Hauptinhalt

Düngemittelverordnung

Düngemittelverordnung

Änderung der Düngemittelverordnung

Am 5. Juni 2015 trat die »Erste Verordnung zur Änderung der Düngemittelverordnung vom 27. Mai 2015« in Kraft.
Neben redaktionellen Änderungen wurden u.a. folgende wesentlichen Veränderungen vorgenommen:

  • Einführung neuer Grenzwerte für Fremdstoffe (Siebdurchgang über 2 mm):
    • ein Grenzwert für nicht abgebaute Kunststoffe (Folien) von 0,1 % TM
    • ein Grenzwert für Altpapier, Karton, Glas, Metalle und plastisch nicht verformbare Kunststoffe (Hartplastik) von 0,4 % TM
  • Der Grenzwert für die Summe aus Dioxinen und dl-PCB beträgt 8 ng WHO-TEQ/kg TM bei Aufbringung auf Grünland.
  • P-Löslichkeit: Bei der düngemitterechtlichen Kennzeichnung ist die Angabe des Gesamtgehaltes an Phosphat künftig durch die Angabe des neutral-ammoncitratlöslichen Phosphates und des wasserlöslichen Phosphates zu ergänzen, wenn jeweils 1 % (in der Frischmasse) erreicht wird.
  • Der phosphathaltige Düngemitteltyp „Konverterkalk“ wird um die Möglichkeit der Zugabe von zulässigen phosphathaltigen Aschen erweitert.
  • Aschen aus der Verbrennung pflanzlicher Stoffe dürfen zur Herstellung eines Kalkdüngers nur noch dann eingesetzt werden, wenn die Siebanforderungen 90 % bei 6,3 mm und 70 % bei 3,15 mm eingehalten sind.
  • Für Holzkohle aus Ausgangsstoff nach Anlage 2 Tabelle 7.1.10 DüMV gilt zukünftig, dass die Holzkohle mindestens 80 % C in der Trockenmasse aufweisen muss.
  • Fischteichschlämme werden in die Liste der zulässigen Ausgangsstoffe nach Anlage 2 Tabelle 7.4.12 DüMV aufgenommen.
  • Bei der Verwendung von tierischen Nebenprodukten als Ausgangsstoff muss zukünftig der tatsächlich verwendete Ausgangsstoff der zutreffenden Kategorie nach EG (VO) Nr. 1069/2009 angegeben werden.

Infolge der weitreichenden Änderungen sieht der Gesetzgeber längere Übergangsvorschriften vor:

  • Synthetische Polymere, die nicht den Vorgaben nach Anlage 2 Tabelle 7 Zeile 7.4.7 als Ausgangsstoff oder Anlage 2 Tabelle 8 Zeile 8.13 oder 8.2.9 als Aufbereitungshilfsmittel oder Anwendungshilfsmittel entsprechen, dürfen noch bis zum 31. Dezember 2016 in den Verkehr gebracht werden.
  • Düngemittel nach Anlage 1 Abschnitt 1 Tabelle 1.2 Zeile 1.2.9 [Phosphatdünger aus (Bezeichnung nach Anlage 2, Tabelle 6.2)] müssen die in Anlage 2 Tabelle 5 Zeile 5.7 Spalte 3 festgelegten Anforderungen an die Phosphatlöslichkeit ab dem 1. Juni 2020 erfüllen.
  • Noch bis zum Ablauf des 31. Dezember 2016 dürfen Düngemittel, Bodenhilfsstoffe, Kultursubstrate und Pflanzenhilfsmittel in den Verkehr gebracht werden, wenn diese die Anforderungen an den Gehalt an Steinen und Fremdstoffen der DüMV in der bis zum 5. Juni 2015 geltenden Fassung entsprechen.
  • Düngemittel des Typs nach Anlage 1 Nr. 1.4.6 [Kalkdünger aus (Bezeichnung nach Anlage 2 Tabelle 6.4 Spalte 1], zu deren Herstellung Aschen aus der Verbrennung von pflanzlichen Stoffen verwendet werden, dürfen noch bis zum Ablauf des 31. Dezember 2016 in den Verkehr gebracht werden.

Seit dem 01.01.2015 gelten neben den abfallrechtlichen Vorgaben (BioAbfV/AbfKlärV) auch die Schadstoff-Anforderungen der Düngemittelverordnung uneingeschränkt für Erzeugnisse aus Bioabfällen und aus Klärschlämmen.

Im Rahmen der Düngemittelverkehrskontrolle erfolgt der Vollzug der Düngemittelverordnung. Die Zuständigkeit liegt bei den Ländern und wird im Freistaat Sachsen vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie wahrgenommen.

zurück zum Seitenanfang