Feldtag »HumusFürGemüse« – Untersaaten und Transfermulch zum Humusaufbau einsetzen

© LfULG

Am 30.06. fand der erste Feldtag im Rahmen des Projektes »HumusFürGemüse« in der Region Ost auf dem Enderhof statt. Der Gäa-Betrieb, der seit 2020 von Fenja und Marcus Ender bewirtschaftet wird, setzt seit 2025 Maßnahmen zum Humusaufbau auf einer Projektfläche um. Im Rahmen von »HumusFürGemüse« begleiten wir die Maßnahmen und werten diese aus. Insgesamt sind acht Betriebe aus Sachsen Teil des Projekts, das in vier weiteren Modellregionen bis 2030 läuft.

Erfahrungsaustausch nach einem Jahr »HumusFürGemüse«

Nach der Projektvorstellung erklärte die Regionalbetreuerin Nina Guder den etwa 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern wie der Enderhof humusaufbauende Maßnahmen umsetzt. Auf einem von drei Vergleichsbeeten wird jedes Jahr eine Untersaat in die bereits gepflanzte Hauptkultur eingesät und mit dem letzten Hackgang eingearbeitet. Auf einem weiteren Beet wird nach dem letzten Hackgang Transfermulch ausgebracht, der von einer Nachbarfläche gewonnen wird. Das dritte Beet dient als Referenzfläche und wird nach den betriebsüblichen Verfahren bewirtschaftet.

Die Erfahrungen aus dem ersten Anbaujahr 2025 mit Sellerie als Hauptkultur fielen unterschiedlich aus. Der Inkarnatklee als Untersaat sorgte für eine gute Bodenbedeckung und unterdrückte Unkraut wirksam. Der Transfermulch war zum Schnittzeitpunkt bereits in der Samenreife, wodurch der Unkrautdruck im Vergleich zur Referenzfläche zunahm. Während die Erträge der Untersaatvariante leicht über denen der betriebsüblichen Bewirtschaftung lagen, fielen die Erträge auf der Transfermulchfläche etwas geringer aus.

Ein weiterer Projektbetrieb berichtete dagegen von sehr positiven Erfahrungen mit Transfermulch. Dort profitierte die Hauptkultur von der Düngewirkung des stickstoffreichen Kleegrases, was zu deutlichen Mehrerträgen führte. Die Anwendung von Untersaatmischungen in Kopfkohl in zwei anderen Projektbetrieben zeigte keine Auswirkungen auf Ertrag und Qualität der Hauptkultur.

Ärmel hochgekrempelt: Gefügeansprache und Aggregatstabilität im Feld bewerten

Damit die Praktikerinnen und Praktiker die Auswirkungen verschiedener Bewirtschaftungsmaßnahmen künftig selbst beurteilen können, demonstrierte Jan-Hendrick Cropp anhand eines Praxisbeispiels, wie sich der Bodenzustand mit einfachen Methoden möglichst objektiv bewerten lässt.

Die Untersuchung zeigte, dass der Boden, der seit drei Wochen mit Transfermulch bedeckt war, bereits ein feinkrümeligeres Gefüge und eine höhere Aggregatstabilität aufwies als die unbedeckte Referenzfläche. Dieser Effekt beschränkte sich jedoch auf die obersten Zentimeter der Oberkrume. Das sei typisch für Transfermulch, erläuterte Cropp, da Bodenlebewesen vor allem in unmittelbarer Nähe des Mulchmaterials von dessen Nährstoffangebot profitieren.

Von Handarbeit bis Feldgemüse: wie Transfermulch und Untersaaten angewendet werden können

Anschließend zeigte Cropp die vielfältigen Möglichkeiten Transfermulch und Untersaaten in den eigenen Betrieb zu integrieren. Neben der Wahl des Mulchmaterials kommt es sehr auf die vorhandene Technik an. So lässt sich Transfermulch im kleineren Maßstab von Hand ausbringen. Bei größeren Flächen und mehr Erfahrung empfiehlt sich Technik wie ein Ladewagen oder Miststreuer. Marcus Ender hat auch positive Erfahrungen mit einem Strohhäcksler mit seitlichem Auswurf gemacht, mit dem man die Pflanzen weniger verschüttet. Für eine ausreichende Unkrautunterdrückung sollte die Mulchdicke bei 8-10 cm liegen. Bei wärmebedürftigen Kulturen muss der Boden sich zunächst ausreichend erwärmt haben, da der Mulch isolierend wirkt.

Untersaaten lassen sich im Gemüsebestand nicht immer mit vorhandener Drilltechnik ausbringen. Auf kleineren Flächen ist daher die Ausbringung mit einer Kleegeige üblich. Großflächiger lässt sich das Saatgut mit einem Schleuderstreuer ausbringen mit anschließendem Hackdurchgang, um genügend Bodenkontakt herzustellen. Die Wahl der Untersaat muss ja nach Hauptkultur und Fruchtfolgegestaltung angepasst werden. Empfehlenswert sind besonders niedrigwüchsige Sorten, um möglichst wenig Konkurrenz zur Hauptkultur zu schaffen.

Abschließend stellte Marcus Ender bei einer Hofführung seinen Betrieb vor. Von großem Interesse für die Teilnehmenden der Veranstaltung waren dabei die Nutzung von Transfermulch im Gewächshaus, Bewässerungsmöglichkeiten, die Ausbringungstechnik für den Mulch sowie der Geohobel als eine Methode der Bodenbearbeitung.

Kontakt

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 79 - Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau und Wissenstransfer

Nina Guder

Telefon: 035242 63179-63

E-Mail: Nina.Guder@lfulg.sachsen.de

Webseite: Projektseite »HumusfürGemüse«

zurück zum Seitenanfang