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Parasitenbekämpfung im Zuflusswasser von Fischhälteranlagen

Untersuchungen zu Möglichkeiten einer wirksamen Entkeimung des Zulaufwassers einer Fischzuchtanlage am Beispiel der Hälteranlage Sproitz

Mit den durchgeführten Untersuchungen sollte eine in der Praxis anwendbare Therapie einer durch Dreissena spec. verursachten massiven Zerkarieninvasion in einer bedeutenden Fischhälteranlage in Sachsen entwickelt und erprobt werden. Durch die Anwendung unterschiedlicher Verfahren sowie die Durchführung von Infektionsversuchen gelang es, als infektiöses Agens des Verlustgeschehens den Trematoden Bucephalus polymorphus zu diagnostizieren. Der Trematode durchläuft eine Entwicklung als Sporozyste in der massenhaft im Stausee Quitzdorf vorkommenden Dreikantmuschel Dreissena polymorpha, wandert als Zerkarie in Cypriniden als Zwischenwirt und wandelt sich dort zur Metazerkarie um. Raubfische sind der Endwirt des Parasiten. Bei allen befallenen Fischarten treten unterschiedlich hohe Verluste auf.

Die Möglichkeiten unterschiedlicher physikalischer Verfahren (Dekantieren, Ultraschallanwendungen, Bestrahlung mit UV-Licht) wurde die Möglichkeit der Zerkarienbekämpfung untersucht. Der einfache Aufprall zerkarienhaltigen Wassers aus unterschiedlichen Fallhöhen führte zu Verletzungen bzw. zum Tod des Parasiten. Ultraschall brachte bei entsprechenden Energiedichten im Labor Mortalitäten des Parasiten von 60-100 %, UV-Bestrahlung führte ebenfalls zu einer signifikanten Schädigung. In Feldexperimenten konnten die Ergebnisse bestätigt werden.

Aufbauend auf Recherchen des internationalen Schrifttums wurden weitere potenzielle Methoden zur Erregerbekämpfung (Ozonisierung, Filtration, Verwendung von elektrischen Strom, biologische Bekämpfung) den getesteten Lösungsmöglichkeiten gegenübergestellt und hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und ökologischen Verträglichkeit diskutiert. Es wurde deutlich, dass gegenwärtig kein technisches Verfahren existiert, welches zur kostendeckenden und somit effizienten Behandlung der gesamten Zuflusswassermenge geeignet ist. Eine kostengünstige Lösung würde lediglich die Bekämpfung der Dreikantmuschelbestände im Stausee Quitzdorf durch den Muschel fressenden Cypriniden Mylopharyngodon piceus darstellen. Der Besatz dieser aus Ostasien einzuführenden Fischart würde jedoch in freien Gewässern ein erhebliches ökologisches Risiko darstellen und ist daher abzulehnen.

Zur Lösung der Zerkarienproblematik in der Fischhälteranlage Sproitz wird empfohlen, flexible UV-Lampen mit einer effektiven UV-C-Strahlungsdosis von größer gleich 400 J/m² zu verwenden, welche flexibel in den Fischhälterungseinrichtungen installiert werden können. Die UV-Lampen können gezielt bei der Hälterung sensibler Fischarten eingesetzt werden, sind relativ kostengünstig zu beschaffen und zu betreiben und bekämpfen darüber hinaus sämtliche eindringenden Erreger.

Marginalspalte

Bild: Sporozysten aus D. polymorpha: Keimschläuche mit Zerkarien

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 76: Fischerei

Dr. Gert Füllner

Zerkarien

Abbildung Zerkarien 2

Abbildung Zerkarien 3