Hauptinhalt

Erntemengen ausgewählter Ackerkulturen

Beschreibung des Indikators

Die Erntemenge der Feldfrüchte wird auf Grundlage der Anbauflächen und Erträge berechnet und vom Statistischen Landesamt des Freistaates Sachsen sowie dem Statistischen Bundesamt veröffentlicht. Die Daten stammen aus der Ernte- und Betriebsberichterstattung (EBE).
Erntemengen ausgewählter Ackerkulturen © LfULG

Grafik: Erntemengen ausgewählter Ackerkulturen (Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, Statistisches Bundesamt)

Aussage des Indikators

Die Erntemenge bestimmt die zu erwartende Versorgungslage mit und hat in Abhängigkeit von der globalen Marktversorgung Einfluss auf die Erzeugerpreise.
Eine komfortable nationale und globale Marktversorgung führt zu niedrigen Erzeugerpreisen. Dagegen kommt es bei einer schwachen Marktversorgung zu steigenden Erzeugerpreisen. Die Erntemengen unterliegen einer Vielzahl von Einflussfaktoren, u. a. der Nachfrage und dem daraus folgenden Anbauumfang, den vorhandenen Lagerbeständen, dem Wetter während der Vegetationsperiode und der Ernte sowie der Befallssituation mit Krankheiten und Schädlingen.

Bewertung für Sachsen

In Abhängigkeit der oben genannten Einflussfaktoren zeigen die Erntemengen der letzten Jahre deutliche Schwankungen.
Die Jahre 2015 und 2016 waren für Sachsen weitere Spitzenjahre bei Getreide. Grundlage hierfür waren unter anderem die überdurchschnittlichen Erträge bei Winterweizen und Wintergerste. Bei Raps lag das Ernteergebnis in beiden Zeiträumen unter dem 5-jährigen Mittel. Ursache dafür waren niedrige Erträge von durchschnittlich unter 37 dt/ha.
Die Ernteergebnisse für das Jahr 2017 zeigen, dass die Erntemengen fast aller dargestellten Kulturen unter den 5-jährigen Mitteln liegen. Zwar lag die Menge der geernteten Wintergerste leicht über dem 5-Jahres-Durchschnitt, jedoch unter den Ergebnissen der letzten drei Jahre. Vor allem die ungünstigen Witterungsbedingungen, die von der Aussaat über die Frühjahrsentwicklung bis zur Ernte vorherrschten, führten zu vergleichsweise niedrigen Erträgen.
Das Jahr 2018 war in weiten Teilen Norddeutschlands von einer Dürre und im Süden von einer Sommertrockenheit geprägt. Die Erträge von Winterweizen sind um 18 %, von Wintergerste um 19 % und vom Winterraps um 24 % geringer als das 5-jährige Mittel. Beim Sommergerstenertrag gab es kaum eine Veränderung zum 5-jährigen Mittel (-1 %).
Die Ernte in 2019 fiel für Winterweizen und Wintergerste trotz der ausgeprägten Frühsommertrockenheit meist besser aus als erwartet. Allerdings waren starke Erntemengenrückgänge bei der Sommergerste und wieder beim Winterraps zu verzeichnen.
Wie schon in den Vorjahren gestalteten sich die klimatischen Verhältnisse in Sachsen 2020 regional und kleinräumig differenziert. Vor allem den leichten Standorten Nordsachsens setzte der Wassermangel wieder enorm zu, während die Gebirgsregionen und wetterbegünstige Standorte weniger stark betroffen waren. Zudem hat ein Spätfrostereignis im Mai während der Gerstenblüte zu deutlichen Frostschäden mit Taubährigkeit der Wintergerste geführt. Beim Winterweizen und der Wintergerste ist ein deutlicher Rückgang der Erntemenge im Vergleich zum Vorjahr und zum 5-jährigen Mittel festzustellen. Im Gegensatz dazu gab es in 2020 einen deutlichen Anstieg der Winterrapsernte.

zurück zum Seitenanfang