Herkunftsvergleich Karpfen
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Herkunftsvergleich Karpfen

Projekttitel:

Vergleich der Eignung verschiedener Gebrauchskarpfenbestände (Cyprinus carpio L.) zur Teichaufzucht unter Verwendung des „Communal testings“ und Zuordnung von Herkünften über Mikrosatellitenmarkeranalysen

Projektlaufzeit:

01/2012 - 11/2016

Projektziele:

  • Vergleich der Leistung von genetisch weit entfernten deutschen Herkünften von Teichkarpfen mit definierten internationalen Züchtungen hinsichtlich Zuwachs, Futterverwertung, Vitalität und Produktqualität bei Aufzucht aus Karpfenbrut bis hin zum Speisefisch.
  • Klärung der Frage, ob durch den Einsatz mutmaßlich resistenterer Karpfenbestände eine Verringerung der KHV-bedingten Verluste in der Karpfenteichwirtschaft und damit ein Beitrag zur nachhaltigen, zukunftsorientierten Karpfenteichwirtschaft erwartet werden kann.

Projektergebnisse:

  • Die Zuchtarbeit in der Karpfenteichwirtschaft ist in Deutschland seit Jahren auf Erhaltungszustand reiner Linien beschränkt. In anderen Ländern sind Zuchtziele definiert worden und eine Reihe von osteuropäischen Forschungsinstituten arbeitet seit Jahren an der Verbesserung der Leistungen des Karpfens.
  • Zwischen den ausgewählten genetisch unterschiedlichen Zuchtlinien des Karpfens konnten messbare Leistungsunterschiede festgestellt werden. Es gibt jedoch keine Herkunft, die in allen geprüften Belangen den anderen deutlich überlegen war. Gute Werte bei den Kennzahlen der Teichaufzucht bzw. der Überwinterung korrespondieren deshalb nicht zwangsläufig mit den Ergebnissen bei Produktqualität oder Krankheitsresistenz.
  • Herausragend positive Ergebnisse hinsichtlich ihrer Eignung für die Teichaufzucht erreichten die Schuppenkarpfen der Herkunft CZ 1 - eine Kreuzung Třebon x Ropscha aus dem Flusseinzugsgebiet Blanice (Otava-Moldau-Elbe).
  • Zwischen allen geprüften Herkünften waren bei einer Reihe von Parametern Leistungsunterschiede nachweisbar, von denen ein großer Teil genetisch fixiert sein dürfte. Keine Herkunft wies inakzeptabel schlechte Leistungen auf. Inzuchtdepressionen auf Grund jahrzehntelanger separater Haltung und Vermehrung können somit für die geprüften Herkünfte ausgeschlossen werden.
  • Es wird vermutet, dass die gegenüber allen anderen geprüften Herkünften deutlich bessere Leistung der geprüften Schuppenkarpfenlinie mit den an die Beschuppung gekoppelten Eigenschaften zusammenhängen. Schuppenkarpfen haben offenbar sowohl bei den Produktionskennzahlen, bei der Überwinterung als auch bei morphometrischen Parametern Vorteile für die Teichhaltung. Züchter, die beabsichtigen eine Schuppenkarpfenlinie parallel als Laichfischbestand aufzubauen sollten berücksichtigen, dass die Schuppenkarpfen hierfür in jedem Fall reinerbig sein sollten.
  • Unterschiedliche Karpfenherkünfte sind verschieden empfänglich für bzw. widerstandsfähig gegen eine KHV-Infektion aber auch gegen akute Parasitosen.
  • Die Untersuchungen belegen, dass ein nennenswerter Zuchtfortschritt beim jahrhundertelang zumindest selektionszüchterisch bearbeiteten Karpfen kurzfristig wohl eher nicht zu erreichen ist.

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Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 76: Fischerei

Dr. Gert Füllner

Partner im Projekt

Leibnitz-Institut für Gewässerökologie u. Binnenfischerei e.V.

Stiftung Tierärztliche HS Hannover;

Sächsische Tierseuchenkasse, Fischgesundheitsdienst;

Institut für Binnenfischerei e. V. Potsdam-Sacrow;

University of South Bohemia České Budějovice, Faculty of Fisheries and Protection of Waters, Research Institute of Fish Culture and Hydrobiology Vodňany;

Polish Academy of Sciences, Gołysz Institute of Ichthyobiology and Aquaculture;

Teichwirtschaftsbetriebe aus Sachsen und Bayern

Abschlussbericht

Schriftenreihe Heft 08/2017, Herkunftsvergleich Karpfen

Schriftenreihe Heft 08/2017, Herkunftsvergleich Karpfen