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Information zur Prävention Herdenschutz

Seit dem Jahr 2000 hat sich der Wolf (Canis lupus L.) von Sachsen ausgehend in andere Bundesländer ausgebreitet. Wölfe leben im Familienverband, dem Rudel, bestehend aus dem Elternpaar, den Welpen des laufenden Jahres und einigen Jährlingen.

Das Kontaktbüro »Wölfe in Sachsen« führt das Monitoring zu den Wolfsvorkommen in Sachsen durch:

 

Kontaktbüro

  • SymbolPostanschrift:

    Am Erlichthof 15, 02956 Rietschen

  • SymbolTelefon: (035772) 46-76 2
  • SymbolTelefax:  (035772) 46-771
  • SymbolSymbolE-Mail
  • Symbolwww.wolf-sachsen.de

Die aktuelle Verbreitung der Wölfe in Sachsen wird auf der Internetseite des Kontaktbüros dargestellt:

Die weitere Ausbreitung des Wolfes in Deutschland hat auch Auswirkungen auf die Weidetierhaltung. Die Weidetierhaltung leistet einen wichtigen, gesellschaftlich anerkannten Beitrag zur Erhaltung der Kulturlandschaft. Risse von Nutztieren und Herdenausbrüche bringen eine zusätzliche Belastung für die betroffenen Tierhalter mit sich.

Schlecht geschützte Weidetiere können dem Wolf zum Opfer fallen. Herdenschutzmaßnahmen spielen also zukünftig eine zentrale Rolle. Als effektiver Schutz für Weidetiere haben sich verschiedene Elektrozaunsysteme bewährt. Auch Herdenschutzhunde erweisen sich als wirksam, wo dass die betrieblichen Rahmenbedingungen zulassen.

 

Im Jahr 2015 wurde das gesamte Territorium des Freistaates Sachsen zum Fördergebiet zum präventiven Herdenschutz gegen Wolfsübergriffe erklärt.

Für den Mindestschutz ist maßgebend:

  • mindestens 90 cm hohe, stromführende Elektrozäune (Euronetze oder 5-Litzenzäune) oder
  • 120 cm hohe, feste Koppeln aus Maschendraht, Knotengeflecht oder ähnlichem Material, mit festem Bodenabschluss (Spanndraht), die auf­grund ihrer Bauart ein Durchschlüpfen von Wölfen verhindern.

Die Umsetzung des Mindestschutzes bildet die Grundlage für einen finanziellen Ausgleich im Schadensfall.

Zusätzliche Empfehlung zur Weidesicherheit:

  • Gewässer sind auszukoppeln, da sie kein Hindernis für Wölfe sind.
  • Die Koppeln sind lückenlos aufzubauen. Besonders ist auf boden­gleichen Abschluss des Zaunes zu achten. Bei Litzenzäunen sollten der Abstand zum Boden bzw. die Abstände zwischen den Litzen nicht größer als 20 cm sein.
  • Elektrozäune sollten nicht durchhängen, sondern die Mindesthöhe auf der gesamten Koppellänge einhalten.
  • Von angrenzenden Böschungen ist genügend Abstand zu halten, da sie als Übersprunghilfe für Wölfe dienen können.
  • Es ist stets auf die Einhaltung der Mindestspannung (ca. 2500 V) entlang der gesamten Koppel zu achten. Eine regelmäßige Prüfung mit einem Spannungsmessgerät ist ratsam. Die dauerhafte und ausreichende Erdung des Weidesystems ist hierfür Grundvoraus­setzung.
  • Die Koppel sollte so groß sein, dass die Nutztiere im Falle eines Übergriffs genügend Ausweichmöglichkeiten haben und nicht in Panik ausbrechen.
  • Die Koppel muss mindestens täglich auf Hütesicherheit und Wohl­ergehen der Nutztiere kontrolliert werden.

 

Förderung des präventiven Herdenschutzes und Antragstellung

Alle sächsische Schaf- und Ziegenhalter sowie Betreiber von Wildgattern können Fördermittel zur Sicherung ihrer Nutztiere im Rahmen der Förderrichtlinie »Natürliches Erbe« Herdenschutzmaßnahmen gegen Wolfsangriffe (Anschaffung von Elektrozäunen, Flatterband und Herdenschutzhunden, Installation von Unterwühlschutz bei Wildgattern) beantragen. Der Fördersatz liegt bei 80 % der förderfähigen Ausgaben

Schadensfall

Wenn die Vermutung besteht, dass Nutztiere durch einen Wolf getötet oder verletzt worden, wenden Sie sich bitte an das zuständige Landratsamt.

Die Meldung eines Schadens muss durch den Tierhalter innerhalb von 24 Stunden an das zuständige Landratsamt erfolgen. An Wochenenden oder Feiertagen gibt es Bereitschaftspläne. Der Kontakt zu den Rissgutachtern kann auch über die Rettungs-oder Polizeileitstellen hergestellt werden.

Die Schätzung der Schäden wird im Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Referat 74 in Köllitsch, vorgenommen.

Projekte und Fortbildung zum Herdenschutz

Mehr Informationen bekommen Sie außerdem auf folgender Seite:

Marginalspalte

Bild: Herdenschutzhund

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 74: Tierzucht, Tierhygiene

Carola Förster

Broschüren zum Herdenschutz

Herdenschutzhunde und sichere Einzäunung

Schutzmaßnahmen vor dem Wolf

Der Einsatz des Pyrenäenberghundes im Herdenschutz

Der Einsatz des Pyrenäenberghundes im Herdenschutz

Futtermittelüberwachung