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Aalmanagement in Sachsen

Der extreme Rückgang des Glasaalaufkommens an den Europäischen Küsten machte Maßnahmen zum Schutz des Europäischen Aals erforderlich. Dazu wurde im Jahr 2007 von der EU eine Verordnung erlassen, welche die Mitgliedstaaten verpflichtet, Maßnahmen zur Verbesserung der Situation durchzuführen.

Projektlaufzeit:

10/2008 – 12/2015

Projektziele:

  • Fachbegleitung der Maßnahmen zur Wiederauffüllung des Europäischen Aals im Freistaat Sachsen
  • Mitwirkung bei der Erstellung und Überwachung des Aalmanagementplans für das Einzugsgebiet der Elbe
  • Ergebnisdokumentation der durchgeführten  Maßnahmen
  • Datenbereitstellung für das Berichtswesen nach der Verordnung (EG) Nr. 1100/2007

Projektergebnisse:

Der Freistaat Sachsen ist bei der Erstellung und Umsetzung der Managementpläne für die Elbe und Oder aktiv beteiligt gewesen. Folgende Maßnahmen wurden ergriffen:

  • Erhöhung des Mindestmaßes des Aals von 40 auf 50 cm
  • Umfangreiche Besatzmaßnahmen mit Farmaal
  • Monitoring der aufsteigenden Aale und der abwandernden Blankaale
  • Erfassung der Wanderhindernisse für Aale
  • Schadstoffmonitoring
  • Datenerhebungen zu Aalbesatz, Fang und Handel

Nach Inkrafttreten der EU-Aalverordnung im Jahr 2007 erfolgte aus Mitteln des Europäischen Fischereifonds und durch die Fischereiausübungsberechtigten in Sachsen ein Besatz mit ca. 30.000 kg Jungaalen. 

Der Fang an Speiseaal durch Berufs- und Angelfischerei beträgt gegenwärtig ca. 5 t/Jahr. Dieser Wert sollte in den nächsten Jahren in Folge der umfangreichen Besatzmaßnahmen der letzten Jahre deutlich ansteigen.

Die Gesamtmenge der aus Sachsen nach Brandenburg abwandernden Aale konnte an Hand der bisher erfassten Daten bisher nicht quantifiziert werden.

Die abwandernden sächsischen Aale haben eine gute Kondition. Ihr Befall mit dem Schwimmblasenwurm Anguillicola crassus liegt auf dem Niveau anderer deutscher Bundesländer.

Wegen der natürlicherweise ungünstigeren Ernährungsbedingungen benötigen Aale in Sachsen bis zum Erreichen des Blankaalstadiums länger als z.B. in den nährstoffreichen Flussseen Brandenburgs. Sie sind damit aber auch länger jeder Art von Gefährdung ausgesetzt. Gefährdungen des Aalbestands gehen von Querbauwerken, Prädatoren, Parasiten aber natürlich auch von der Entnahme durch Fang aus.

An vier Standorten von Wasserkraftanlagen (WKA) in Sachsen wurde eine an der Uni Kassel entwickelte innovative Fischschutzlösung für abwandernde Aale in der Praxis installiert. Bei der Funktionskontrolle am Standort WKA Ruhlmühle (Spree) passierten 95 %  der Aale das Wehr bzw. die WKA über dieses Abstiegssystem („Kasseler Aalrohr“).

Marginalspalte

Bild: Aal

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 76: Fischerei

Dr. Gert Füllner

Abschlussbericht

Aalmanagement in Sachsen

Aalmanagement in Sachsen

Finanzierung

3.1 Abbildung 40678

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