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Erfolgskontrolle von Fischaufstiegsanlagen

Schutz und Entwicklung der aquatischen Ressourcen

Wissenschaftliche Begleitung und Erfolgskontrolle von Maßnahmen der Landestalsperrenverwaltung zur Verbesserung von Fließgewässern als Lebensräume für Fische.

Die Durchgängigkeit von Fließgewässern, sowohl für stromauf- als auch für stromabwärts wandernde aquatische Organismen, stellt eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung und Stabilität intakter Lebensgemeinschaften, insbesondere für die Ichthyofauna dar. Aktuell werden die Wanderkorridore allerdings durch eine Vielzahl von Wanderhindernissen, wie Wehre oder Stauanlagen mit und ohne Wasserkraftnutzung unterbrochen. Betroffen hiervon sind nicht allein diadrome Arten wie Meerneunauge (Petromyzon marinus), Stör (Acipenser sturio), Lachs (Salmo salar) und Aal (Anguilla anguilla) die während ihrer Laichwanderung zwischen Lebensräumen im Süßwasser und denen im Meer wechseln. Auch für unsere potamodromen Kurz- und Mitteldistanzwanderfische wie Barbe (Barbus barbus), Nase (Chondrostoma nasus), Quappe (Lota lota), Bachforelle (Salmo trutta f. fario), Äsche (Thymallus thymallus) und Bachneunauge (Lampetra planeri), sowie für zahlreiche andere in den Gewässersystemen des Binnenlandes wandernden Fischarten, stellt die Durchgängigkeit unserer Fließgewässer ein bedeutende Grundlage für Laichwanderungen und die Erschließung neuer Nahrungsgründe dar.

Fischwanderungen erfolgen zum Aufsuchen der Laichplätze, Fressplätze, Winterlager oder Brutentwicklungshabitate. Werden diese Wanderwege in Flüssen durch Querverbauungen unterbrochen, können bestimmte, zeitweise notwendige Teillebensräume juveniler bzw. adulter Fischarten nicht mehr erreicht werden. Der genetische Austausch der einzelnen Populationen in den Fließgewässern wird dabei meist völlig unterbunden.

Das Fließgewässerkontinuum ist aber eine wichtige Voraussetzung für die Natürlichkeit des Fischbestands. Mit der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (Richtlinie 2000/60/EG des Europäischen Parlamentes und des Rates vom 23. Oktober 2000) wurde ein Rahmen für das anspruchsvolle Ziel der EU, bis zum Jahr 2015 in allen europäischen Binnengewässern einen »guten ökologischen Zustand« zu erreichen, ausgearbeitet.

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Bild: Sohlengleite Köttewitz (Müglitz) nach Rückbau

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 76: Fischerei

Dr. Gert Füllner