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Erntemengen ausgewählter Ackerkulturen

Beschreibung des Indikators

Die Erntemenge der Feldfrüchte wird auf Grundlage der Anbauflächen und Erträge berechnet und vom Statistischen Landesamt des Freistaates Sachsen sowie dem Statistischen Bundesamt veröffentlicht. Die Daten stammen aus der Ernte- und Betriebsberichterstattung (EBE).
Erntemengen ausgewählter Ackerkulturen - Im Jahr 2017 und 2018 lagen die Erntemengen von Winterweizen, Wintergerste und Winterraps deutlich unter dem 5-jährigen Mittel. © LfULG

Grafik: Erntemengen ausgewählter Ackerkulturen (Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, Statistisches Bundesamt)

Aussage des Indikators

Die Erntemenge bestimmt die zu erwartende Versorgungslage mit und hat in Abhängigkeit von der globalen Marktversorgung Einfluss auf die Erzeugerpreise.
Eine komfortable nationale und globale Marktversorgung führt zu niedrigen Erzeugerpreisen. Dagegen kommt es bei einer schwachen Marktversorgung zu steigenden Erzeugerpreisen. Die Erntemengen unterliegen einer Vielzahl von Einflussfaktoren, u. a. der Nachfrage und dem daraus folgenden Anbauumfang, den vorhandenen Lagerbeständen, dem Wetter während der Vegetationsperiode und der Ernte sowie der Befallssituation mit Krankheiten und Schädlingen.

Bewertung für Sachsen

In Abhängigkeit der oben genannten Einflussfaktoren zeigen die Erntemengen der letzten Jahre deutliche Schwankungen.

Im Jahr 2013 führten Starkniederschläge und Hochwasser zu unterdurchschnittlichen Erntemengen. Dagegen waren die Vegetations- und Erntebedingungen im Jahr 2014 günstig. Es wurden überdurchschnittliche Erträge bei Winterweizen, Wintergerste und Raps erzielt. Bei Sommergerste fehlen seit Jahren die ökonomische Attraktivität und bessere Marktchancen.

Die Jahre 2015 und 2016 waren für Sachsen weitere Spitzenjahre bei Getreide. Grundlage hierfür waren unter anderem die überdurchschnittlichen Erträge bei Winterweizen und Wintergerste. Bei Raps lag das Ernteergebnis in beiden Zeiträumen unter dem 5-jährigen Mittel. Ursache dafür waren niedrige Erträge von durchschnittlich unter 37 dt/ha.

Die Ernteergebnisse für das Jahr 2017 zeigen, dass die Erntemengen fast aller dargestellten Kulturen unter den 5-jährigen Mitteln liegen. Zwar lag die Menge der geernteten Wintergerste leicht über dem 5-Jahres-Durchschnitt, jedoch unter den Ergebnissen der letzten drei Jahre. Vor allem die ungünstigen Witterungsbedingungen, die von der Aussaat über die Frühjahrsentwicklung bis zur Ernte vorherrschten, führten zu vergleichsweise niedrigen Erträgen.
Die nach wie vor komfortable globale Versorgung bei Getreide lässt den Erzeugerpreisen wenig Spielraum nach oben. Hier gilt es, über qualitativ hochwertige Erzeugnisse (z.B. Eliteweizen oder Braugerste) gute Einnahmen zu sichern.

Das Jahr 2018 war in weiten Teilen Norddeutschlands von einer Dürre und im Süden von einer Sommertrockenheit geprägt. Die Erträge von Winterweizen sind um 18 %, von Wintergerste um 19 % und vom Winterraps um 24 % geringer als das 5-jährige Mittel. Beim Sommergerstenertrag gab es kaum eine Veränderung zum 5-jährigen Mittel (-1 %). Trotz der geringen Ernte in Europa gab es kurzzeitig einen überschaubaren Preisanstieg Ende des Jahres 2018. Beim Raps verharrten die Preise auf einem konstanten Niveau und die unterdurchschnittliche Ernte hatte keinen Einfluss auf die Preisbildung.

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