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Tierzuchtbehörde

Neues aus der Umsetzung des Tierzuchtrechtes in Sachsen
»Tierzuchtgesetz vom 18.01. 2019«

Das bestehende Tierzuchtgesetz ist am 25.01.2019 in Kraft getreten und dient der Umsetzung und Durchführung von Rechtsakten der EU und den ergänzenden Regelungen zur Verordnung 2016/2012 des EU Parlamentes und des Rates vom 8.6. 2016.

Auf Grundlage der EU Tierzuchtverordnung vom 08.06.2016, wird das Tierzuchtrecht innerhalb der EU einheitlich geregelt. Die Anpassung nationaler Regelung musste mit dem wirksam werden der VO zum 1.11.2018 erfolgen.

Die Bundesländer wurden durch das bestehende Tierzuchtgesetzt ermächtigt Rechtverordnungen zu erlassen, die auch weiterhin Leistungsprüfung und Zuchtwertschätzung als staatlich-hoheitliche Aufgabe regeln. Neben Bayern und Baden-Württemberg haben auch Sachsen-Anhalt und Brandenburg davon gebraucht gemacht. Der Freistaat Sachsen hat davon keinen Gebrauch gemacht, so dass ab 1.1.2014 die Durchführung von Leistungsprüfung und Zuchtwertschätzung keine staatlich-hoheitliche Aufgabe mehr ist. Dessen ungeachtet besteht weiterhin die Möglichkeit, Leistungsprüfung und Zuchtwertschätzung staatlich zu fördern. In Sachsen ist dies geregelt über die Förderrichtlinie Tierzucht vom 30. Juni 2015 die zuletzt durch die Richtlinie vom 28. Mai 2019 geändert worden ist. Gegenstand sind die Förderung der Durchführung von Leistungsprüfung und Zuchtwertschätzung, die Zuchtbuchführung, Zuchttierschauen, die Haltung existenzbedrohter Rassen und die Merkmalserfassung zu Verbesserung von Gesundheit und Robustheit (GAK-Fördergrundsatz).

  • Die Tierzuchtbehörde ist weiterhin zuständig für die Überwachung und Kontrolle der Rechtsverordnungen von EU, Bund und Land. Dies erfolgt auf der Grundlage eines Kontrollkonzeptes, welches inhaltlich auf Bundesebene abgestimmt ist. Des Weiteren trägt die Tierzuchtbehörde Verantwortung für das Monitoring und den Erhalt der genetischen Diversität der Nutztierpopulationen mit der Vielzahl an Rassen. Für existenzbedrohte Nutztierrassen:
    • Merinofleischschaf, Ostfriesisches Milchschaf, Leineschaf, Skudde , Thüringer Waldziege,
    • Rheinisch Deutsches Kaltblut, Sächsisch-Thüringisches Schweres Warmblut
    • Rotes Höhenvieh und
    • Deutsches Sattelschwein

erfolgt seitens des Referates Tierhaltung des LfULG weiterhin eine Fachbegleitung in Umsetzung des Erhaltungszuchtprogrammes. Für die einzelnen Tierarten ergeben sich aus der geänderten Rechtslage folgende Sachverhalte:

  • Rind: Die Verantwortung für Leistungsprüfung und Zuchtwertschätzung in Sachsen obliegt seit Ende 2013 dem SRV e.G. welcher mit der Durchführung die Masterrind GmbH beauftragt hat.
  • Pferd: Der Pferdezuchtverband Sachsen-Thüringen e.V. hat zum 1.1.2014 eine Neuanerkennung nach Tierzuchtgesetz beantragt. Darin ist die neue Rechtslage zur Durchführung von Zuchtwertschätzung und Leistungsprüfung berücksichtigt. Die Stationsprüfung von Hengsten und Stuten in den Einrichtungen der Sächsischen Gestütsverwaltung (Landgestüt Moritzburg und Hauptgestüt Graditz) erfolgt weiterhin, allerdings auf Grundlage privatrechtlicher Vereinbarungen und schrittweise (für Reitpferdehengste seit 2011) unter Maßgabe der FN.
  • Schaf/Ziege: Dem Sächsischen Schaf- und Ziegenzuchtverband wurde mit Bescheid vom 30.12.2013 die Anerkennung nach Tierzuchtgesetz erneut ausgesprochen. Im Zusammenhang mit der Etablierung eines Fachzentrums Schaf am Standort Köllitsch des LfULG erfolgt die fachliche Begleitung der Erhaltungszuchtprogramme für die existenzbedrohten Rassen, in erster Linie für das Merinofleischschaf. Dies erfolgt auf Basis enger Zusammenarbeit mit dem Zuchtverband.
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