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Untersuchung von Umweltaspekten beim Anbau nachwachsender Rohstoffe

Untersuchung von Umweltaspekten beim Anbau nachwachsender Rohstoffe

Umweltgerechter Anbau / Nachhaltigkeit

Um den Anbau nachwachsender Rohstoffe zur energetischen Verwertung an den Belangen des Natur- und Umweltschutzes bestmöglich ausrichten zu können, hat das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) das Verbundvorhaben „Untersuchung der Umweltaspekte der für Sachsen relevanten Produktlinien für die energetische Nutzung nachwachsender Rohstoffe“ initiiert. Ziel des Verbundvorhabens war es, die Chancen und Risiken des Anbaus von Energiepflanzen in Sachsen zu erfassen und zu bewerten. Dabei wurde sowohl den möglichen spezifischen Auswirkungen von Energiepflanzen – beispielsweise durch den Anbau „neuer“ Arten – als auch den Auswirkungen in Folge des Anbauflächenumfangs nachgegangen. Als Schwerpunkt der Untersuchungen wurde der Anbau von Biomasse-Dauerkulturen wie Holz aus Kurzumtriebsplantagen, Miscanthus gewählt.

Projektlaufzeit: 10/2006 – 04/2011

Projektziele:

  • Ausrichtung des Anbaus nachwachsender Rohstoffe/Biomasse (insbesondere Holz aus Kurzumtriebsplantagen oder Miscanthus) an den Belangen des Natur-, Boden- und Gewässerschutzes und an den Belangen des Klimaschutzes bzw. von Treibhausgasemissionen
  • Erfassung und Bewertung der Chancen und Risiken des Anbaus von Energiepflanzen
  • Ableitung von »ökologischen Leitplanken« und Darstellung von Anbauempfehlungen

Aufbau und Struktur des Verbundvorhabens:

Das Vorhaben wurde wegen seiner fachlichen Bandbreite und zur Sicherstellung einer fundierten Bearbeitung in mehrere aufeinander aufbauende Teilprojekte aufgegliedert.

Projektergebnisse:

Im Rahmen des Verbundvorhabens wurde ein fachübergreifender Betrachtungsansatz gewählt, mit dem herausgearbeitet werden konnte, dass vom Anbau mehrjähriger Energiepflanzen - bei Beachtung der ermittelten Anforderungen des Natur- und Umweltschutzes und den daraus abgeleiteten Anbauempfehlungen - überwiegend positive Wirkungen ausgehen.
Folgende grundlegende Kernergebnisse lassen sich festhalten:

Natur- und Bodenschutz

Mit Hilfe bestimmter natur- und bodenschutzfachlicher Kriterien (z. B. Schutzgebiete, Biotope, Gewässerrandstreifen, seltene und gefährdete Arten, aber auch Wasser- und Winderosionsgefährdung) wurden in einer GIS-gestützten landesweiten Betrachtung Flächen differenziert abgegrenzt, auf denen der Anbau von Biomasse-Dauerkulturen zu natur- und bodenschutzfachlichen Synergien bzw. zu Konflikten führen kann oder neutral zu bewerten ist (keine Synergien, kein Risiko).

Wasserhaushalt und Gewässerschutz

Die mit dem webbasierten Modell STOFFBILANZ durchgeführten Untersuchungen haben mit fokussierter Betrachtung einer möglichen Erweiterung des Anbaus von mehrjährigen Energiepflanzen ergeben, dass

  • dieser in der Regel deutlich geringere diffuse Stoffeinträge in Gewässer bewirkt, als dies bei einjährigen Ackerkulturen (z.B. Mais, Raps) der Fall ist und damit insbesondere aus Sicht einer nachhaltigen Verringerung von Stoffeinträgen in die Gewässer positiv zu bewerten ist,
  • das verfügbare Wasserdargebot bei einem hohem Anbauumfang von KUP oder anderer Dauerkulturen in einigen Regionen Sachsens, vor allem im niederschlagsarmen Tiefland, zwar lokal oder regional begrenzt reduziert werden kann, jedoch landesweit bedeutsame nachteilige Veränderungen des Wasserhaushalts nicht zu erwarten sind.

Klimaschutz / Treibhausgasemissionen

Im Ergebnis der mit dem Modell DNDC (DNDC = »DeNitrification-DeComposition« zur Modellierung der N- und C-Kreisläufe) abgeschätzten sachsenweiten Simulationsrechnungen konnte festgestellt werden: Je geringer die fruchtartenspezifischen N2O-Emissionen sind, umso günstiger sind deren Treibhausgasvermeidungspotenziale. Dieser umweltrelevante Vorteil kommt insbesondere beim Anbau von Dauerkulturen mit geringem N-Bedarf zum Tragen.

Anbauempfehlungen

Ausgehend von den oben beschriebenen eher grundlegenden umweltfachlichen Ergebnissen wurden im Weiteren Anbauempfehlungen zu KUP und anderen Dauerkulturen im Sinne von »ökologischen Leitplanken« entwickelt. Sie beziehen sich beispielsweise auf die Größe und Gestaltung einer KUP bei der Anlage, aber auch auf Pflanzenschutz- oder Düngungsaspekte. Ebenso werden verschiedene KUP-Anbaustrategien vorgestellt und diskutiert.

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