19.02.2026

Agroforst als Werkzeug für klimaeffiziente Landwirtschaft (Carbon Farming)

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© H. Burghardt (LfULG)

Mit einer neuen delegierten Verordnung zur klimaeffizienten Landwirtschaft will die EU-Kommission Carbon Farming europaweit einheitlich zertifizierbar machen. Ziel ist es, Klimaschutzmaßnahmen für Betriebe wirtschaftlich attraktiver zu gestalten. Die laufende Konsultation könnte entscheidend dafür sein, wie stark Agroforst künftig gefördert wird.

Mehr Agroforst durch geplante Verordnung?

»Die Europäische Kommission hat am 22.01.2026 eine öffentliche Konsultation gestartet, um Meinungen zu vorgeschlagenen Zertifizierungsmethoden für Tätigkeiten der klimaeffizienten Landwirtschaft (Carbon Farming) einzuholen. Die klimaeffiziente Landwirtschaft umfasst Verfahren, die dazu beitragen, mehr Kohlenstoff in Wäldern und Böden zu speichern. Sie soll Landwirten und Waldbesitzern ein zusätzliches Einkommen bieten können. Die EU-Kommission hat dazu den Entwurf einer delegierten Verordnung erarbeitet. Frist für die Einreichung von Stellungnahmen ist 19.02.2026.

Zu den Verfahren der kohlenstoffspeichernden Landwirtschaft gehören:

  • Wiederherstellung von Torfmooren durch Wiedervernässung
  • Anpflanzung von Bäumen
  • Agrarforst- und Bodenbewirtschaftung bei mineralischen Ackerböden, einschließlich besserer Umgang mit Düngemitteln.

2024 führte die EU ihren ersten EU-weiten freiwilligen Rahmen für die Zertifizierung von CO2-Entnahmen, Tätigkeiten der klimaeffizienten Landwirtschaft und der CO2-Speicherung in Produkten ein. Ziel ist es, europaweit die gleichen Standards anzuwenden und die Klimaschutzbemühungen klarer, transparenter und leichter zu überprüfen.« (Marek Schaller, Sächsische Staatskanzlei, Vertretung des Freistaates Sachsen bei der Europäischen Union, Brüssel, 26.01.2026)

Agroforst und Klimabilanzierung

Ein wichtiger Baustein klimaeffizienter Landwirtschaft ist die Klimabilanzierung. Sie ist bei der Finanzierung in der Landwirtschaft angekommen, hier am Beispiel der Landwirtschaftlichen Rentenbank:

  • Zinsbonus 0,25 % für Klimabilanz
  • Zuschuss für Klimabilanzierung, aktuell kein Aufruf 

Ein wichtiger Meilenstein ist die angemessene Berücksichtigung von Agroforstsystemen in der mit Klimabilanzierung im Zusammenhang stehenden Berichterstattung zur Nachhaltigkeit (VSME): https://www.sparkasse.de/aktuelles/freiwillige-nachhaltigkeitsberichte.html.

Für die noch freiwillige Berichterstattung wird erwartet, dass diese zeitnah verpflichtend wird: »Die aktuelle Version des VSME wird, laut erster Informationen, vermutlich im Jahr 2026 als delegierter Rechtsakt erscheinen und somit sofort gültig sein.« (https://www.deutscher-nachhaltigkeitskodex.de/de/berichtspflichten/voluntary-sustainability-standard-for-smes-vsme/) – eine Chance für mehr Agroforst?

Forschung und Entwicklung zu Agroforst in Sachsen

Eine wichtige Rolle spielt in dem Zusammenhang die Verfügbarkeit belastbarer Daten, beispielsweise zur Kohlenstoffbindung durch Agroforstsysteme. Diese werden auch auf sächsischen Betrieben erhoben: unter dem Dach des im Aufbau befindlichen bundesweiten Modell- und Demonstrationsnetzwerks MODEMA (MODEMA | DEFAF e.V.) in MODEMA-Schwestervorhaben wie AGROfloW (MODEMA | DEFAF e.V.) oder dem Forschungs- und Entwicklungsvorhaben Agroforst des LfULG (Pflanzaktion auf dem Monoacker - Landwirtschaft - sachsen.de, Begleituntersuchungen in Agroforstanlage - Landwirtschaft - sachsen.de).

Kontakt

Christoph Müller bei der Moderation
© LfULG

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau: Praxislabor Klima

Christoph Müller

Telefon: 035242 63179-55

E-Mail: Christoph.Mueller@lfulg.sachsen.de

Webseite: Öko-Kompetenzzentrum

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