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Erwerbstätige und Kapitalausstattung

Beschreibung des Indikators

Der Indikator zeigt die Entwicklung der Erwerbstätigen und des Bruttoanlagevermögens. Zum Bruttoanlagevermögen gehören  Ausrüstungen (u. a. Geräte und Maschinen), sonstige Anlagen (u. a. Software, mehrjährig gehaltene Nutztiere) sowie Gebäude. Es wird zu Wiederbeschaffungspreisen bewertet und nicht preisbereinigt. 
Zur besseren Vergleichbarkeit werden beide Werte (Erwerbstätigen sowie Bruttoanlagevermögen) als Index bezogen auf das Jahr 2010 dargestellt. Zusätzlich wird die Entwicklung des Bruttoanlagevermögens (Ausrüstungen und sonstige Anlagen) zu Wiederbeschaffungspreisen je Erwerbstätigen in Euro abgebildet. 
Datenquelle ist die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung. Alle Angaben beziehen sich auf die Land- und Forstwirtschaft, Fischerei. Die Daten werden aus methodischen Gründen immer mit einer mehrjährigen Verzögerung zur Verfügung gestellt. Die aktuellsten Werte sind vorläufig.

Das Diagramm zeigt die Entwicklung des Bruttoanlagevermögens je Erwerbstätigen in der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei. Es ist seit 2001 von 191 Tausend Euro auf fast 421 Tausend Euro im Jahr 2016 gestiegen. © LfULG

Grafik: Erwerbstätige und Kapitalausstattung (Quelle: VGR, Bruttoanlagevermögen Berechnungsstand: August 2018; Erwerbstätige: Berechnungsstand August 2018/Februar 2019)

Aussage des Indikators

Zu den unternehmerischen Entscheidungen gehört die Festlegung, ob in Arbeitskräfte investiert wird (Arbeitskrafteinsatz) oder in Maschinen und Anlagen (Kapitaleinsatz, hier gezeigt als Bruttoanlagevermögen). Diese Entscheidung hängt von vielen Bedingungen ab, z. B. dem Arbeitskräfteangebot oder der wirtschaftlichen Situation des Betriebs. Wenn der Arbeitskrafteinsatz sinkt und der Kapitaleinsatz steigt, ist das ein Zeiger für die zunehmende Mechanisierung und Automatisierung. 
Zudem wird deutlich, wie sich der Kapitaleinsatz pro Erwerbstätigem verändert. Mit einer höheren Kapitalausstattung je Erwerbstätigen nehmen die Verantwortung der Arbeitskräfte und die Erwartungen an deren fachliches Know-how zu.

Bewertung für Sachsen

Gegenläufig zum sinkenden Arbeitskräfteeinsatz ist das Bruttoanlagevermögen der sächsischen Land- und Forstwirtschaft, Fischerei in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Ursachen sind neben der Preissteigerung (Inflation) vor allem Modernisierungsinvestitionen in der Tierhaltung (z. B. Melkroboter, Umsetzung von Tierwohl-Vorgaben), neue Geschäftsfelder (z. B. erneuerbare Energien) und teurere Maschinen aufgrund höherer Funktionalität (z. B. Schlepper mit GPS-Steuerung). Dadurch steigt die Kapitalausstattung der Arbeitsplätze deutlich an. Dass die Landwirtschaft damit zu den kapitalintensivsten Branchen gehört, ist unverkennbar. 
Die Produktivität der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei kann trotz zurückgehender Arbeitskräfte-Anzahl gesichert werden. Damit zeigt der Indikator auch einen Aspekt des anhaltenden Strukturwandels in der Landwirtschaft - die Technisierung und Automatisierung der Prozesse nehmen zu.
Der hier gezeigte Trend spiegelt sich auch in den Buchführungsergebnissen der sächsischen Landwirtschaftsbetriebe wider.

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