N-Stabilisierung in der Düngepraxis – Projekt StaPrax-Regio

Laufzeit: 01/2021 – 12/2025

Ziele des Projektes:

Im Verbundprojekt StaPrax-Regio sollten die Vorteilseffekte stabilisierter mineralischer Düngung für deutsche Ackerbauregionen und speziell für Sachsen erschlossen werden. Dazu sollten standortangepasste Düngungsstrategien identifiziert, durch Berücksichtigung von Standortspezifika, aktueller Witterung und Witterungsprognose über innovative Beratungstools (webBESyD) zeitnah in die Düngepraxis überführt und die Ergebnisse über Wissenstransfer veröffentlicht werden.

Ergebnisse:

In Zusammenarbeit der Projektpartner wurden die Zielstellungen des Vorhabens erreicht und folgende Ergebnisse erzielt:

  • Stabilisierte mineralische N-Dünger können einen Beitrag zur besseren Anpassung an sich ändernde Witterungsbedingungen leisten und arbeitswirtschaftliche Vorteile bieten (Einsparung Überfahrt).
  • Aus den Exaktversuchen mit differenzierter stabilisierter N-Düngung (Menge, Zeitpunkte, Gabenzusammenfassungen, Düngemittel) zu Winterweizen, Wintergerste und Winterroggen auf sächsischen Standorten konnten Einsatzempfehlungen für stabilisierte mineralische N-Düngemittel abgeleitet werden.
  • Bei Winterweizen hat die Einsatzstrategie der stabilisierten N-Dünger erheblichen Einfluss auf die N-Effizienz. Mit den Varianten stabilisierter Harnstoff-Düngung wurden in Nossen (Löss-Standort im Landkreis Meißen) gute bis sehr gute Ertragsergebnisse erzielt. Im Mittel liefert eine hohe Gabe mit doppelt stabilisiertem Harnstoff (enthält Ureaseinhibitor UI und Nitrifikationsinhibitor NI) vor Vegetationsbeginn mit später zweiter Gabe mit einfach stabilisiertem Harnstoff (enthält Ureaseinhibitor UI) als beste stabilisierte Variante das beste Ertragsergebnis (nicht statistisch absicherbar) mit allerdings geringerem Proteingehalt.
  • Bei Wintergerste sind im Mittel der Jahre in Christgrün (Verwitterungs-Standort im Vogtlandkreis) nur geringe Unterschiede zwischen den geprüften N-Düngemitteln und Gabenaufteilungen zu verzeichnen. Die einmal-Gabe der gesamten N-Menge zu Vegetationsbeginn mit doppelt stabilisiertem Harnstoff (UI + NI) erzielt in allen Jahren sehr gute Ergebnisse. Eine erste Gabe vor Vegetationsbeginn sollte an diesem Standort mit einer zweiten N-Gabe kombiniert werden.
  • Beim Winterroggen erzielte Harnstoff mit Ureaseinhibitor in Baruth (diluvialer Standort im Landkreis Bautzen) im Mittel die höchsten Erträge (nicht statistisch gesichert). Düngung mit Kalkammonsalpeter fällt demgegenüber in allen Jahren ab. Doppelt stabilisierter Harnstoff (UI + NI) erreicht hier in allen Jahren tendenziell höhere Erträge. Dabei wirkt sich die zeitige Düngung vor Vegetationsbeginn, kombiniert mit einer zweiten Gabe in allen Jahren positiv aus, davon ausgenommen ist die zeitige Einmalgabe.
  • Basierend auf den Ergebnissen der bundesweiten Exaktversuche wurden im Gesamtvorhaben Algorithmen für den Baustein stabilisierte N-Düngung für die Kulturen C-Weizen, B-Weizen, A-Weizen, E-Weizen, Winterroggen/Wintergerste und Winterraps entwickelt.
  • Durch die Berücksichtig zusätzlicher Faktoren (u.a. aktuelle Feldkapazität, DWD-Witterungsprognose für 14 Tage) wird eine schlagbezogene Kultur-, Boden- und Witterungsabhängige Empfehlung (Zeitpunkte, N-Menge, einzusetzenden Dünger) angeboten.
  • Die Berechnungen wurden in den Baustein stabilisierte N-Düngung in webBESyD integriert. Dieser steht allen Nutzern zur Verfügung
    (https://www.landwirtschaft.sachsen.de/webbesyd.html).
  • Die Thematik, die Parzellenversuche und die Ergebnisse des Projektes wurden auf den jährlich auf allen Versuchsfeldern stattfindenden Feldtagen des LfULG, in Vorträgen und bei den Anwendungsschulungen zum Programm webBESyD vorgestellt.

Kontakt

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 72: Pflanzenbau

Dr. Michael Grunert

Telefon: +49 35242 631-7201

Telefax: +49 35242 631-7299

E-Mail: Michael.Grunert@lfulg.sachsen.de

Webseite: https://www.lfulg.sachsen.de

Partner im Projekt

  • SKW Stickstoffwerke Piesteritz GmbH (Projektleitung)
  • Deutscher Wetterdienst
  • Hochschule Harz
  • Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Finanzierung

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