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Schaf und Ziege

In der Bundesrepublik Deutschland sind 2,3 Millionen Schafe registriert, davon stehen 116 000 in Sachsen, die von 1.724 Haltern betreut werden, dazu kommen etwa 12 000 Ziegen. Das im Freistaat züchterisch bearbeitete Rassenspektrum erstreckt sich gegenwärtig über ca. 24 verschiedene Schaf- und 7 Ziegenrassen. Die wirtschaftliche Bedeutung der Schaf- und Ziegenhaltung hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert, auch die Produktpalette hat sich verschoben, aber die züchterischen Aufgaben, der Produktionsebene gesunde und leistungsfähige Zuchttiere zur Verfügung zu stellen, ist die gleiche geblieben.

Stand in der Vergangenheit die Wollproduktion im Zentrum der züchterischen Arbeit, so hat sich gegenwärtig der Schwerpunkt auf die Produktion von Lebensmitteln, Fleisch und Milch, verlagert. Hinzugekommen ist der Einsatz der Schafe und Ziegen in der Landschaftspflege.

Besonders der Einsatz zum Erhalt und zur Pflege der Kulturlandschaft, die Pflege der Deiche zur Vermeidung von Hochwasserschäden unterstreicht die Vielseitigkeit und die Bedeutung von Schaf und Ziege in der heutigen Zeit.

26. Sächsischen Schaf- und Ziegentag

© Ines Burghardt

Infolge der Ausbreitung des Wolfes in ganz Sachsen werden alle Schaf- und Ziegenhalter mit den Erfordernissen des Herdenschutzes konfrontiert.


Dieses Thema stand im Mittelpunkt der Veranstaltung, die von 96 Teilnehmern besucht wurde. Die neue Fachstelle Wolf des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie wurde vorgestellt, es wurde ein Überblick zu den Projekten zum Herdenschutz gegeben und die Kosten sowie die staatlichen Unterstützungen wurden dargestellt.
Desweiteren präsentierte Prof. Dr. Ottmar Distl  Forschungsansätze zur Bekämpfung der Fußkrankheit „Moderhinke“.
Außerdem konnten verschiedene Herdenschutz-Zaunsysteme bei der Firmenpräsentation  angesehen werden.

Vorträge

Untersuchungen zur Erhöhung des Rohfaseranteils durch den Einsatz von Luzernetrockengrün und Stroh in der Lämmermast (2015 - 2017)

Versuchslämmer im Stall © Foerster

Die Untersuchung hat gezeigt, dass im LVG Köllitsch der Einsatz von Luzernetrockengrüngut in verschiedenen Darbietungsformen die Tiergesundheit während der Lämmermastperiode verbessern kann. Aufgrund des höheren Rohfasergehaltes und etwas geringeren Energiegehaltes geht die Masttagszunahme leicht zurück. Doch das Einfüttern nach dem Absetzen gestaltet sich fast ohne Leistungsabfall bei guter Futteraufnahme.

Mit leichten Einbußen in der Mastleistung und der Futterökonomie ist Heu durch Stroh ersetzbar. Im dargestellten Versuch würde die Verlängerung der Lämmermast um 5 Tage das adäquate Endgewicht wie die Heu-Pellet-Ration erzielen. Dabei werden Lämmer in vergleichbarer Qualität und guter Gesundheit erzeugt. Diese Mastverlängerung wäre bei geringen Strohpreisen, zum Beispiel bei im Betrieb selbst erzeugtem Stroh als Nebenprodukt des Marktfruchtanbaus von Getreide, bei den Futterkosten ökonomisch vergleichbar oder sogar preiswerter. Da eine qualitativ hochwertige Heuerzeugung sehr witterungsabhängig ist und entsprechende Verfahrenskosten verursacht, bietet sich der Einsatz von Stroh als Grobfuttermittel als eine praxisrelevante Methode auch in Deutschland in der Schaffütterung an.
Den ganzen Abschlussbericht finden sie anhängend als Download.

© Schaf

Workshop Herdenschafhaltung am 15.03.2018 mit Düngeverordnung

Daten und Fakten in der Schafhaltung

Weitere Informationen im Agrarstatus

Als Säule wird die Entwicklung des Schafbestands insgesamt gezeigt. Er ist seit Jahren rückläufig. Mit Linien wird die Entwicklung in den sächsischen Agrarstrukturgebieten dargestellt. In Nordwest-Sachsen ist die Schafdichte am höchsten. © LfULG

Grafik: Schafbestand und Schafbesatz in Sachsen (Quelle: Agrarförderung, nur Betriebe in Anlehnung an die Definition des Agrarstatistikgesetzes)

Die Karte zeigt die Entwicklung der Mutterschafhaltung in den Agrarstrukturgebieten. Seit 1998 gaben viele Betriebe die Mutterschafhaltung auf und der Mutterschafbestand sank. Im Norden stehen die größten Bestände und fast 60% der Mutterschafe. © LfULG

Grafik: Regionale Entwicklung der Mutterschafhaltung in Sachsen (Quelle: Agrarförderung)

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