Aktueller Futterrat vom 13.09.2010

Kolbenreicher, aber ertragsschwächer

Es ist fast unvorstellbar, trotz des an Hitzerekorden so reichem Sommers 2010 hinkt die aktuelle Wärmesumme im Tiefland 300 und auf dem Erzgebirgskamm 160 Grad im Vergleich zum Vorjahr zurück. Dazu kommt, dass der aktuelle Wärmesummenzuwachs mit 6 bis 8 Grad im Tiefland bzw. 3 bis 5 Grad im Gebirge bescheiden ist. Die Ernte wird im mittelsächsischen Lösgebiete in 10 bis 14 Tagen beginnen. Dort zeigt sich der Mais auch sehr kolbenstark. Im Gegensatz zum Wuchshöhe, die in Abhängigkeit vom Standort stark schwankt, wird mit einem stärke- und energiereichen Silomais zu rechnen sein. Ob die Vorgebirgslagen und Kammlagen des Erzgebirges es bis zum optimalen Reifezeitpunkt schaffen bleibt fraglich. Die Prognosen für den Hauptfruchtmais werden auch 2010 in der Bauerzeitung und über www.landwirtschaft.sachsen.de/lfulg zur Verfügung stehen. Grundsätzlich ist in diesem Jahr zu berücksichtigen, dass die Bestände im Abreifeverhalten extrem unterschiedlich sind. Reifeprognosen sind deshalb nicht ganz unproblematisch. Die genauste Methode zur Reifebestimmung ist deshalb immer noch die einzelbetriebliche Bestimmung der Kolben- bzw. Korn-Trockenmassedichte. Zur Untersuchung sollten 10 bis 20 Kolben repräsentativ für den Gesamtbestand beprobt werden. Die Kolben werden aufgebrochen und Körner aus der Kolbenmitte entnommen oder es wird der gesamte Kolben gehäckselt und auf Trockenmasse untersucht. Der Trockenmassegehalt im Kolben sollte zur Ernte zwischen 60 und 65 % liegen. Der Trockenmassezuwachs liegt in den letzten 4 Wochen vor Erreichen des Optimums zwischen 7 bis 10 g je kg Frischmasse. Nach Untersuchungsbefunden von Maiskolben im Labor der LKS GmbH Lichtenwalde schwankt die aktuelle Kolbentrockenmasse zwischen 45 und 50 % im sächsischen Tiefland. Es fehlen hier somit 15 bis 20 %-Punkte, d.h. im Mittel 10 bis 20 Tage. Aufgrund der sehr unterschiedlichen Ertragsbildung, muss in diesem Jahr die optimale Schnitthöhe sensibel gesucht werden. Insbesondere in Regionen, die viel Maissilage in der Wiederkäuerration einsetzen, ist eher ein tiefer Schnitt geboten. Um das einzelbetriebliche Optimum der Schnitthöhe zu bestimmen, können vor der Ernte Einzelpflanzen in 10 cm Schnitthöhe geerntet werden, deren Futterwert laboranalytisch bestimmt und über Hochrechnungen mit folgender Gleichung das Optimum kalkuliert werden: Schnitthöhe in cm = (gewünschte MJ NEL / kg T – MJ NEL / kg T bei 10 cm Schnitthöhe + 0,2) / 0,023. Um die Ertragserwartungen zu prognostizieren kann folgende Formel genutzt werden: dt FM / ha = g Einzelpflanze bei 10 cm  *  Pflanzen / m²  *  0,1  *  (1-0,01 * Schnitthöhe in cm).
Dr. Olaf Steinhöfel, LfULG; Köllitsch

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 74: Tierhaltung

Prof. Dr. Olaf Steinhöfel

Telefon: 034222 46-2200

Telefax: 034222 46-2099

E-Mail: olaf.steinhoefel@smul.sachsen.de

Webseite: http://www.smul.sachsen.de/lfulg

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 74: Tierhaltung

Frank Püschel

Telefon: 034222 46-2211

E-Mail: frank.pueschel@smul.sachsen.de

Webseite: http://www.smul.sachsen.de/lfulg

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