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Direktsaat

Definition

Direktsaat ist definiert als eine Bestellung ohne jegliche Bodenbearbeitung seit der vorangegangenen Ernte. Zur Aussaat sind spezifische Direktsämaschinen erforderlich, die Säschlitze öffnen, in die das Saatgut abgelegt wird.
Übersicht und Einordnung von Bodenbearbeitungsverfahren

Abb.1: Übersicht und Einordnung von Bodenbearbeitungsverfahren (Quelle: KTBL, Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft 1998. Bodenbearbeitung und Bodenschutz - Schlußfolgerungen für die gute fachliche Praxis. Arbeitspapier 266.)

Bodenwirkungen

Die Direktsaat kann auch als besonders extensive Form der konservierenden Bodenbearbeitung aufgefassst werden, da der Boden hier ebenfalls nicht mehr gewendet wird. Im Unterschied zur konservierenden Bodenbearbeitung wird der Boden jedoch bis auf das Öffnen der Säschlitze zur Aussaat nicht mehr bearbeitet.

Aus diesem Grunde treten vergleichbare Veränderungen von Bodeneigenschaften auf, die alllerdings über das Ausmaß bei konservierender Bearbeitung hinausgehen können.

Tabelle 1: Bodenbedeckungsgrad, Humusgehalt, Agregatstabilität, Infiltrationsrate, Oberflächenabfluss und Bodenabtrag nach 8 Jahren unterschiedlicher Bodenbearbeitung (konventionelle und konservierende Bearbeitung sowie Direktsaat, Niederschlagsintensität: 0,7 mm min-1, Dauer 60 min)

Konventionell Konservierend mit Mulchsaat Direktsaat
Bedeckungsgrad [%] 1 30 70
Humusgehalt [%] 2,0 2,6 2,5
Aggregatstabilität [%] 30,1 43,1 48,7
Infiltrationsrate [%] 49,4 70,9 92,4
Abfluss [l/m2] 21,2 12,2 3,2
Bodenabtrag [g/m2] 317,6 137,5 33,7
Quelle: Schmidt, W., Zimmerling, B., Nitzsche, O., Krück, St. 2001. Conservation tillage - A new strategy in flood control. 287-293. In J. Marsalek et al. (Hrsg.) Advances in urban stormwater and agricultural runoff source controls. NATO Science series 74. Kluwer Academic Publishers, Dordrecht, Boston, London.

Anpassungsbedarf

Im Vergleich zur konservierenden Bodenbearbeitung ist bisher der Anwendungsumfang von Direktsaatverfahren in Sachsen nur gering. Grund hierfür sind häufig auftretende acker- und pflanzenbauliche Probleme (z. B. bei der Unkrautbekämpfung). Deshalb wird in der Regel die Direktsaat nur zu bestimmten Fruchtarten (z. B. Winterweizen nach Winterraps) durchgeführt.

Die acker- und pflanzenbaulichen Probleme sind jedoch grundsätzlich mit denen bei konservierender Bodenbearbeitung vergleichbar, obwohl diese Probleme bei der Direktsaat in verschärfter Form auftreten können. Deshalb ergibt sich auch ein ähnlicher Anpassungsbedarf. Im Gegensatz zur konservierenden Bodenbearbeitung muss bei der Direktsaat jedoch auf Bodenbearbeitungsmaßnahmen zur Anpassung verzichtet werden.

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Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 72: Pflanzenbau

Dr. Walter Schmidt