Aktueller Futterrat vom 15.09.2008

Nach erstem Frost sofort ernten

Der Silomais in den sächsischen Gebirgslagen reift nur sehr langsam ab. Der tägliche Zuwachs an notwendiger Wärme nach den Wärmesummenmodell beträgt in den Vorgebirgslagen zurzeit noch 4 - 5 und in den Kammlagen des Erzgebirges nur noch knapp 3 Grad. Teilweise wird überhaupt kein Wärmezuwachs mehr gemessen. Um eine optimale Silomaisabreife zu realisieren fehlen dem frühen Silomais aktuell noch 3 Wochen im Erzgebirgsvorland, Vogtland und Elsterbergland. Auf dem Erzgebirgskamm erscheint mit Blick auf die aktuelle Wettervorhersage eine Abreife kaum noch realistisch zu sein. Mais ist bekanntermaßen extrem frostempfindlich. Bereits bei einem Grad unter dem Gefrierpunkt erfrieren die Pflanzen. Der Frost lässt die Pflanzenzellen platzen. Der Zellsaft gefriert. Die Pflanzenzellen sterben ab und geben beim Auftauen ihren Zellsaft der Veratmung bzw. Auswaschung preis. Typische äußere Zeichen für Frostschäden sind die Aufhellung der Maisblätter und ihr pergamentartiges Gefüge. Die Assimilation und die Umlagerung von Nährstoffen aus dem Stängel in den Kolben sind dann vollständig abgebrochen. Neben der Veratmung von Futterenergie muss mit einem verstärkten Befall der Silomaispflanze mit Bakterien, Hefen und Pilzen gerechnet werden. Um eine Sickersaftbildung zu vermeiden, sollte der Silomais bei der Ernte aber mindestens 25 % Trockenmasse aufweisen. Der tägliche Zuwachs an Trockenmasse beträgt in den genannten kritischen Regionen nur noch 0,2 bis 0,3 %-Punkte. Es ist dringend angeraten den Silomais an genannten Standorten aktuell zu beproben und über die Bestimmung des Gehaltes an Gesamtpflanzentrockenmasse den frühest möglichen Erntetermin zu ermitteln. Wenn der Silomais nach den ersten Frostschäden sofort geerntet wird, sind die Nährstoffverluste noch gering und die Konserviereignung gut. Die frostgeschädigten Blätter weisen einen höheren Gehalt an Gerüstsubstanzen auf und sind mechanisch schwerer zu zerkleinern. Um eine ordnungsgemäße Verdichtung zu sichern, muss exakt gehäckselt werden. Ein Zusatz von Silierhilfsmitteln ist bei sofort nach dem ersten Frost geerntetem Silomais nicht erforderlich. Mit fortschreitender Standzeit sinkt jedoch der Gehalt an vergärbarer Substanz stark ab. Der Futterwert dieser frostgeschädigten Silomaisbestände geht drastisch zurück. Es ist letztlich mit einer Maissilage zu rechnen, deren Futterwert ähnlich dem von Grassilagen ist. Bei einem geringen Trockenmassegehalt des Siliergutes und einer verstärkten Sickersaftbildung muss zudem mit hohen Verlusten an leichtlöslichen Nährstoffen gerechnet werden. Der Zusatz von wasseraufsaugenden Grundfuttermitteln, wie z.B. Stroh, kann zwar der Sickersaftbildung vorbeugen, jedoch ist die Verringerung der Energiedichte des Grundfutters damit weiter herabgesetzt.

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 74: Tierhaltung

Prof. Dr. Olaf Steinhöfel

Telefon: 034222 46-2200

Telefax: 034222 46-2099

E-Mail: olaf.steinhoefel@smul.sachsen.de

Webseite: http://www.smul.sachsen.de/lfulg

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 74: Tierhaltung

Frank Püschel

Telefon: 034222 46-2211

E-Mail: frank.pueschel@smul.sachsen.de

Webseite: http://www.smul.sachsen.de/lfulg

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