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Erzeuger- und Einkaufspreise für die Landwirtschaft

Beschreibung des Indikators

Die Darstellung zeigt die Entwicklung der Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte (»Erlösseite«) und die Einkaufspreise für Betriebsmittel (»Kostenseite«) in den letzten Jahren. Die Daten werden vom Statistischen Bundesamt durch Befragung von repräsentativ ausgewählten Berichtsstellen erfasst. Sie werden als Indizes bezogen auf das Jahr 2010 für Deutschland insgesamt dargestellt.
© LfULG

Grafik: Erzeuger- und Einkaufspreise für die Landwirtschaft (Quelle: Statistisches Bundesamt)

Aussage des Indikators

Die Preisindizes vermitteln einen Eindruck von der Erlös- und der Kostensituation in der Landwirtschaft. Steigt die Kurve des Erzeugerpreisindex, können die Landwirtschaftsbetriebe bei gleichen Erträgen und Aufwendungen höhere Erlöse erzielen. Steigt die Kurve des Einkaufspreisindex für Betriebsmittel, steigen die entsprechenden Kosten für die Produktion.
Grundsätzliche Aussagen zur Wirtschaftlichkeit sind aus der Darstellung nicht ableitbar, weil dort eine Vielzahl weiterer Einflussfaktoren eine Rolle spielt. Liegen beide Kurven eng beieinander oder erzielt der Index der Einkaufspreise für Betriebsmittel höhere Werte als der Index der Erzeugerpreise, hat dies negative Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit der Landwirtschaftsbetriebe. Die Kosten steigen dann stärker als die Erlöse.

Bewertung für Sachsen

Seit dem weitgehenden Abbau der EU-Agrarpreisstützung werden die heimischen Erzeugerpreise immer mehr von der Situation auf den internationalen Agrarmärkten geprägt. Dies zeigt sich in den zunehmenden Schwankungen der Erzeuger- und Betriebsmittelpreise. Dadurch nimmt der wirtschaftliche Druck auf die landwirtschaftlichen Betriebe stetig zu.
In der Dekade zwischen den Jahren 2000 und 2010 sind in der Gesamtbetrachtung die Betriebsmittelpreise stärker gestiegen als die Erzeugerpreise. In den letzten Jahren entwickelten sie sich auf vergleichbarem Niveau.
Bei den Erzeugerpreisen weisen die Indizes für pflanzliche und tierische Produkte unterschiedliche Entwicklungen auf, die im Moment sogar gegenläufig sind. Hier spiegeln sich die Marktsituationen bei Getreide, Kartoffeln sowie Obst und Gemüse auf der einen Seite und bei Milch, Fleisch und Eiern auf der anderen Seite wider. Auf Grund von Preisrückgängen bei Kartoffeln und Getreide im letzten Jahr fiel auch der Index für die pflanzlichen Produkte leicht ab. Dagegen entwickelte sich der Wert für tierische Erzeugnisse auf Grund der Erholung des Milchpreises im Jahr 2017 erstmals seit 2013 wieder positiv.
Nach fallenden Tendenzen bei den Einkaufspreisen für Betriebsmittel seit 2013 legte der Index im letzten Jahr wieder leicht zu. Ursache dafür waren unter anderem Kostensteigerungen für Energie- und Schmierstoffen sowie für die Instanthaltung von Maschinen und Material.
Im Jahr 2018 entwickelten sich die Preisindizes von tierischen und pflanzlichen Produkten in gegensätzliche Richtungen. Durch die getrübten Ernteaussichten in den wichtigen Erzeugerländern stiegen die Getreidepreise bis Herbst in die Höhe. Bei den tierischen Produkten ist der Preisindex gesunken. Zu Beginn des Jahres 2018 haben vor allem die sinkenden Milcherzeugerpreise den Index gedämpft und die Fleischpreise standen massiv unter Druck, was ebenfalls zu dem schwächeren Preisindex beigetragen hat.

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