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Rechtliche Regelungen und Bekämpfung

Das Bakterium kann nicht durch herkömmliche Pflanzenschutzmaßnahmen bekämpft werden. Die Europäische Union hat deshalb den Durchführungsbeschluss (EU) 2015/789 über Maßnahmen zum Schutz der Union gegen die Einschleppung und Ausbreitung von Xylella fastidiosa erlassen.

Ein bestätigter Befall mit dem Bakterium hat weitreichende Folgen für die gesamte Region in der die Befallspflanze nachgewiesen wurde. Die zu ergreifenden Maßnahmen haben die Tilgung des Auftretens von Xylella fastidiosa zum Ziel und lauten wie folgt:

  • Abgrenzung einer Befallszone und einer 5 km breiten Pufferzone
  • Vernichtung aller bekannten Wirtspflanzen (u.a. Wein, Süßkirschen, Bergahorn) sowie aller befallsverdächtigen Pflanzen im Umkreis von 100 m
  • Anbauverbot für Wirtspflanzen in der Befallszone
  • Verbringungsverbot für spezifizierte Pflanzen aus der Befallszone
  • Verbringungsverbot für spezifizierte Pflanzen aus der 5 km Pufferzone
  • Jährliche Sichtkontrollen und Probenahmen in der gesamten 5 km Pufferzone
  • Maßnahmen gelten für einen Zeitraum von insgesamt 5 Jahren

Bei Nachweis eines isolierten Befalls und unter bestimmten Voraussetzungen kann die Breite der Pufferzone und die Dauer der Maßnahmen reduziert werden. Dabei handelt es sich jedoch um eine Einzelfallentscheidung, die abhängig von den örtlichen Begebenheiten ist und individuell geprüft werden muss.

Die Lieferung von Wirtspflanzen aus einem abgegrenzten Gebiet wie in Italien und Frankreich in andere Gebiete der EU ist unterbunden bzw. unterliegt strengen Auflagen. Um die Einschleppung des Bakteriums aus Befallsländern außerhalb der EU zu verhindern, wurden folgende Importbeschränkungen erlassen:

  • Importverbot für Coffea-Pflanzen aus Honduras und Costa Rica
  • Import von Pflanzen nur aus bei der EU gemeldeten befallsfreien Drittländern (z.B. Israel, Kenia, Äthiopien, Kanarische Inseln) mit Pflanzengesundheitszeugnis  und nach visueller Kontrolle beim Import
  • Import von Pflanzen aus Befallsgebieten (z.B. in den USA) nur nach Einhaltung strenger Auflagen, mit Pflanzengesundheitszeugnis und nach Testung beim Import
  • Import von Pflanzen der Arten Coffea, Lavandula dentata L., Nerium oleander L., Olea europaea L., Polygala myrtifolia L. und Prunus dulcis (Mill.) D.A. Webb nur, wenn diese auf einer Fläche angebaut wurden, die jährlichen amtlichen Inspektionen und Probenahmen unterzogen wird. Dabei ist ein Probeschema anzuwenden, dass mit einem Konfidenzniveau von 99% eine Präsenz befallener Pflanzen von 5% festgestellt werden kann.

Außerdem besteht eine Pflanzenpass- und damit Kontrollpflicht für Wirtspflanzen, die außerhalb von abgegrenzten Gebieten also auch in Sachsen produziert werden. Zu diesen Wirtspflanzen gehören u.a. Lavendel, Hebe, Immergrün (Vinca), Oleander, Rosmarin, Lorbeer u.a. Die Liste der passpflichtigen Wirtspflanzen wird ständig aktualisiert und kann hier auf der Internetseite der EU Kommission eingesehen werden.

Die Pflanzenarten Coffea sp., Lavandula dentata L., Nerium oleander L., Olea europaea L., Polygala myrtifolia L. und Prunus dulcis (Mill.) D.A. Webb wurden nachweislich mehrfach von Xylella fastidiosa befallen und bieten einen leichten Weg für die Ausbreitung der Krankheit in der europäischen Union. Zum Anpflanzen bestimmte Pflanzen der oben genannten Arten dürfen nur innerhalb der Union verbracht werden, wenn diese auf einer Fläche angebaut wurden, die jährlichen amtlichen Inspektionen einschließlich Probenahmen unterliegt. Dabei ist ein Probeschema anzuwenden, dass mit einem Konfidenzniveau von 99% eine Präsenz befallener Pflanzen von 5% festgestellt werden kann. Somit werden bei diesen Kontrollen auch Latenzproben von nicht symptomatischen Pflanzen genommen und untersucht. Außerdem sind die Aufzeichnungen über gelieferte Partien und den dazugehörigen Lieferanten über einen Zeitraum von drei Jahren aufzubewahren.

Hinweise und Meldungen an:

Sächsische Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat Pflanzengesundheit

Telefon: 035242/ 631 9333

E-mail: pflanzengesundheit@smul.sachsen.de

 

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