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Hygiene und Gesundheit Rind

© LfULG, Dr. Evelin Ullrich

Gesunde und leistungsfähige Tiere stellen die Grundvoraussetzung einer sicheren Lebensmittelproduktion dar. Hierfür sind prophylaktische Maßnahmen der integrierten Bestandsbetreuung beim Milchrind, wie die Optimierung der Haltungsbedingungen und der Hygiene, wesentliche Instrumente zur Erhaltung und Verbesserung der Tiergesundheit. Dazu wurden vom Referat Themen zur Bewertung der Haupteinflussfaktoren im Bereich der Haltung und des Managements auf die Entstehung von ausgewählten infektiösen Faktorenkrankheiten aber auch Untersuchung und Bewertung der Haupteinflussfaktoren auf die Entstehung von infektiösen Klauenerkrankungen des Dermatitis Digitalis – Komplexes durchgeführt. Aktuell laufende Projekte befassen sich mit der Erarbeitung der fachlichen Grundlagen zur Erfassung und Bewertung von Tierhygiene, Tiergerechtheit und Tiergesundheit für eine tierwohlorientierte Bestandsführung von Milchrindern.

Ansprechpartner neu

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 74: Tierhaltung

Dr. Evelin Ullrich

Telefon: 034222 46-2218

E-Mail: Evelin.Ullrich@smekul.sachsen.de

Dr. Ilka Steinhöfel

Telefon: 034222 46-2212

E-Mail: Ilka.Steinhoefel@smekul.sachsen.de

Tierhygiene

Hygieneanalyse in Rinderbeständen

Kiste mit Probenröhrchen © LfULG, Dr. Evelin Ullrich

Eine systematisch durchgeführte Hygieneanalyse ermöglicht die Verbesserung des Hygienestatus eines Betriebes über eine gezielte Beseitigung von Schwachstellen. In der Schriftenreihe, Heft 5/2016 von MÜLLER, et al., (2016) sind die Durchführung und die Ergebnisse der Untersuchungen des Projektes zur Bewertung von Hygiene, Tierwohl und Tiergesundheit für die Rinderhaltung dargestellt. Die vorliegenden Excel–Tabellen können zur Anwendung im Betrieb kostenfrei heruntergeladen werden. In Kürze erscheint auch ein ergänzendes Handbuch mit entsprechenden Abbildungen und Erklärungen für die Durchführung der Analyse.

Tiergesundheit

Infektiöse Faktorenkrankheiten

Ziel des Projektes war die Bewertung der Haupteinflussfaktoren im Bereich Haltung und Management auf die Entstehung von infektiösen Faktorenkrankheiten sowie die Ableitung von Handlungsempfehlungen zur Vermeidung dieses Erkrankungskomplexes. Die Empfehlungen zum Strukturierten vorgehen sollen die Erarbeitung einzelbetrieblicher Strategien zur Verbesserung der Tiergesundheit unterstützen. Dabei waren Erkrankungen wie die Mastitis der Milchrinder, die Pneumonie und die Enteritis der Kälber im Fokus der Betrachtung.

Infektiöse Klauenkrankheiten

drei Kühe auf Mistgang © LfULG

 

Die Ziele der zu vergebenden FuE-Leistung sind die Untersuchung und Bewertung der Haupteinflussfaktoren im Bereich Haltung und Management auf die Entstehung von infektiösen Klauenerkrankungen (Dermatitis- Digitales - Komplex) sowie die Ableitung von Handlungsempfehlungen zur Vermeidung und betriebsindividuellen Sanierung dieses Erkrankungskomplexes. Abschlussbericht Handlungsempfehlungen

Hygiene und Fütterungsmaßnahmen für gesunde Tränkkälber

Trinkkälber im Stall © LfULG, Dr. Ilka Steinhöfel

In den Jahren 2017 und 2018 wurde in 60 sächsischen Betrieben die Gesundheit der Kälber in den ersten vier Lebenswochen untersucht. Schwerpunkt der Untersuchung waren Durchfallerkrankungen, deren Erreger sowie die Haltungs- und Fütterungsbedingungen in den Betrieben. Die konsequente Umsetzung betriebsindividueller Maßnahmen zur Vermeidung früher Infektionen und eine frühzeitige und hochwertige Kolostralmilchgabe konnte im zweiten Teil der Untersuchung in einem Betrieb den Anteil hochgradiger Infektionen mit Bakterien und Viren deutlich reduzieren und Infektionen mit Cryptosporidium parvum vollständig vermeiden.
Die Studie richtet sich an Landwirte, Berater und Vertreter der Wissenschaft.

Abkalbung in Einzelboxen -Schriftenreihe, Heft 14/2016

Kuh und Kalb © Dr. Ilka Steinhöfel

In einer vergleichenden Studie sind Haltungssysteme mit Einzel- und/oder Gruppenabkalbeboxen betrachtet worden. Anhand von Verhaltensbeobachtungen, Cortisol- und Estradiolgehalten im Blut, bakteriologischen Befunden, Gesundheits-, Fruchtbarkeits- und Leistungsparametern wurde der Effekt der unterschiedlichen Haltung zur Kalbung bewertet. Das Einzelhaltungsverfahren stellte sich für Kuh und Kalb als unproblematisch dar. Der direkte Vergleich der Abkalbung in Gruppe oder einzeln in einer Herde zeigte keinen Unterschied in den bewerteten Parametern. Die beim Einzelhaltungsverfahren höhere Kontrolldichte führte zu einer deutlichen Reduzierung von erkrankungsbedingten Kuhabgängen in der Frühlaktation.

