Aktueller Futterrat vom 04.09.2008

Dem Mais die Struktur erhalten

Man darf sich nicht täuschen lassen, im Tiefland ist die Siloreife fast durchgängig erreicht. Den Pflanzenbeständen sieht man dies häufig nicht an. Auf einigen Schlägen stehen bereits trockene Restpflanzen, auf benachbarten Flächen ist noch alles grün. Beim Blick in den Kolben jedoch fällt auf, dass der Mais auf beiden Flächen das gleiche Reifestadium erreicht hat. Dies ist sowohl bei der Schnitthöhe als auch bei der Häcksellänge zu beachten. Im Durchschnitt schnitten die sächsischen Futterbauer 2007 ihren Silomais 28 cm über dem Boden ab. Im Mittel bedeutete dies eine Steigerung von 0,6 MJ NEL bzw. 150 g Stärke je kg Trockenmasse. Die Strukturwirksamkeit geht dabei aber zurück. Und dieser Effekt ist bei grüner Restpflanze noch größer. Es ist deshalb zu raten, die Schnittführung in Abhängigkeit der Restpflanzenabreife und des gewünschten Maissilageanteils in der Ration zu optimieren. Wenn futtermittelhygienische Aspekte nicht dagegen sprechen, sollte der Maisstängel als Strukturlieferant in maisbetonten Rationen wieder verstärkt berücksichtigt werden. Der zweite Struktureffekt kommt bekanntlich über die Partikellänge. Die Praxis reagierte: In sächsischen Maissilos erhöhte sich im Mittel die Häcksellänge der Silagen von 2000 bis 2007 um nahezu 3 mm. Fast 15 % der sächsischen Maissilagen wiesen 2007 eine mittlere Häcksellänge von über 16 mm nach. Was bei grüner Restpflanze richtig sein kann, ist bei abgetrockneter Restpflanze fatal. Köllitscher Versuche haben es gezeigt: Die Verdichtung der trockneren Pflanze ist bei 12 statt 8 mm Häckselgut ca. 20 kg T je m³ geringer und die Verluste steigen um 3 % T-Punkte an. Eingelegte Temperaturlogger zeigten in der kurz gehäckselten Variante in den ersten Stunden nach Luftabschluss nur einen Temperaturanstieg von 3-4 Grad, Beim länger gehäckselten Mais stieg sie dagegen bis zu 10 Grad an.

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 74: Tierhaltung

Prof. Dr. Olaf Steinhöfel

Telefon: 034222 46-2200

Telefax: 034222 46-2099

E-Mail: olaf.steinhoefel@smul.sachsen.de

Webseite: http://www.smul.sachsen.de/lfulg

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 74: Tierhaltung

Frank Püschel

Telefon: 034222 46-2211

E-Mail: frank.pueschel@smul.sachsen.de

Webseite: http://www.smul.sachsen.de/lfulg

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