16.04.2026

Erosionsschutz im Kartoffelanbau

Autorin: Katharina Schmidt, AgUmenda GmbH

Der Kartoffelanbau weist aufgrund der Dammkultur ein erhöhtes Erosionsrisiko auf. Das ist vor allem bei Starkregen der Fall. In den Dammtälern kann Niederschlagswasser ungehindert abfließen und dabei Bodenpartikel mitreißen. Besonders gefährdet sind geneigte Flächen mit großen Hanglängen. Neben dem Verlust des fruchtbaren Bodens besteht das Risiko, dass Sediment, Nährstoffe und Pflanzenschutzmittel in angrenzende Gewässer gelangen. Um dies zu verhindern, hat die Auswahl der Anbauflächen einen großen Einfluss. Wo es betrieblich möglich ist, sollten bevorzugt ebenere Schläge für den Kartoffelanbau genutzt werden. In stärker reliefierten Regionen ist dies häufig nur eingeschränkt machbar. In solchen Fällen kann eine Schlagteilung sinnvoll sein: Besonders steile oder erosionsgefährdete Bereiche werden mit weniger anfälligen Kulturen wie beispielsweise Getreide bestellt.

Darüber hinaus bieten produktionstechnische Anpassungen wirksame Ansatzpunkte. Eine bewährte Maßnahme ist die Querdammhäufelung. Dabei werden in den Furchen zwischen den Kartoffeldämmen kleine Querdämme angelegt. Diese stauen das Regenwasser auf und verhindern einen schnellen Abfluss. Als Folge erhöht sich die Wasserrückhaltefähigkeit auf der Fläche und der Bodenabtrag in den Dammtälern wird reduziert. Technisch ist die Anlage der Querdämme direkt während der Kartoffelpflanzung möglich.
Wiederholte Niederschläge können die Querdämme destabilisieren und mit der Zeit deren Erosionsschutzwirkung verringern. Um die Querdämme zu verfestigen, sind Untersaaten eine Option. Werden geeignete Arten zeitgleich mit der Kartoffelpflanzung ausgesät und später im Rahmen der Bestandsführung abgestoppt, verbleibt die abgestorbene Pflanzenmasse auf den Querdämmen. Diese »Mulchauflage« (mit Wurzeln) stabilisiert die Querdämme und schützt die Bodenoberfläche weiterhin.

Begrünte Staumauern im Miniaturformat - Erfahrungen aus der Praxis

Dämme mit grünen Kartoffelpflanzen. Dazwischen ein Querdamm mit abgestorbener Untersaat. Hinter dem Querdamm staut sich Regenwasser.
Querdamm mit Untersaat  © AgUmenda GmbH

In einer Praxisdemonstration im vergangenen Jahr wurde bestätigt, dass Querdämme mit Untersaaten ein hohes Potential zur Erosionsminderung im Kartoffelanbau aufweisen. Alle Details zur Praxisdemonstration können ab Freitag, 17.04.2026 hier abgerufen werden.

Finanzielle Unterstützung für Querdammhäufler - Förderaufruf 01/2026 gestartet

Querdammhäufler mit Kartoffellegemaschine
TerraProtect  © GRiMME

Investitionen in technische Lösungen zur Querdammhäufelung werden vom Freistaat Sachsen finanziell unterstützt. Anträge können bis zum 31.08.2026 gestellt werden.

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