Aktueller Futterrat vom 11.09.2009

Gebirgsmais reift nur langsam

Im sächsischen Tiefland ist die Silomaisernte abgeschlossen. Die Körnermaisernte beginnt. In den sächsischen Gebirgslagen reift der Mais nur noch sehr langsam ab. Der tägliche Zuwachs an notwendiger Wärme nach den Wärmesummenmodell beträgt in den Vorgebirgslagen zurzeit noch knapp 5 und in den Kammlagen des Erzgebirges nur noch 3 Grad. Um eine optimale Silomaisabreife zu realisieren fehlen dem frühen Silomais aktuell noch 4 Wochen im Erzgebirgsvorland, Vogtland und Elsterbergland. Auf dem Erzgebirgskamm erscheint mit Blick auf die aktuelle Wettervorhersage eine Abreife kaum noch realistisch zu sein. Um eine Sickersaftbildung zu vermeiden, sollte der Silomais bei der Ernte aber mindestens 28 %, bei hohen Verdichtungen und Lagerhöhen über 3 m besser 30 %, Trockenmasse aufweisen. Der tägliche Zuwachs an Trockenmasse beträgt in kritischen Regionen nur noch 0,2 bis 0,4 %-Punkte. Es ist dringend angeraten den aktuell zu beproben und über die Bestimmung des Gehaltes an Gesamtpflanzentrockenmasse den frühest möglichen Erntetermin zu ermitteln. Ab Oktober steigt die Möglichkeit von Nachtfrösten. Silomais ist bekannterweise sehr frostempfindlich. Bereits bei einem Grad unter dem Gefrierpunkt erfrieren die Pflanzen. Der Frost lässt die Pflanzenzellen platzen, da der Zellsaft gefriert. Die Pflanzenzellen sterben ab und geben beim Auftauen ihren Zellsaft der Veratmung bzw. Auswaschung preis. Typische äußere Zeichen für Frostschäden sind die Aufhellung der Maisblätter und ihr pergamentartiges Gefüge. Die Assimilation und die Umlagerung von Nährstoffen aus dem Stängel in den Kolben sind dann vollständig abgebrochen. Neben der Veratmung von Futterenergie muss mit einem verstärkten Befall der Silomaispflanze mit Bakterien, Hefen und Pilzen gerechnet werden. Wenn der Silomais nach den ersten Frostschäden sofort geerntet wird, sind die Nährstoffverluste noch gering und die Konserviereignung gut. Die frostgeschädigten Blätter weisen einen höheren Gehalt an Gerüstsubstanzen auf und sind mechanisch schwerer zu zerkleinern. Um eine ordnungsgemäße Verdichtung zu sichern, muss exakt gehäckselt werden. Die mittlere Häcksellänge sollte 8 mm betragen. Ein Langhäckseln auf über 1,5 cm ist hier abzulehnen. Ein Zusatz von Silierhilfsmitteln ist bei sofort nach dem ersten Frost geerntetem Silomais nicht erforderlich. Mit fortschreitender Standzeit sinkt jedoch der Gehalt an vergärbarer Substanz stark ab. Der Futterwert dieser frostgeschädigten Silomaisbestände geht dann drastisch zurück. Es ist letztlich mit einer Maissilage zu rechnen, deren Futterwert ähnlich dem von Grassilagen ist. Bei einem geringen Trockenmassegehalt des Siliergutes und einer verstärkten Sickersaftbildung muss zudem mit hohen Verlusten an leichtlöslichen Nährstoffen gerechnet werden. Der Zusatz von wasseraufsaugenden Grundfuttermitteln, wie z.B. Stroh, kann zwar der Sickersaftbildung vorbeugen und somit bei Freigärhaufen zwingend erforderlich sein, jedoch ist die Verringerung der Energiedichte des Grundfutters damit deutlich herabgesetzt.

Dr. Olaf Steinhöfel, LfULG, Köllitsch

 

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 74: Tierhaltung

Prof. Dr. Olaf Steinhöfel

Telefon: 034222 46-2200

Telefax: 034222 46-2099

E-Mail: olaf.steinhoefel@smul.sachsen.de

Webseite: http://www.smul.sachsen.de/lfulg

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 74: Tierhaltung

Frank Püschel

Telefon: 034222 46-2211

E-Mail: frank.pueschel@smul.sachsen.de

Webseite: http://www.smul.sachsen.de/lfulg

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