Einsatz von Transfermulch in Beerenobstanlagen
Praxistipp...
- Transfermulch ist nach der Düngeverordnung als organischer Dünger mit wesentlichem N-Gehalt zu bewerten und 30% des Stickstoffs anzurechnen.
- Je enger das C/N-Verhältnis, desto schneller erfolgt die Zersetzung des Materials.
- Mulchmaterial mit weiterem C/N-Verhältnis deckt den Boden länger ab (z.B. Kleegras-Stroh-Gemenge).
Versuchsfrage
- Welchen Einfluss hat das Mulchmaterial im Vergleich zur Düngung mit Haarmehlpellets auf den Boden hinsichtlich des verfügbaren Stickstoffs für das Beerenobst?
- Welchen Einfluss hat das Mulchmaterial auf den Beikrautbesatz?
Hintergrund
Mit dem Einsatz von Mulchmaterial werden unterschiedliche Zielsetzungen verbunden: neben positiven Effekten auf die N-Versorgung auch Beikrautunterdrückung und Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit. Die Auswirkung auf die Kultur und den Boden ist dabei stark von dem eingesetzten Mulchmaterial und der eingesetzten Menge abhängig.
Im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP) »Zukunftsperspektiven im Anbau und der Vermarktung von regional erzeugtem ökologischem Beerenobst« wurden Tastversuche zur Silageabdeckung im Himbeeranbau durchgeführt (Öko-Obstbau 4/2023). Dem Ansatz der Abdeckung von Pflanzstreifen mit Kleegrassilage folgend werden seit 2023 Tastversuche auf dem Bio-Partnerbetrieb Obsthof Beerenbunt durchgeführt. Der Fokus der Tastversuche liegt in erster Linie auf der Eignung der Maßnahmen für eine Umsetzung im Betrieb. Die Eignung wird vom Betriebsleiter vor allem am Bodenbearbeitungsmanagement gemessen:
- In welchem Maße beeinflusst eine Mulchauflage die betriebsübliche Bearbeitung der Pflanzstreifen?
Bodenuntersuchungen sollen Antwort auf folgende Frage geben:
- Liefern die Untersuchungen von Stickstoffgehalten Anhaltspunkte für die Eignung von Abdeckmaterial als Düngemittel?
Versuchsaufbau
In der Plantage des Betriebs werden unterschiedliche Mulchmaterialien in unterschiedlicher Menge ausgebracht. In den Tastversuchsparzellen werden Bodenproben zur Untersuchung des N-Gehalts durchgeführt, parallel werden Parzellen zum Vergleich mit Haarmehlpellets gedüngt und diese ebenfalls auf ihren N-Gehalt untersucht.
Kontakt
Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau: Praxislabor Klima
Christoph Müller
Telefon: 035242 63179-55
E-Mail: Christoph.Mueller@lfulg.sachsen.de
Webseite: Öko-Kompetenzzentrum