Verbesserung der Abkalbehygiene durch Abkalbung in Einzelboxen

Die Abkalbung ist der sensibelste Haltungsabschnitt für Kuh und Kalb. Hier können Probleme entstehen, die weitreichende und lang nachwirkende Folgen haben.

Mit den Ergebnissen soll der landwirtschaftlichen Praxis ein neu gestaltetes Haltungsverfahren für die Abkalbung von Färsen und Kühen zur Verfügung gestellt werden, das hygienisch gut kontrollierbar ist und ethologischen Anforderungen Rechnung trägt.

Angestrebt war eine möglichst kurze Einzelhaltungsphase, mit Sichtkontakt zur verbleibenden Tiergruppe, mit tiergerecht (trittsicher, weich und trocken) ausgeführten und leicht zu reinigenden Liege- und Laufflächen und mit der Möglichkeit der Durchführung der Erstversorgung von Kuh und Kalb (Füttern, Tränken, Kontrollieren, Melken, Behandeln).

Insgesamt sollen mit den Ergebnissen Möglichkeiten für die Milchrindhalter aufgezeigt werden, die Abkalbehygiene zu verbessern, Stressbelastungen zu reduzieren und die Gesundheit von Kuh und Kalb zu verbessern.

Projektergebnisse:

  • Das Verfahren der Abkalbung in Einzelboxen, in welche die Kühe unmittelbar vor der Kalbung aus der Gruppenhaltung umgestallt werden, kann aus Sicht des Tierverhaltens, der Tiergesundheit und der Arbeitswirtschaft der Praxis empfohlen werden.
  • Entscheidend für die erfolgreiche Nutzung des Verfahrens ist eine optimale Vorbereitung der Kühe auf die Kalbung (z.B. Körperkondition, Mineral- und Spurenelementhaushalt) und die lückenlose Überwachung der Kühe, deren Kalbung unmittelbar bevor steht, durch erfahrene, routinierte und umsichtige Mitarbeiter.
  • Aus der Untersuchung des Cortisolgehaltes im Blutserum der Kühe ergeben sich Hinweise dafür, dass Cortisol nicht nur auf äußere Stressoren reagiert. Die extrem hohen Niveauunterschiede zwischen den untersuchten Herden lassen einen deutlichen Einfluss anderer, noch nicht näher quantifizierte Stressoren vermuten.
  • Die Vermutung, dass die Abkalbung in den Einzelboxen »hygienischer« abläuft, als in Gruppenhaltungssystemen auf Stroh, konnte durch die bakteriologischen Untersuchungen nicht bewiesen werden.
  • Die Verwendung von geeignetem Einstreumaterial in Abkalbeboxen wird aus Sicht des bei der Mehrzahl der Kühe beobachteten Nestbauverhaltens empfohlen.

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 74: Tierhaltung

Dr. Steffen Pache

Telefon: 034222 46-2209

Telefax: 034222 46-2099

E-Mail: steffen.pache@smul.sachsen.de

Webseite: http://www.lfulg.sachsen.de

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 74: Tierhaltung

Dr. Evelin Ullrich

Telefon: 034222 46-2218

Telefax: 034222 46-2090

E-Mail: Evelin.Ullrich@smul.sachsen.de

Webseite: http://www.lfulg.sachsen.de

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 74: Tierhaltung

Dr. Ilka Steinhöfel

Telefon: 034222 46-2212

Telefax: 034222 46-2099

E-Mail: ilka.steinhoefel@smul.sachsen.de

Partner im Projekt

FU Berlin Inst. F. Tier- und Umwelthygiene Prof. Dr. U. Rössler 

FU Berlin Klinik f. Klauentiere Prof. Dr. K. Müller

Abschlussbericht

Schriftenreihe Heft 14/2016, Abkalbung in Einzelboxen