Aktueller Futterrat vom 09.03.2009

Grassilage – Hoffnungsträger oder Sargnagel

Futterkosten von unter 1.000 Euro je Kuh und Jahr sind ein harter Brocken. Maximal 6 Cent Grobfutterkosten je Kilogramm Milch dürfen sein. Dies sind 540 €. Für 150 dt Silage heißt das, nicht mehr als 3,60 € je dt Silage auszugeben. Glaubt man Betriebszweiganalysen, dann kostet Grassilage aber fast doppelt so viel. Die lange praktizierte Konsequenz: Die faserreichen, energiearmen und teuren Grassilagen flogen aus den Rinderrationen. Rund ein Drittel des sächsischen Grünlandes ist dadurch für die sächsischen Wiederkäuer uninteressant geworden. Außerdem sank die Qualitätssicht. Man sparte das Grünland tot, indem man Pflege und Düngung vernachlässigte. Mit extensiver Grünlandbewirtschaftung kann man weder den Konkurrent Maissilage beeindrucken, noch in »Offenlandmanagement« erfolgreich praktizieren.

Wer langfristig mit Grassilagen Milch erzeugen will, dem sind qualitativ engste Grenzen gesetzt. Er muss Silagen mit 6,2 – 6,4 MJ NEL und weniger als 250 Gramm Rohfaser für maximal 14 Cent je Kilogramm Trockenmasse erzeugen. Wem dies nicht gelingt, der hat mit Grassilagen keine Chance. Wer viele Jahre das Grünland vernachlässigt hat, muss jetzt zum Teil viel Geld in die Hand nehmen, um wieder eine milchviehgerechte Futterbasis aufzubauen. Und nur was in Milch veredelt wird ist rentabel. Eine wesentliche Ursache für teure Grassilagen ist das Verlustgeschehen. Nicht gefütterte aber erzeugte Silage hat gekostet und muss ersetzt werden oder sie wird aufgrund der Leistungsbegrenzung in der Futterration durch Konkurrenzgrobfutter  verdrängt. Und auch das Konkurrenzfutter kostet und belegt Fläche. 4 % Silageverluste kosten uns in Summe ca. 1 Cent je kg Milch. Im Mittel haben wir das Vier- bis Fünffache an Verlusten durch Veratmung, Auswaschung und mechanischem Abrieb. Eine Verlustreduzierung um zehn Prozent, und das ist bei guter Silierpraxis realistisch, macht die Grassilage um 1,50 € billiger. 

Und viele der Probleme sind hausgemacht oder der »Betriebsblindheit« geschuldet. Da gehört es schon zum guten Ton, dass traditionelle Seminar zur Grassilierung in Köllitsch zu besuchen, um sich fit zu machen für die neue Saison. Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie lädt auch 2009 zum Anwenderseminar »Fit für beste Grassilagequalitäten« nach Köllitsch ein. Die Veranstaltung findet am Mittwoch, den 18. März 2009 von 10:00 bis 13:00 statt.

Nähere Auskünfte unter www.smul.sachsen.de/lfulg oder olaf.steinhoefel@smul.sachsen.de 

Dr. Olaf Steinhöfel, LfULG, Köllitsch

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 74: Tierhaltung

Prof. Dr. Olaf Steinhöfel

Telefon: 034222 46-2200

Telefax: 034222 46-2099

E-Mail: olaf.steinhoefel@smul.sachsen.de

Webseite: http://www.smul.sachsen.de/lfulg

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 74: Tierhaltung

Frank Püschel

Telefon: 034222 46-2211

E-Mail: frank.pueschel@smul.sachsen.de

Webseite: http://www.smul.sachsen.de/lfulg

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