vorhandenen Daten sowie einer Feldbegehung erstellt. Mit dieser wurde der Randsteifen des Oberflächenwasserkörpers (OWK) Mehltheuer Bach erfasst.
  • Zur Bewertung der landwirtschaftlichen Einflüsse auf Nachbarstrukturen (hier Gewässer) wurden Risikoindices für den Eintrag Phosphat (P-Index) und Stickstoff (N-Index) in OWK entwickelt.
    Für ihre Berechnung wurde die Bewertung von Quellfaktoren (u. a. Bodenbearbeitung, Nährstoffbilanz, Einarbeitung eines Wirtschaftsdüngers) und Transportfaktoren (u. a. Oberflächentransport, Gewässerschutzstreifen, Bodenerosion) des jeweils zu bewertenden Ackerschlages herangezogen.
  • N- und P-Index wurden an die regionalen Gegebenheiten in Sachsen angepasst und an zwei Einzugsgebieten, dem Bierlichtbach in der Großenhainer Pflege und der Leine-1 in der Düben-Dahlener Heide, getestet. In diesem Rahmen wurden beispielhaft Empfehlungen zum Schutz der OWK vor landwirtschaftlichen Stoffeinträgen entwickelt.
  • Basierend auf der Bewertung aller Ackerschläge in den Einzugsgebieten war es möglich, das Risiko für einen Stoffeintrag in die Gewässer abzuschätzen. Dieses lag für die überwiegende Mehrheit der Gewässerabschnitte auf mittlerem Niveau, wobei zum Teil ein geringes Risiko für den P-Eintrag ausgewiesen wurde.
  • Die erarbeitete Handlungsanleitung empfiehlt Maßnahmen, deren Umsetzung zu einer Reduzierung des Stoffaustrages auf die Stufe »geringes Risiko« führen kann. Dies konnte anhand von sechs Vergleichsbeispielen belegt werden. N- und P-Index werden dabei für eine Prognose herangezogen, um abzuschätzen, wie sich das Risiko eines Stoffaustrags verändert. Ein breites Spektrum von Maßnahmen, ermöglicht dem Bewirtschafter Handlungsspielraum.
  • Die entwickelten N- und P-Indices lassen sich flächenhaft in Sachsen anwenden und öffnen die Möglichkeit, Flächen zu identifizieren, von denen ein besonders hohes Risiko für einen Stoffaustrag ausgeht.

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Ref. 72: Pflanzenbau

Ulf Jäckel

Telefon: (035424) 631 7210

Telefax: (035424) 631 7299

E-Mail: ulf.jaeckel@smul.sachsen.de

Webseite: http://www.smul.sachsen.de/lfulg

Partner im Projekt

Abschlussbericht

Schriftenreihe Heft 09/2014, Risikoabschätzung für Stoffausträge aus Ackerflächen

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