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Wirtschaftlichkeit von Gartenbaubetrieben

Beschreibung des Indikators

Mit dem Indikator wird die Wirtschaftlichkeit der sächsischen Gartenbaubetriebe insgesamt mit der Wirtschaftlichkeit aller Landwirtschaftsbetriebe und der Wirtschaftlichkeit besonders erfolgreicher Gartenbaubetriebe verglichen. Die Gartenbaubetrieben sind eine Zusammenfassung von Vertretern aus unterschiedlichen Sparten (Zierpflanzen, Obstbau, Baumschule) und mit unterschiedlicher Struktur (Endverkaufs- oder Einzelhandelsgärtnerei, Freiland- und/oder Unterglas-Betrieb). Die dadurch entstehenden Unterschiede lassen sich in der hier gewählten Zusammenfassung nicht darstellen.

Grundlage ist das Ordentliche Ergebnis zuzüglich Personalaufwand, das den tatsächlichen Unternehmenserfolg ohne neutrale (zeitraumfremde und nicht unbedingt wiederkehrende) Aufwendungen und Erträge im abgelaufenen Wirtschaftsjahr zeigt. Um Betriebe mit verschiedener Größe vergleichen zu können, wird der Wert auf die betrieblichen Arbeitskräfte bezogen.

Die erforderlichen Daten werden aus den Buchführungsergebnissen der Landwirtschaft ermittelt. Dafür werden jährlich die Jahresabschlüsse von mehreren Hundert Betrieben in Sachsen ausgewertet. Im Unterschied zu Struktur- oder Umweltdaten werden die Ergebnisse pro Wirtschaftsjahr und nicht pro Jahr ermittelt.

In Sachsen gibt es das kostenfreie Angebot, Jahresabschlussdaten in ein Benchmarking-System einzuspeisen, um die Position des eigenen Betriebs im Vergleich zu anderen zu bestimmen. Gleichzeitig werden wirtschaftliche Stärken, aber auch Schwächen aufgezeigt.

Im Diagramm wird die Entwicklung des wirtschaftlichen Ergebnisses von Gartenbaubetrieben sowie aller Landwirtschaftsbetriebe dargestellt. Erfolgreiche Gartenbaubetriebe erreichten deutlich überdurchschnittliche Ergebnisse. © LfULG

Grafik: Wirtschaftlichkeit von Gartenbaubetrieben (Quelle: Buchführungsergebnisse von Test- und Auflagenbetrieben, eigene Zusammenstellung des LfULG)

Aussage des Indikators

Je höher das Ordentliche Ergebnis zzgl. Personalaufwand je Arbeitskraft ist, desto wirtschaftlicher ist das Unternehmen. Aus dem erwirtschafteten Betrag müssen die Produktionsfaktoren Arbeit, eigner Boden und Eigenkapital entlohnt werden. Bezüglich des Faktors Arbeit bedeutet das, dass das ausgewiesene Ergebnis ausreichen muss, um alle Arbeitskräfte, also auch bis dahin nicht entlohnte Unternehmer in einem Einzelunternehmen oder Geschäftsführer in einer juristischen Person, entlohnen zu können. Weiterhin sollte der eigene Boden in Form einer fiktiven Pacht entlohnt und das Eigenkapital verzinst werden.

Bewertung für Sachsen

Über alle Sparten zusammengefasst sind Gartenbaubetriebe wirtschaftlich schlechter gestellt als der Durchschnitt aller Landwirtschaftsbetriebe. Ursachen für das schlechte Abschneiden liegen z. B. in der Kleinteiligkeit im Zierpflanzenbau, verbunden mit einer zu geringen Arbeitsproduktivität. Im Obstbau ist eine ungünstige Wirkung aus Preisen, die sich am Weltmarkt orientieren, und einem hohen Importanteil zu beobachten.

Die Daten zeigen aber, dass die wirtschaftlich erfolgreichsten Betriebe durchaus das gleiche oder ein höheres Niveau erreichen wie der Durchschnitt aller Landwirtschaftsbetriebe.

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