Bewertung von Hygiene, Tierwohl und Tiergesundheit - Schriftenreihe, Heft 5/2016

Milchkühe im Stall © Dr. Ilka Steinhöfel

Der Bericht informiert über ein Bewertungssystem für Hygiene und Tierwohl. Mit diesem System war es möglich, in milchrinderhaltenden Betrieben die Tierhygiene, das Tierwohl und die Tiergesundheit zu analysieren und zu bewerten, Schwachstellen bzw. Mängel zu identifizieren und diesbezügliche Managementempfehlungen zu geben, die entsprechend den betrieblichen Möglichkeiten umgesetzt wurden. Durch den Vergleich der Ergebnisse der Hygiene- und Tierwohlanalyse mit ausgewählten Tiergesundheits- und Leistungsparametern wurde dargestellt, wie sich eine hygienische und tiergerechte Haltung der Milchkühe auf deren Gesundheit und Leistungsfähigkeit auswirkt.

Kälberaufzucht effektiv organisieren

Kalb im Iglo © Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft

Untersuchungen zur Arbeitswirtschaft und zur ökonomischen Bewertung in der sächsischen Kälberaufzucht

Haptoglobinprobe

Verfahren zur teilautomatischen Analyse des immunologischen Parameters Haptoglobin (Hp) in der Milch entwickelt:
neu ist die Haptoglobin-Bestimmung der Rohmilch direkt im Kuhstall.

Logo DLG

Ob bei einer Kalbung unterstützend eingegriffen werden muss, entscheidet häufig schon die Art und Weise der Vorbereitung der Kühe. Wichtig ist, dass die Notwendigkeit eines Eingriffs rechtzeitig erkannt wird und die Hilfe fachgerecht erfolgt. Klare Handlungsroutinen unterstützen die Sicherheit um wirklich helfen zu können. Das DLG-Merkblatt soll dazu beitragen, Geburtshilfe zweckmäßig zu organisieren und Probleme zu erkennen.

Merkblatt DLG

Die Geburt eines Kalbes ist ein völlig natürlicher Vorgang. Die Bedingungen der Stallhaltung erfordern jedoch die strenge Kontrolle und das Eingreifen des Tierhalters zum Schutz der Gesundheit des Neugeborenen. Im DLG-Merkblatt Nr. 375 sind die wichtigsten Dinge zur Versorgung von vitalen und Problemkälbern, der Organisation der Erstkolostrumgabe bis hin zu Tipps für die Kennzeichnung und Dokumentation zusammengefasst und niedergeschrieben.

Viele junge Kälber erkranken in den ersten Lebenswochen an Durchfall. Die Ursachen dafür können vielfältig sein. Neben einer intensiven Ursachenanalyse ist es wichtig, die richtigen »Erste-Hilfe-Maßnahmen« zu treffen.
Als Download finden Sie eine Fachinfo und eine »Erste-Hilfe-Anleitung« als Poster.

Schmerzausschaltung beim thermischen Enthornen - Schriftenreihe, Heft 4/2019

In einer umfangreichen Untersuchung wurden verschiedene Methoden des Schmerzmanagements bei der thermischen Enthornung von Kälbern überprüft. Eine wirksame Schmerzausschaltung wurde mit der Anwendung von Lokalanästhetika erreicht. Das Sedativum stellte die Kälber ruhig und ermöglichte ein weitestgehend präzises Arbeiten. Die Anwendung von Lokalanästhetika darf ausschließlich durch einen Tierarzt erfolgen. Im Interesse des Tierschutzes und der Tiergesundheit sollten die Kälber aber nur mit einem vollständigen Schmerzmanagement enthornt werden. Alternativ wird empfohlen, die Milchkuhherden zukünftig stärker mit genetisch hornlosen Kälbern zu reproduzieren.

Maßnahmen der Schmerzlinderung bei der Enthornung

Kalb nach Sedation

Die Stallhaltung horntragender Rindern ist mit einem hohen Verletzungsrisiko sowohl für die Tierpfleger als auch für die Rinder selbst verbunden. Es ist möglich, über die gezielte Auswahl genetisch hornloser Tiere zur Zucht hornlose Rinder zu erzeugen. Andere mögliche Wege sind die Verödung der Hornanlage beim jungen Kalb bzw. die operative Entfernung der Hörner bei älteren Tieren. Für das Enthornen oder das Verhindern des Hornwachstums bei unter sechs Wochen alten Rindern ist laut Tierschutzgesetz keine Betäubung erforderlich aber es sind alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um die Schmerzen oder Leiden der Tiere zu vermindern. Das folgende Merkblatt beschreibt die vom Gesetzgeber geforderten Mindestforderungen und Empfehlungen für Maßnahmen der wirksamen Schmerzlinderung bei der Enthornung von unter sechs Wochen alten Kälbern.

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