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Maisanbau in Sachsen - Regional

Mais ist eine der energiereichsten Pflanzen in Sachsen und eignet sich hervorragend als Grundfutter für die Milchviehhaltung. Mit der rapiden Abnahme der Milchviehbestände in den 1990er-Jahren sank auch die Anbaufläche für Silomais auf unter 60.000 ha. Erst seit der Jahrtausendwende wurde der Anbau, trotz der gesunkenen Milchviehbestände, wieder ausgeweitet. 2016 lag die Anbaufläche für Mais (Silomais und Körnermais) in Sachsen bei rund 94.000 ha. Silomais-Grünmais und Körnermaisanbaufläche machen einen Gesamtanteil an der Ackerfläche von 13,5% aus.
Der Anbauanteil liegt damit aber weit unter dem Bundesdurchschnitt von rund einem Fünftel der Anbaufläche.

Die Trendumkehr um die Jahrtausendwende wurde u. a. mit der Erweiterung des Nutzungsspektrums von Mais bewirkt. Hier ist v. a. die energetische Nutzung als Substrat für Biogasanlagen (BGA) zu nennen. Die politischen Rahmenbedingungen dazu wurden durch die Vergütungsregelungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) geschaffen, die den Einstieg in eine Energiewende unterstützen sollen. Vor diesem Hintergrund sind beispielsweise in Nord- und Mittelsachsen einige wenige industriell betriebene BGA (>1MWel), die als Biomethaneinspeiseanlagen betrieben werden, errichtet worden. Diese Anlagen verwenden fast zu 100% Mais, der von den Landwirten aus dem unmittelbaren Umfeld auf Basis von Zulieferverträgen bereitgestellt wird. Der sachsenweit regional stärkste Anstieg der Anbauflächen in den ASG 1 und 3 beinhaltet diese Flächen.

Untersuchungen des LfULG zeigen, dass in Sachsen überwiegend Gülle (> 70 % der Gesamtration) und weniger Mais als Grundsubstrat für die BGA landwirtschaftlicher Betriebe eingesetzt wird. Das ist darin begründet, dass Biogasanlagen als Nebenanlagen der Tierproduktion errichtet wurden und somit eine sinnvolle energetische Verwertung des tierischen Wirtschaftsdüngers in der Biogasanlage erfolgen kann. Aufgrund dessen ist der Maisanbau in Sachsen, trotz der Ausweitung von BGA, weit weniger gestiegen als in anderen Bundesländern. In den Kammlagen der sächsischen Mittelgebirge ist der Anbau aufgrund der standörtlichen Bedingungen sehr begrenzt und ist über die Jahre auf niedrigem Niveau konstant geblieben.

Seit Beginn des Jahrtausends ist der Maisanbau im Gebirgsvorland (ASG 4) und in der Oberlausitz (ASG 2) um 3.400 bis 3.900 ha ausgeweitet worden, was sich in einer Zuwachsrate von 30 bis 36 % ausdrückt. In Nordsachsen (ASG 1) kam es zu einer Ausweitung des Anbaus um über 70 %, was einem Plus von fast 8.000 ha Mais entspricht.
In diesem Raum entstanden einige industriell betriebene BGA, die in die Einspeisung von Biomethan in das örtliche Erdgasnetz investiert haben. Im mittelsächsischen Lössgebiet (ASG 3) hat sich der Maisanbau um 44 % erweitert, dies sind gut 8.900 ha. Da die jährliche Anbaufläche Schwankungen unterliegt, zeigt die unten folgende Karte den Vergleich eines 3-Jahres-Mittels zwischen den Jahren 2004-2006 und 2014-2016.

Der in den u. a. Abbildungen betrachtete Zeitraum zeigt einen starken relativen Anstieg (+46%) auf geringem absoluten Niveau (+ 19.000 ha). Seit 2012 ist die Anbaufläche für Mais nochmals leicht angestiegen, wobei diese Steigerung durchaus durch die Vorratswirtschaft der Landwirte beim Futter nach schlechten Erntejahren wie in 2013 und durch eine Zunahme der Milchviehbestände beeinflusst war.

Einen Überblick über die Standorte der Biogasanlagen in Sachsen, auch über gewerbliche BGA sowie andere Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien, finden Sie auf den Seiten der Sächsischen Energieagentur  SAENA.

Mehr zum Informationen rund um das Thema Mais und Biogas finden Sie auch unter

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