Pflanzenbauliches und wirtschaftliches Potenzial der legumen Stickstoffbindung

Laufzeit: 04/2009 – 02/2011

Projekttitel:
Untersuchung zum pflanzenbaulichen und wirtschaftlichen Potenzial der legumen Stickstoffbindung unter Berücksichtigung der Marktentwicklung, der N-Düngerpreise, der Verfügbarkeit von PSM, der Energie- und Treibhausgas-Bilanz

Projektlaufzeit:

04/2009 – 02/2011

Projektziel:

Neubeurteilung und Ergänzung des Anbaupotentials von Leguminosen zur biologisch-regenerativen Stickstoffbereitstellung in der Landwirtschaft in Sachsen unter dem Aspekt stark steigender Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse und Produktionsmittel. Ergänzt wird damit der Forschungsbericht aus dem Jahr 2007 »Biologisch-regenerative Stickstoffversorgung im Ackerbau« (Schriftenreihe des LfULG, Heft 31), der dazu die Energie- und Klimagasbilanzen in Sachsen im Zusammenhang mit dem Leguminosenanbau beschreibt.

Projektergebnisse:

  • In Modellrechnungen blieb ein landwirtschaftliches Anbauprogramm mit den Schwerpunkten Winterweizen, Winterraps und Körnermais über einen weiten Variationsbereich des Mineralstickstoffpreises betriebswirtschaftlich vorzüglich, dabei wurden Erzeugerpreise wie etwa im Jahr 2009 unterstellt. D. h., die genannten Kulturen wurden zunächst nicht von Leguminosen verdrängt, obwohl sie keine Stickstoffdüngung benötigen.
  • Erst mit einem nachhaltigen Anstieg des Stickstoffpreises auf über 2 Euro je kg N wird der Anbau von Leguminosen mit dem Zweck der Stickstofffixierung vorzüglich.
  • Erst unter der besonderen Bedingung eines überproportional stark ansteigenden Ackerbohnenpreises gegenüber anderen landwirtschaftlichen Kulturen, wie im Jahr 2007, erreicht der Anbau dieser Leguminosen jedoch schon ab Stickstoffpreisen von 0,66 Euro je kg N eine wirtschaftliche Perspektive.
  • Silomais beginnt erst bei 2,30 Euro je kg N seine Vorrangstellung im Feldfutteranbau zu verlieren.
  • Stickstoff wirtschaftlich durch Zwischenfrüchte symbiotisch zu erzeugen, gelingt im konventionellen Landbau nur unter extrem günstigen Bedingungen.
  • Im Ökologischen Landbau ist der Anbau von Ackerbohnen zur Stickstofffixierung als Haupt- oder Zwischenfrucht wirtschaftlich interessant.
  • Steigende Energie- und Stickstoffpreise sind aus betriebswirtschaftlicher Sicht keine treibenden Faktoren für Umstellungen auf Ökologischen Landbau, so dass auch über diesen Entwicklungsweg kein zusätzliches Anwachsen der Leguminosenanbauflächen zu erwarten ist.
  • Insgesamt lassen die zukünftigen Preisgefüge von landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Produktionsmitteln wenig Impulse auf eine Anbauausdehnung von Leguminosen in Sachsen erwarten. Entsprechend gering fällt dieser Faktor als potenzieller Beitrag der Landwirtschaft zur Dämpfung des Klimawandels ins Gewicht (siehe dazu »Biologisch-regenerative Stickstoffversorgung im Ackerbau«, Schriftenreihe des LfULG, Heft 31/2007).

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 72: Pflanzenbau

Ulf Jäckel

Telefon: 035242 631-7210

Telefax: 035242 631-7299

E-Mail: Ulf.Jaeckel@smul.sachsen.de

Webseite: http://www.smul.sachsen.de/lfulg

Partner im Projekt

Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden
Herr Dr. Ronald Gocht

Veranstaltungen/Veröffentlichungen

Abschlussbericht

Schriftenreihe Heft 20/2011 »Potenziale der Leguminosen«

Verwandte Themen im LfULG

zurück zum Seitenanfang