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Milchviehhaltung in Sachsen - Regional

Der ökonomisch wichtigste Zweig der tierischen Produktion ist in Sachsen die Milchviehhaltung. In über 830 sächsischen Betrieben oder bei 15% aller Landwirte stehen Milchkühe. In den Gebirgsregionen produziert sogar mehr als jeder fünfte Betrieb Milch. Rund 51% der Milchkühe stehen in Betrieben im Lössgebiet, rund 8% im Heidegebiet und 41% im Bergland.
Dabei sind die Strukturen der Milcherzeugung recht unterschiedlich. Rund 49% aller Milcherzeuger befinden sich im Gebirge bzw. in den Vorgebirgslagen, 42% im Lössgebiet und 9% in Nordsachsen. Entsprechend sind auch die Bestandsgrößen der Milchviehhalter. In Mittelsachsen werden über 280, in Nordsachsen mehr als 310 Milchkühe pro Betrieb gezählt, was weit über dem sächsischen Durchschnitt von 221 Tieren liegt. Im Süden sind die Bestände mit 160 bis 180 Milchkühen pro Betrieb fast nur noch halb so groß wie im Norden.

Aufgrund der volatilen Bedingungen auf dem Milchmarkt unterliegt die sächsische Milchwirtschaft einem ständigen Anpassungsprozess. Seit der Jahrtausendwende ist die Entwicklung von einem starken Rückgang der Milchproduzenten und einer gleichzeitigen Spezialisierung und Effizienzsteigerung der verbleibenden Milcherzeuger geprägt. Dieser Trend ist auch unabhängig des statistischen Bruchs von 2010 (Einführung neuer statistischer Erhebungsgrenzen) unverkennbar.

Knapp 185 Tsd. Milchkühe stehen 2016 in Sachsens Ställen und damit rund 35 Tsd. Milchkühe weniger als zur Jahrtausendwende. Der zunächst deutliche Rückgang verlangsamte sich 2007 wesentlich. Seit 2013 kam es wieder zu einer leichten Erholung des Bestands. In den Agrarstrukturgebieten war der Rückgang verschieden. Während der Bestandsabbau im Erzgebirge teils mehr als 16% beträgt, liegt der Rückgang in Nord- und Mittelsachsen zwischen 13 bis 15% und in der Oberlausitz bei 18%.

Seit dem Jahr 2000 sind mehr als 830 Betriebe aus der Milchproduktion ausgestiegen, davon hatten die meisten höchstens 150 Milchkühe. Dies entspricht einer Halbierung der Anzahl der Betriebe seit der Jahrtausendwende. Die Konzentration der Milchproduktion auf weniger Standorte führte zu einer effizienteren Produktion und damit zu einer Stabilisierung der Betriebe. Vermehrt geht diese Entwicklung auch mit einer Erweiterung großer Milchviehstandorte einher. Der Bestand pro Milchviehbetrieb ist so seit der Jahrtausendwende kontinuierlich angestiegen und liegt sachsenweit 2016 bei 221 Milchkühen pro Milcherzeuger. In Nordsachsen stehen über 130, im Lössgebiet rund 100 und im Süden fast 60 Milchkühe mehr bei jedem Milchproduzenten als zur Jahrtausendwende.

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