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Regionale Entwicklung des Getreideanbaus in Sachsen

Beschreibung des Indikators

Der Indikator analysiert die Entwicklung des Getreideanbaus in den Agrarstrukturgebieten Sachsens in 10-Jahresschritten seit 1996. Zum Ausschluss von Extremwerten und zur Abbildung der Fruchtfolgen wurde jeweils das Mittel aus drei Anbaujahren gebildet. Datengrundlage sind die Antragsdaten auf Direktzahlungen und Agrarförderung (InVeKoS) des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft.
Die zugrunde liegenden Daten beziehen sich auf den im jeweiligen Jahr geltenden Betriebsbegriff des Agrarstatistikgesetzes. Die Veränderungen zwischen den Zeiträumen 1996-1998/2006-2008 und 2016-2018 sind daher neben den tatsächlichen Veränderungen auch von der Änderung der Erfassungsgrundlagen in der Statistik beeinflusst.

Seit 1996 ist der Getreideanbau überall in Sachsen rückläufig. Ebenso veränderte sich das Anbauspektrum beim Getreide. Überall kam es zur Ausweitung des Winterweizenanbaus, alle anderen Getreidearten verloren an Fläche. © LfULG

Grafik: Regionale Entwicklung des Getreideanbaus in Sachsen (Quelle: Agrarförderung)

Aussage des Indikators

Die Kartendarstellung nimmt die Entwicklung des Getreideanbaus und damit des ökonomisch wichtigsten pflanzlichen Erzeugnisses in der sächsischen Landwirtschaft in den Fokus. Im Kartenhintergrund wird die Veränderung der Anbaufläche für Getreide gezeigt, in den Tortendiagrammen die Zusammensetzung der Getreidearten.
Die Gründe für die Änderungen sind vielfältig. Zu nennen sind ökonomische Ursachen (z. B. Veränderung der Deckungsbeiträge), klimatische Ursachen (z. B. Anpassungsmaßnahmen aufgrund des Klimawandels), strukturelle Ursachen (z. B. Verlust landwirtschaftlicher Flächen) oder rechtliche Gründe (Änderung (förder-)rechtlicher Rahmenbedingungen).

Bewertung für Sachsen

Der Getreideanbau unterliegt in Sachsen einem starken Wandel. Insgesamt wird in Sachsen aktuell gegenüber 1996 auf rund 90.000 ha weniger Getreide angebaut. Die Anbaufläche für Getreide ist in allen Agrarstrukturgebieten auf Kosten anderer Ackerfrüchte rückläufig. Neben dem allgemeinen Flächenrückgang unterliegt aber auch die Zusammensetzung des Getreides einem stärkeren Wandel. 
Der Fokus der Betriebe liegt vermehrt auf den Anbau wirtschaftlich rentabler Getreidearten, hauptsächlich Winterweizen, der aktuell rund 60 % des Getreideanbaus in den Lössregionen ausmacht. Diese Entwicklung wird zusätzlich durch die Sortenzüchtung und den Wandel der klimatischen Bedingungen unterstützt. Vermehrt werden dadurch auch frühere Ungunstlagen für einen intensiveren Winterweizenanbau genutzt. So stieg der Winterweizenanteil am Getreide selbst in den Kammlagen des Erzgebirges auf rund 23 %. 
Durch diese Entwicklung haben alle anderen Getreidearten Flächenanteile verloren. Einzig beim Körnermais gab es im Norden leichte Zuwächse.

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