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Kurzumtriebsplantagen (KUP) im Flächen- und Streifenanbau

Projektlaufzeit:

01/2013 – 04/2016

Projektziele:

  • Erfassung der Wirkungen des Anbaus schnellwachsender Baumarten im Kurzumtrieb (KUP) auf die Biodiversität im Vergleich von Flächen- und Streifenanbau
  • Untersuchung der Auswirkungen auf:
    • biotische Faktoren, wie Flora, Vegetation und faunistische Indikatorartengruppen (Laufkäfer, Spinnen, Vögel und Tagfalter)
    • abiotische Faktoren, wie Feuchte und Temperatur sowie
    • wirtschaftliche Gesichtspunkte, wie Bonituren des Zuwachses der Baumarten und Probeernten der umgebenden Ackerfrüchte
  • Erarbeitung von Empfehlungen für die Anlage von KUP-Pflanzungen und für den Umgang mit KUP hinsichtlich naturschutzfachlicher Belange

Projektergebnisse:

  • Gegenüber einer KUP-Fläche sollten prinzipiell lang gezogene Feldstreifen bevorzugt werden. In der Kombination mit einem extensiv genutzten Grünstreifen und einem eingesäten Blühstreifen werden zusätzlich günstige Effekte für die Fauna, z. B. für Tagfalter erreicht. Die Einbringung einer standortgerechten Blühmischung ist sehr empfehlenswert. Dadurch wird das Nahrungsangebot für Insekten verbessert, der Unkrautwuchs gesteuert und die Akzeptanz in der Öffentlichkeit aufgrund der optischen Wirkung erhöht.
  • Naturschutzfachlich bedeutend sind die Landschaftselemente an bzw. in den KUP, die streng genommen nicht zur eigentlichen Plantage gehören. Sie bieten Nahrung für die Fauna, die in reinen KUP-Anlagen nicht vorhanden sind.
  • Aus faunistischer Sicht ist eine zeitlich und räumlich gestaffelte Bewirtschaftung von KUP-Flächen zu empfehlen, so dass auf den Flächen immer ein Teil der Vegetation im niedrigwüchsigen Zustand vorhanden ist. Die Anlagen bieten in diesem frühen Stadium beispielsweise Potenzial für Finkenvögel zur Nahrungssuche sowie Brut- und Deckungsmöglichkeit für Bodenbrüter wie die Feldlerche oder – im besten Falle – das Rebhuhn.
  • Die Ergebnisse der Probeernten in Fremdiswalde zeigten keinen klaren Einfluss des Feldstreifens auf das Ernteergebnis der angrenzenden Feldfrucht. Direkt am Streifen waren jedoch deutliche Ertragseinbußen zu verzeichnen. Hier empfiehlt es sich, den Saum am Feldstreifen großzügiger zu bemessen.
  • Feldstreifen sind wesentlich artenreicher bei der Bodenvegetation als KUP-Flächen, da hier Saumeffekte eine große Rolle spielen und die Schattenwirkung, besonders der Pappeln, im Vergleich zu den KUP, durch den Lichteinfall von den Rändern relativiert wird. Für das Pflanzenwachstum in den KUP spielt die Standzeit nach der letzten Ernte ebenfalls eine wesentliche Rolle. Je länger die Stöcke nach einer Holzernte bzw. der Pflanzung stehen, desto stärker fällt die Beschattung des Bodens ins Gewicht und desto artenärmer ist die Bodenvegetation.
  • Für einige durchaus wertgebende Vogelarten wie z. B. die Gartengrasmücke ist eine gewisse Mindestgröße und Mindestbreite von KUP-Flächen/-Streifen notwendig, weil Vögel und andere geschützte Tierarten größere Raumansprüche besitzen. Eine ideale Größe dafür scheinen nach ersten Untersuchungsergebnissen ca. 4 ha zu sein. Für die Vögel erhöhte sich der avifaunistische Wert der Landschaft durch Feldstreifen, weil die damit erhöhte Strukturvielfalt in der ansonsten intensiv genutzten Agrarlandschaft Ansiedlungen weiterer Brutpaare und Rastvögel ermöglichte. Die hier untersuchten Feldstreifen weisen dennoch relativ arten- und individuenarme Brutvogelgemeinschaften auf. Das Vorkommen wertgebender Vogelarten beschränkte sich auf die Randbereiche der Feldstreifen und KUP-Flächen und ist auf anschließende bzw. umgebende Brachen bzw. RuderalsteIlen oder andere bewährte Habitatelemente des Naturschutzes zurückzuführen.
  • Bezogen auf die Laufkäferfauna sind Feldstreifen und die kleinen KUP Anlagen zu kleinflächig ausgeprägt, zu jung und zu isoliert, um einen messbaren, signifikanten, positiven Effekt auf die an Wald gebundene Laufkäferfauna zu haben bzw. als Ausbreitungselement und Entwicklungshabitat zu fungieren.
  • Es wurde nachgewiesen, dass Feldstreifen oder KUP-Flächen nur dann für Tagfalterarten ein günstiges Potenzial aufweisen, wenn sie einerseits genügend Licht durchflutet sind und andererseits damit ein besonderes Blütenpotenzial aufweisen. Dies ist vor allem dann gegeben, wenn diese Flächen in Form von Feldstreifen einen direkten Kontakt zu artenreichen oder größeren natürlichen Lebensräumen aufweisen. Die ökotonen Bereiche mit Blütenreichtum sind dann bevorzugte Tagfalterlebensräume.
  • Eine Auswertung der Daten und ein Vergleich zwischen den einzelnen Standorten zeigte, dass nur eine komplexe Bewertung aller Messgrößen zu einem aussagekräftigen Ergebnis führt.
  • KUP-Flächen und Feld-Streifen weisen weitere positive ökologische Effekte, wie Schutz gegen Wind- und Wassererosion auf, die bei einer Gesamtbeurteilung von KUP unbedingt eine Rolle spielen sollten.
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