Hauptinhalt

Struktur landwirtschaftlicher Betriebe nach Rechtsformen in Sachsen

Bei der Unterscheidung nach Rechtsformen stellen die Nebenerwerbsbetriebe vor den natürlichen Personen im Vollerwerb (Personengesellschaften und Haupterwerbsbetriebe) zahlenmäßig die größte Gruppe, wobei regionale Unterschiede erkennbar sind. Auf den Verwitterungsböden des Erzgebirges und auf den leichten Standorten Nordsachsens stellen die Nebenerwerbsbetriebe zumeist mehr als die Hälfte aller Betriebe, im Vogtland sogar mehr als 60%. Je besser die standörtlichen Bedingungen werden, desto größer wird der Anteil der natürlichen Personen im Vollerwerb. So haben 45% aller landwirtschaftlichen Betriebe im Vergleichsgebiet Mittelsächsischen Platte diese Rechtsform. Juristische Personen haben einen Anteil zwischen 7 und 16%, wobei deren Anteil in Nordsachsen am höchsten ist.
Die Flächenausstattung ist zwischen den Rechtsformen, aber auch regional sehr unterschiedlich. Die Nebenerwerbler wirtschaften sachsenweit auf rund 20 ha LF (im Süden 17 ha/ in Mittelsachsen 26 ha), die natürlichen Personen im Vollerwerb haben rund 142 ha zur Verfügung (im Süden 90 ha/ der Elbaue bei Torgau 247 ha), und die juristischen Personen rund 850 ha LF (Kammlagen ca. 670 ha, Mittelsächsisches Hügelland ca. 1.140 ha). Im Allgemeinen sind die Betriebe im Nordwesten Sachsens am größten, wobei die Juristischen Personen hier eine Ausnahme bilden. Sie erreichen ihre größten Strukturen in den Vorgebirgslagen und in Ostsachsen.
Entgegen der zahlenmäßigen Dominanz bewirtschaften die Nebenerwerbler durchschnittlich 6%, in den Vergleichsgebieten maximal 10% der LF. Die meisten Flächen, rund 59%, werden von juristischen Personen bewirtschaftet. Dabei steigt deren Anteil in Regionen mit ungünstigeren landwirtschaftlichen Bedingungen (Heidegebiet, Gebirgslagen) zum Teil auf über 70% und fällt in ackerbaulichen Gunstregionen (Lössgebiet) auf unter 50%. Über ein Drittel der Fläche wird von den natürlichen Personen im Vollerwerb bewirtschaftet. So ist deren höchster Anteil, mit 46%, auf den guten Ackerbaustandorten und deren geringster Anteil im Vorland der Mittelgebirge zu finden, wo die natürlichen Personen im Vollerwerb gut ein Fünftel der Flächen bewirtschaften.

Der Anteil der Ackerflächen, den die natürlichen Personen im Vollerwerb bewirtschaften, korrespondiert stark mit deren Anteil an der LF. Der Grünlandanteil variiert dagegen stärker. Die Betriebe dieser Rechtsform bewirtschaften insgesamt über ein Drittel des sächsischen Grünlands und damit rund dreimal mehr als die Betriebe im Nebenerwerb.
Natürliche Personen im Vollerwerb verfügen über einen durchschnittlichen Grünlandanteil von 21% an der gesamten betrieblichen Landwirtschaftsfläche, während die Nebenerwerbsbetriebe einen Grünlandanteil von 42% aufweisen. Das zeigt, dass der Fokus der natürlichen Personen im Vollerwerb eindeutig auf die Bewirtschaftung von Ackerflächen liegt. Die natürlichen Personen im Vollerwerb bilden, insbesondere auf guten Lössstandorten, eine ernsthafte Flächenkonkurrenz zu den juristischen Personen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Flächenaufteilung weiter entwickelt.
Die Nebenerwerbsbetriebe wirtschaften auf 4 bis 10% der beantragten LF. Es ist zu vermuten, dass deren Anteil, im Gegensatz zu der dynamischeren Entwicklung bei den anderen Rechtsformen, relativ stabil bleiben, weil die Flächen der Nebenerwerbsbetriebe

  • sehr grünlandgeprägt und oft kleinteiliger sind,
  • oft vereinzelt liegen und
  • häufiger Eigentum des Bewirtschafters sind und von diesen entsprechend genutzt werden.

Nähere Informationen zum Thema Nebenerwerbslandwirtschaft finden Sie auch in den folgenden Veröffentlichungen

 

zurück zum Seitenanfang