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Pferd

Historisch betrachtet ist Sachsen kein traditionelles Pferdezuchtland. Erst 1873 wurde damit begonnen, die Grundlagen für eine eigene bodenständige Pferdezucht zu schaffen. Mit dem Aufstellen eines eigenen Zuchtzieles und eines Rassezuchtprogramms entwickelte man unter Nutzung weiterer Importe von Zuchttieren aus Oldenburg und Ostfriesland das Schwere Warmblutpferd für den wirtschaftlichen Einsatz. Heute ist die kontinuierlich in Reinzucht gezüchtete Rasse weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt.

Das 1828 in Moritzburg gegründete Landgestüt betreibt bis heute mehrere Deckstationen in allen Landesteilen in Wahrnehmung seines staatlichen Auftrages zur Entwicklung und Förderung der Landespferdezucht. Die Qualität der lokalen Pferdezuchten konnte maßgeblich verbessert werden. Heutige Nachfolgeeinrichtung ist die 1992 durch den Freistaat Sachsen gegründete Sächsische Gestütsverwaltung (SGV).

Ein Verwaltungsabkommen mit dem Freistaat Thüringen regelt das Wirken der SGV im benachbarten Zuchtgebiet, das mit dem sächsischen 2005 durch Verschmelzung im Pferdezuchtverband Sachsen-Thüringen e.V. eine vollständige Vereinigung gefunden hat. Damit wurde ein neues Kapitel der Zuchtarbeit aufgeschlagen. Auch auf dem Weg der Kooperation hat sich der Pferdezuchtverband Sachsen-Thüringen e.V. rechtzeitig den Aufgaben der Zeit gestellt. Unter seiner maßgeblichen Mitwirkung ist es in der Arbeitsgemeinschaft der Süddeutschen Pferdezuchtverbände (AGS) gelungen, das Deutsche Sportpferd (DSP) als eigenständige Reitpferderasse und als Marke zu etablieren und konkurrenzfähig zu machen.

Aufbauend auf die im Freistaat Sachsen seit der politischen Wende geschaffenen und kontinuierlich ausgestalteten wirtschaftlichen Grundlagen konnten sich Pferdezucht und Pferdesport in einem harmonisch ergänzenden Gleichklang bis heute sehr erfolgreich entwickeln. In den beiden Zuchtbereichen Sachsen und Thüringen ist es bis heute gelungen, den Anschluss an die Hochzuchtgebiete der deutschen Pferdezucht herzustellen und die Wettbewerbsfähigkeit weiter auszubauen. Die deutliche Qualitätssteigerung der lokalen Pferdezucht seit 1990 drückt sich in den Erfolgen sowohl in züchterischen wie auch in turniersportlichen Wettbewerben auf nationaler und internationaler Ebene aus. Inzwischen verbinden sich auch mehrere Europa- und Weltmeisterschaftstitel sowie hochkarätige Champions mit Zuchtprodukten und Pferdesportlern aus dem Verbandsgebiet.

Um die sächsische Pferdewirtschaft zukunftsfähig auszurichten, zu stärken und für eine bessere Vernetzung unter den Institutionen zu sorgen, unterstützte der Freistaat Sachsen dieses Ziel mit einem zweijährigen Forschungs- und Entwicklungsprojekt, aus dem die Initiative “Pferde in Sachsen” resultierte.

Viele Bürger wenden sich dem Pferd heute nicht aus rein sportlicher Ambition zu, sondern verbringen zur Entspannung und dem Naturerleben ihre Freizeit mit dem Partner Pferd. Der Pferdesport in seiner Vielfalt der Disziplinen, Anforderungen und Reitweisen hat nach wie vor eine große Bedeutung, muss sich aber zusehends gegen neue Outdoor-Freizeitangebote behaupten. Auch in der Erholung und Touristik, in der Rehabilitation und Therapie sowie aus züchterischem Interesse und bis hin zum historischen Brauchtum im Vereinsleben beschäftigen sich Menschen mit dieser Tierart. Das Pferd bietet neben persönlichkeitsbildender und gesundheitsfördernder Wirkung zugleich auch berufliche Perspektiven für Jugendliche und zudem Einkommensalternativen für Landwirte und Gewerbetreibende, die ihre Erwerbstätigkeiten mit dieser Tierart teilweise oder sogar vollständig begründen.

Die höchste Pferdedichte findet sich im Freistaat Sachsen heute in den Ballungsgebieten Leipzig, Chemnitz und Dresden sowie im Landkreis Zwickau. Weitere Informationen zur Entwicklung des Pferdebestandes und der Zuchtstutenpopulation finden Sie im Agrarstatus Pferd.

 

In der Grafik ist die Verteilung der in Sachsen gemeldeten Pferde und Ponys unterteilt nach Landkreisen ersichtlich.
Verteilung der in Sachsen gemeldeten Pferde und Ponys nach Landkreisen  © LfULG
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