02.08.2023

Feldtag Ökologischer Landbau

© Clara Göckeritz, LfULG

Rund 100 Teilnehmende kamen am 21. Juni 2023 in Nossen zusammen, um gespannt den aktuellen Themen des Ökolandbaus zu folgen und einen Einblick in die Öko-Landessortenversuche zu erhalten.

Neue Kulturen und Anbauverfahren für die Klimaanpassung im Ökologischen Landbau - das waren neben den Öko-Landessortenversuchen Leitthemen des Feldtags Ökologischer Landbau. Mit großer Beteiligung wurden die Themen von den 100 Teilnehmenden intensiv diskutiert.

Nach einleitenden Worten des neuen Abteilungsleiters Landwirtschaft des LfULG Klaus Wallrabe stellte Staatsminister Wolfram Günther zu Beginn der Veranstaltung die Herausforderungen aber auch die Chancen des Ökolandbaus in Bezug auf den Klimawandel in den Fokus. Im Anschluss ging es zum ersten Anbauversuch aus dem Projekt »VORAN«, welcher vom Kompetenzentrum Ökologischer Landbau (KPZ ÖL) betreut wird.

Der Versuch beschäftigt sich mit der Ausbringung und Integration von Transfermulch in einer Marktfruchtfruchtfolge. Die eindrücklichen Vorteile des Verfahrens hinsichtlich Düngung, Wasserinfiltration, Erosionsschutz und Temperaturführung konnte Stefanie Pencs, Verantwortliche für das Praxislabor Pflanzenvitalität im KPZ ÖL, eindrücklich an den Kulturen Winterweizen, Mais und Kartoffeln darstellen. Der Transfermulch wird von einer Rotklee-Geberfläche auf die Kulturen Mais und Kartoffel aufgetragen und schafft neben dem Düngereffekt auch eine Bodenbedeckung, die die Bodenoberfläche vor Sonne und auch Starkniederschlägen schützt.

Dr. Jette Sieber stellte den 15-N Isotopenversuch vor. Dieser Versuch untersucht die Stickstoffflüsse aus dem Transfermulch mittels Einsatz von mit Isotop Stickstoff angereichertem Transfermulch. Dadurch kann untersucht werden wie viel und in welchem Zeitraum die Pflanzen den Stickstoff aus dem Transfermulch aufnehmen. Die ersten Ergebnisse des Versuches schließen auf eine zu berücksichtigende Stickstoffaufnahme der Pflanze durch den Transfermulch.

Anschließend ging es zu den Öko-Landessortenversuchen, die für die Löss-Standorte in Nossen angesiedelt sind. Die Kulturen Weizen, Roggen, Dinkel, Sommergerste und die Körnerleguminosen stellten die Sortenprüfer vor.

Den Abschluss der sehr interessanten Veranstaltung machte das Thema Klimaanpassung und Alternativkulturen für die Landwirtschaft der Zukunft. Der »Neue-Kulturen-Versuch« beschäftigt sich mit der Eingliederung und Fruchtfolgewirkung von Kulturen, die eine bessere Trockenheitstoleranz besitzen. In einer vierfeldrigen Getreidefruchtfolge werden im Fruchtfolgeglied der Sommerung die Kulturen Kichererbse, Hirse, Buchweizen, Linse, Quinoa und Amaranth angebaut. Diese Kulturen versprechen mit trockenen Witterungen besser zurecht zu kommen als die üblichen Sommergetreide wie Sommergerste und Hafer, der als Kontrollvariante mit angebaut wird. Ob diese Kulturen wassersparender sind oder eine deutlich bessere Wasseraneignung aus dem Boden besitzen und daraus resultierende Fruchtfolgeauswirkungen entstehen, ist eine Fragestellung. Ziel ist es aber auch, Erfahrung in den Kulturen zu sammeln und das Vermarktungspotenzial zu prüfen. Durch die derzeitige Nischenrolle dieser Kulturen ist der Absatz oft nur über die Direktvermarktung gegeben.

Spannende Diskussionen zum Anbau, den Problemen und erste Erkenntnisse aus den Versuchen haben den Feldtag abgerundet. Dank den Mitarbeitenden der Versuchsstation, die sich mit viel Liebe um die Versuche gekümmert und den Feldtag mitgestaltet haben, war dieser eine gelungene Sache.

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