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Grobfutterverzehrende Tiere und Futterfläche

Beschreibung des Indikators

Als Grob- oder Raufutter wird in der Tierhaltung wirtschaftseigenes Futter bezeichnet, welches sowohl wasserreiche Futterstoffe wie Grünfutter und anderes Saftfutter als auch trockenes Rauhfutter wie z.B. Heu und Stroh umfasst. Zum Raufutter gehören u. a. Gras, Ackergras und Silomais. 
Als Grobfutter verzehrende Nutztiere gelten u. a. Rinder und Pferde sowie Schafe, Ziegen, Bisons, Hirsche, Lamas und Alpakas. 
Die Grafik zeigt zum einen den Anteil der Futterfläche an der landwirtschaftlichen Fläche in den sächsischen Vergleichsgebieten. Zum anderen ist der Besatz mit den wichtigsten grobfutterverzehrenden Nutztieren dargestellt. Für die bessere Vergleichbarkeit wird die Anzahl der Tiere in Großvieheinheiten umgerechnet. Datenquelle sind die Antragsdaten aus der Agrarförderung.

Die Karte zeigt den Futterflächenanteil in den sächsischen Vergleichgebieten sowie Größe und Zusammensetzung der Bestände von raufutterverzehrenden Tieren. Der Grünlandanteil ist im Erzgebirge am höchsten.

Grafik: Grobfutterverzehrende Tiere (Quelle: Agrarförderung)

Aussage des Indikators

Die Karte zeigt, welche Rolle die Futterproduktion in den sächsischen Regionen spielt und welchen Anteil das Grünland an der Futterfläche hat. Zudem kann abgeleitet werden, welches der Grobfutter verzehrenden Nutztiere die größte Bedeutung hat und wie stark die Bindung der Tierhaltung an das Grünland ist. 
Das Grünland hat eine hohe ökologische Bedeutung und sollte weitestgehend erhalten und genutzt werden. Ein höherer - aber nicht übermäßiger - Besatz mit Grobfutter verzehrenden Tieren lässt den Rückschluss zu, dass dieses Ziel besser erreicht wird.

Bewertung für Sachsen

In Sachsen unterscheiden sich die Futterflächenanteile je nach Naturraum sehr deutlich. In den Ackerbauregionen im Nordwesten und der Mitte des Landes sind sie niedrig. In den Heide- und Teichgebieten im Nordosten ist der Anteil der Futterfläche höher. In den sächsischen Vorgebirgs- und Gebirgsregionen im Süden hat diese Bodennutzung mit zunehmender Höhenlage steigende Flächenanteile; in den Kammlagen nimmt sie über 60 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche ein.
Mit Blick auf die Bodenrente und die historische Entwicklung ist der Futterflächenanteil im Wesentlichen ein Indiz dafür, wie gut oder schlecht ein Gebiet für den Ackerbau geeignet ist. Die lössbeeinflussten Gebiete in Nordwest- bis Mittelsachsen bieten Bedingungen für großflächigen Ackerbau und ein gutes Einkommen daraus. Die Landwirte sind ökonomisch nicht auf die Veredlung der Pflanzenbauprodukte angewiesen. In diesen Gebieten wird der Futterbedarf hauptsächlich mit Silomais gedeckt. Gegenüber anderen Futterpflanzen weist der Silomais einen wesentlich höheren Energieertrag auf, so dass eine bessere Flächeneffizienz beim Futterbau erreicht wird.
Mit steigendem Grünlandanteil steigt auch die Bedeutung der Veredlung bzw. des Futterbaus in der Landwirtschaft und die Bedeutung des Ackerfutters nimmt gleichzeitig ab. Dabei geht der Anteil des Silomaises am Ackerfutter nur in den Höhenlagen des Erzgebirges klimabedingt zurück. Ackergras, Klee und Luzerne gewinnen dort an Bedeutung.

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