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Maiszünsler

Bekämpfungsnotwendigkeit

Im Herbst, kurz vor der Ernte, ist der richtige Zeitpunkt, den Maiszünslerbefall in den Beständen festzustellen.

Dazu sollten im Bestand gut verteilt mindestens 50 Pflanzen kontrolliert und auf 100 Pflanzen hochrechnet werden. Bohrlöcher im Stängel, Bohrmehl in den Blattachseln und auch Stängelbruch sind ein sicheres Indiz für den Maiszünslerbefall.

Wenn ein Befall von 30 bis 40 % befallene Pflanzen ermittelt wurde, ist im Folgejahr mit einem bekämpfungswürdigen Befall zu rechnen. An dieser Stelle wird aber ausdrücklich auf die wirkungsvollste Methode der Maiszünslerbekämpfung hingewiesen.

Die ackerbauliche Maßnahme zeigt den größten Wirkungsgrad bei der Reduzierung der Maiszünsler-Population für das Folgejahr:

  • Erfassung zahlreicher Raupen durch einen tiefen Schnitt bei der Ernte und bodennahe Zerkleinerung der Stoppeln
  • durch Zerkleinerung der Pflanzenreste und Aufbrechen der Maisstoppeln wird die Lebensgrundlage für die Maiszünslerlarven zerstört

Die Zerschlagung der Stoppeln ist wichtiger als eine alleinige tiefe Einarbeitung. Die Feuchtigkeit als größter »Feind« der Maizünslerlaven kann dadurch besser in die Stoppel eindringen. Durch die oben genannten Maßnahmen kann die Populationsdichte um ca. 90 % verringert werden. Dieser Effekt tritt auch dann ein, wenn die Zerkleinerung erst im Frühjahr erfolgt. Ein Erfolg ist aber nur möglich, wenn diese Vorgehensweise in einer ganzen Region eingehalten wird. Durch gründliche Stoppelbearbeitung im Herbst wird die Rotte gefördert und zusätzlich das Fusariumrisiko gemindert.

Stoppeldepot

In den einzelnen Regionen kann in Abhängigkeit der Witterung (Temperatur) die Flugaktivität des Maiszünslers unterschiedlich sein. Es ist nicht möglich, diese feine Differenzierung im Warndienst darzustellen. Damit Sie für Ihr Gebiet die Bekämpfungstermine genauer bestimmen können, empfehlen wir Ihnen den Bau und die Anlage eines Stoppeldepots (siehe Foto).

Bei den Seitenwänden und dem abnehmbaren Deckel wurde eine Gaze eingezogen. Der Boden ist offen. Wichtig ist, dass der Kasten dicht ist, damit der Maiszünsler nicht flüchten kann. Im Herbst werden 50 intakte Stoppeln mit Bohrloch gesammelt. Die Maisstängel nicht öffnen! Es besteht sonst die Gefahr, dass Feuchtigkeit eindringt und die Larven absterben. Die gesammelten Stoppeln in das Depot legen oder auf einer offenen Brache überwintern lassen.

Den Käfig am Ackerrand oder auf einer offenen Stelle aufstellen. Keine Betonfläche oder Rasenfläche nutzen! Die Bedingungen und die Temperaturen werden dadurch leicht verfälscht.

Ab Anfang Juni schlüpft der Maiszünsler aus den Stoppeln. Die Gefahr einer Verwechslung mit weiteren Schmetterlingen besteht nicht! Bei 50 Stoppeln können sich über den Beobachtungszeitraum von ungefähr 8 bis 10 Wochen ca. 50 Falter entwickeln. Eine tägliche Kontrolle ist zu empfehlen, damit der Flugbeginn, Termin für den Trichogrammaeinsatz sowie der Hauptschlupf des Maiszünslers, Termin für die chemische Bekämpfung, nicht verpasst wird.

Stoppeldepot für die Ermittlung des Maiszünslerfanges

Stoppeldepot für die Ermittlung des Maiszünslerfanges

Intakte Maisstoppel mit Bohrloch im Stoppeldepot

Intakte Maisstoppel mit Bohrloch im Stoppeldepot

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