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Hülsenfrucht-Anbau in Sachsen

Beschreibung des Indikators

Der Indikator zeigt den Anteil der Anbaufläche für Hülsenfrüchte an der gesamten Ackerfläche. Zu den Hülsenfrüchten werden in dieser Darstellung folgende Pflanzen gezählt: die Leguminosen zur Körnergewinnung (z. B. Körnererbsen, Lupinen), die Leguminosen zur Ganzpflanzenernte (z. B. Klee, Luzerne) sowie die Gemüseerbsen und -bohnen.
Datenquellen sind die Bodennutzungshaupterhebung und die Gartenbauerhebung, deren Ergebnisse vom Statistischen Landesamt des Freistaates Sachsen veröffentlicht werden.

Grafik: Hülsenfrucht-Anbau in Sachsen (Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen)

Aussage des Indikators

Hülsenfrüchte, auch als Leguminosen oder Eiweißpflanzen bekannt, stellen eine sehr vielfältige Gruppe von Nutzpflanzen dar. Wegen ihres Eiweißgehaltes spielen sie eine wichtige Rolle bei der menschlichen und tierischen Ernährung. Als Viehfutter oder als Zwischenfrucht - vor allem im ökologischen Landbau - sind sie eine wichtige landwirtschaftliche Nutzpflanze.
Besonders hervorzuheben ist ihre pflanzenbauliche und ökosystemare Bedeutung: Hülsenfrüchte können Luftstickstoff im Boden binden, lockern enge Fruchtfolgen auf, stellen eine zusätzliche Futterquelle für Bienen dar und haben eine positive Humuswirkung.
Aufgrund höherer pflanzenbaulicher Anforderungen erfordert der Anbau besonderes Können der Landwirte. Der Anteil der großkörnigen Hülsenfrüchte in der Fruchtfolge sollte nicht höher als 20 % liegen, sonst steigt das Risiko von Fruchtfolgekrankheiten. Der Deckungsbeitrag ist niedriger als der vieler anderer Feldfrüchte, wobei allerdings die positive Wirkung auf Folgekulturen nicht berücksichtigt wird.

Bewertung für Sachsen

Der Anteil der Hülsenfrucht-Fläche an der Ackerfläche ist seit Beginn der 2000er-Jahre zurückgegangen. Zu den Ursachen gehören die höhere Wettbewerbsfähigkeit von anderen Ackerfrüchten wie Getreide und Raps oder stärker schwankende Erträge. Die im Diagramm dargestellten Anstiege sind auf politische Entscheidungen zurückzuführen: ab dem Jahr 2010 wurde der Anbau von Futterleguminosen zusätzlich gefördert. Ab dem Jahr 2015 wurde der Leguminosen-Anbau als Greening-Maßnahme im Rahmen der europäischen Agrarpolitik anerkannt.
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