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Schadstoffuntersuchungen von Fischen

Ergebnisse der Schadstoffuntersuchungen sächsischer Angelfische 2016

2016 wurden Fische der Elbe, der Freiberger und der Zwickauer Mulde in Einzelproben auf Schadstoffe nach lebensmittelrechtlichen Vorgaben und auf prioritäre Stoffe laut Oberflächengewässerverordnung (OgewV) bezüglich der Einhaltung von Umweltqualitätsnormen untersucht. Daneben erfolgte die Beprobung von 10 weiteren Gewässern auf die Einhaltung von Umweltqualitätsnormen (UQN) mittels Mischproben. Dabei wurden gleichzeitig Messergebnisse für die geregelten Schadstoffe gewonnen.

Bei den Untersuchungen von Elbfischen im Jahr 2016 wurden gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegene Schadstoffkonzentrationen festgestellt. Dies betraf Quecksilber, die sechs Indikator-PCB, Hexachlorbenzol (HCB) und DDT. Höchstwertüberschreitungen wurden bei HCB erstmals seit 2007 und bei DDT seit 2008 festgestellt. Die Belastung mit PCB im Jahr 2015 durch Verunreinigungen in der tschechischen Elbe hat sich aus dem Bereich der Oberelbe in den unteren sächsischen Abschnitt verlagert. Die Untersuchungen auf Dioxine/Furane und dioxinartige PCB in der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen (LUA) erbrachten für den Grenzbereich zu Tschechien ebenfalls einen Rückgang der entsprechenden Werte, die sich nun wieder im Normbereich befinden.

Bei Quecksilber stieg die mittlere Konzentration wieder etwas an. Der Mittelwert von 62,4 Prozent des zulässigen Höchstwertes bewegt sich in der Schwankungsbreite der letzten zehn Jahre, allerdings im oberen Bereich. Der Belastungsgrad der Elbfische ist gegenüber dem Vorjahr konstant geblieben. 81 Prozent der Probefische blieben ohne jede Beanstandung. Die Mittelwerte aller Fische an den einzelnen Probenahmestellen halten die jeweiligen Höchstwert ein.

Fische aus der Freiberger und der Zwickauer Mulde wiesen bei chlorierten Kohlenwasserstoffen nur geringe, in Einzelfällen mittlere Konzentrationen auf. Lediglich ein Wels aus der Freiberger Mulde übertraf die zulässigen Werte bei PCB und DDT. Alle anderen Fische wiesen Konzentrationen unter den lebensmittelrechtlichen Höchstwerten auf. Bei Quecksilber wurden in Fischen beider Mulden geringere Werte als in der Elbe gemessen. Allerdings kam es in der Zwickauer Mulde bei vier Fischen zu geringen bis mittleren Überschreitungen. In der Freiberger Mulde gab es dagegen nur eine Überschreitung, die mit 20 Prozent aber relativ gering ausfiel.

Aufgrund der größeren Abweichungen der Schadstoffkonzentrationen in Fischen werden für die untersuchten Gewässer differenzierte Verzehrempfehlungen gegeben, die sowohl lokale Besonderheiten als auch Abhängigkeiten von Art und Größe berücksichtigen. Siehe dazu die ausführliche Darstellung im aktuellen Jahresbericht ab Seite 21.

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Bild: Ergebnisse der Schadstoffuntersuchungen sächsischer Angelfische

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 76: Fischerei

Matthias Pfeifer