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Pflanzenschutz und Naturhaushalt

Pflanzenschutz und Gewässerschutz

Pflanzenschutzmittel können auf unterschiedlichen Wegen in Gewässer gelangen, z. B. durch Erosion, Oberflächenabfluss, Drift oder Drainage. Auch Reinigungsarbeiten an Spritzgeräten, Unachtsamkeit beim Befüllen und unsachgemäße Handhabung von Mitteln können zu Einträgen in Gewässer führen.

Das Sächsische Wassergesetz verbietet die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln und Düngemitteln im Gewässerrandstreifen in einer Breite von fünf Metern. Gemessen wird ab Böschungsoberkante in Richtung der Behandlungsfläche. Dieser Abstand ist in Sachsen immer einzuhalten, unabhängig von den Anwendungsbestimmungen und Auflagen für die einzelnen Mittel. Ausgenommen sind Wundverschlussmittel zur Baumpflege und Wildverbissschutzmittel.

Bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln werden Anwendungsbestimmungen und Auflagen erteilt, die dem Schutz des Wassers dienen. Der Anwender muss diese Bestimmungen einhalten. Sie sind in der Gebrauchsanleitung des Mittels zu finden, die auf der Verpackung angebracht ist.

Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie hat für ausgewählte Pflanzenschutzmittel die Anwendungsbestimmungen zum Schutz von Oberflächengewässern in einer Präsentation zusammengestellt.

 

Glyphosat und Amphibiensterben?

Im Natur- und Artenschutz, insbesondere auf entsprechenden Internetseiten, wird mit Verweis auf eine US-amerikanische Studie zur Ökotoxikologie des Herbizidwirkstoff Glyphosat ein Zusammenhang zum weltweiten Artenrückgang bei Amphibien (Amphibiensterben) kommuniziert.

Die Veröffentlichung präsentiert die hauptsächlichen Daten dieser Veröffentlichung, Daten zum Wirkstoff Glyphosat, seiner Chemie, Ökotoxikologie und der Anwendbarkeit bzw. Zulassung unter gesamtdeutschen Verhältnissen und den speziellen Bedingungen und Regelungen zum Pflanzenschutz in Sachsen.

Die Bewertung führt zu dem Schluss, dass zwar eine Beeinflussung von Amphibien durch den Wirkstoff nicht grundsätzlich vollständig auszuschließen, aber unter deutschen und insbesondere sächsischen Bedingungen äußerst unwahrscheinlich ist. Es kann und sollte allerdings auch nicht von einem »Null-Risiko« gesprochen werden, so dass insbesondere wegen der Bedeutung des Wirkstoffes für das System der reduzierten Bodenbearbeitung in Sachsen notwendige Maßnahmen abzuleiten sind und Empfehlungen gegeben werden.

Biotopschutz beim Pflanzenschutz

Zum Schutz angrenzender Naturräume (Biotope) müssen bei der Ausbringung von Pflanzenschutzmittel ggf. bestimmte Abstandsauflagen eingehalten werden. Diese sind nicht nur von den spezifischen Eigenschaften des PSM selbst, sondern auch von der Ausstattung des Naturraumes mit ökologischen Kleinstrukturen abhängig.

Die Ausstattung der Gemeinden mit entsprechenden Strukturen wird durch die Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft durch ein spezielles Verfahren ermittelt und in einer Liste im Bundesanzeiger und im Internet veröffentlicht.

Um die Anwendbarkeit und Kontrolle der Abstandsauflagen im Freistaat Sachsen zu verbessern, ist die Situation visuell dargestellt und auf die Originalquelle verlinkt worden.

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Bild: Beifußblättrige Ambrosie

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Dr. Ewa Meinlschmidt

Pflanzenschutz-Warndienst